
Zur nordischen Esskultur gehört der Blick auf unsere Felder, Weiden, Wiesen und Ackerflächen. Hier werden die regionalen Lebensmittel erzeugt, viele davon in Bio-Qualität. Doch was genau unterscheidet eigentlich Bio-Gemüse, Bio-Obst, Bio-Getreide und Bio-Fleisch von Lebensmitteln aus konventioneller Landwirtschaft? Ein Ausflug aufs Land gibt Antworten und ermöglicht Einblicke in die nachhaltige Landwirtschaft. Denn im Norden Deutschlands gibt es eine ganze Reihe von Öko-Betrieben. Einige von ihnen – wie der Milchviehbetrieb der Familie Riecken in Großbarkau in Schleswig-Holstein – gehören zum bundesweiten Netzwerk der Demonstrationsbetriebe ökologischer Landbau.
Diese Höfe öffnen ihre Tore und laden dazu ein, bei Führrungen, Hoffesten oder Aktionstagen zu erleben, was ökologischen Landbau ausmacht.
Mit Hingabe und Leidenschaft
Der Eichhof in Großbarkau in Schleswig-Holstein wird seit dem Jahr 1898 von Familie Riecken geführt. Die Familie verbindet traditionelle Werte mit Nachhaltigkeit und hat den Betrieb zu einem modernen, bio-zertifizierten Milchviehbetrieb weiterentwickelt.
Rieckens Landmilch auf dem Eichhof ist ein Familienbetrieb, der mit viel Hingabe und Leidenschaft geführt wird. Die Geschichte des Hofes zeigt, dass Familie Riecken immer schon offen für Innovationen war und sich für nachhaltiges Wirtschaften engagiert. Seit Ende 2017 ist der Betrieb bio-zertifiziert und wirtschaftet nach den EU-Bio-Richtlinien. „Als spezialisierter Milchviehbetrieb mit durchschnittlich 70 Milchkühen legen wir dabei besonderen Wert auf die artgerechte Haltung und das Wohlergehen unserer Tiere,“ erklärt Felix Riecken.
Schwarzbunt auf der Weide

Den schwarzbunten Milchkühen der Rasse Holstein werden auf dem Eichhof beste Bedingungen geboten. Sie bekommen hochwertiges Futter aus eigenem Anbau und stehen von Mitte März bis Mitte Oktober zusammen mit Kälbern, Jungtieren und Trockenstehern – das sind Milchkühe, die in Vorbereitung auf die nächste Kalbung sind – auf der Weide. „Darüber hinaus verlangen wir unseren Kühen eine wesentlich geringere Milchleistung ab als konventionelle Milchviehbetriebe,“ so Felix Riecken. Neben Kühen leben noch einige wenige Ochsen, deren Fleisch direkt vermarktet wird, auf dem Hof.
Im Sinne einer ökologischen Landnutzung hat der Eichhof auf seinen Nutzflächen in den letzten Jahren viele Sträucher und Bäume – darunter Obst- und Nussbäume, Kastanien und Ahorn – gepflanzt. Dieses sogenannte Agroforstsystem ist eine Oase der Artenvielfalt. Darüber hinaus trägt das System zur Verbesserung der Bodenqualität bei und sorgt auch für wirtschaftliche Vielfalt. In Kombination mit Kürbissen, Himbeeren und weiteren Kulturen entsteht so eine harmonische und nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen.
Direkt vom Hof: Kaufen und Lernen

Herzstück des Milchviehbetriebs ist die hofeigene Meierei, in der die frisch gemolkene Bio-Milch verarbeitet wird. Die Vermarktung erfolgt ebenfalls direkt vor Ort über den Hofladen und Online-Shop. Zusätzlich beliefert Riecken Landmilch Kindergärten, Cafés und den Einzelhandel in der Region.
Alle Interessierten sind nach vorheriger Anmeldung herzlich zu einer Hofführung eingeladen. Für Kinder bietet das Programm „Lernort Bauernhof“ vielfältige pädagogische Angebote rund um Landwirtschaft und Natur.
Rieckens Eichhof & Rieckens Landmilch
Felix Riecken
Zum Eichhof 2
24245 Grossbarkau
Telefon: 0 43 02 / 9 68 70
info@rieckens-landmilch.de
www.rieckens-landmilch.de
Öffnungszeiten Hofladen:
Täglich von 8 bis 20 Uhr im Selbstbedienungshofladen. Die Produkte können aus den Regalen, Kühltheken und Gefriertruhen entnommen werden. Die Bezahlung erfolgt entweder bar über die Tresor-Kasse oder per E-Karte.
Kurz & knapp
- Betriebsart: Gemischtbetrieb mit Schwerpunkt Milchvieh und Agroforst
- Betriebsfläche: 89 Hektar, davon 25 Hektar Agroforst-System
- Tierhaltung: rund 150 Tiere, darunter rund 70 Milchkühe, außerdem Kälber, Jungtiere, Ochsen
- Zertifizierung: EU-Bio-Siegel
- ÖKO-Kontrollstelle: DE-ÖKO-006
Mehr über Rieckens Landmilch


