Biolandhof Freese – Ökologisch aus Überzeugung

12. Juni 2026
Der Biolandhof Freese ist seit 1985 Bioland-Mitglied, einem der größten Anbauverbände für ökologischen Landbau in Deutschland. Damit gehörten die Freeses zu den ersten Betrieben, die ökologischen Landbau betrieben – besonders in der Region Ostfriesland. © BLE

Zur nordischen Esskultur gehört der Blick auf unsere Felder, Weiden, Wiesen und Ackerflächen. Hier werden die regionalen Lebensmittel erzeugt, viele davon in Bio-Qualität. Doch was genau unterscheidet eigentlich Bio-Gemüse, Bio-Obst, Bio-Getreide und Bio-Fleisch von Lebensmitteln aus konventioneller Landwirtschaft? Ein Ausflug aufs Land gibt Antworten und ermöglicht Einblicke in die nachhaltige Landwirtschaft. Denn im Norden Deutschlands gibt es eine ganze Reihe von Öko-Betrieben. Einige von ihnen – wie der Biolandhof Freese in Ostfriesland – gehören zum bundesweiten Netzwerk der Demonstrationsbetriebe ökologischer Landbau.

Diese Höfe öffnen ihre Tore und laden dazu ein, bei Führrungen, Hoffesten oder Aktionstagen zu erleben, was ökologischen Landbau ausmacht.

Über 50 verschiedene Gemüsekulturen

Mit über 50 verschiedenen Gemüsekulturen und einer eigenen Fleischvermarktung bietet Familie Freese ein breites Sortiment an Bio-Produkten aus eigenem Anbau an. Der Standort unweit der norddeutschen Küste ist zudem immer eine Reise wert.

„Seit 40 Jahren betreiben wir aus Überzeugung eine transparente Ökolandwirtschaft für Mensch und Natur“, sagt Heiko Freese. Seit Ende 2024 nun auch im neuen Hofgebäude mit integriertem Hofladen. Der Familienbetrieb möchte den Menschen den Ökolandbau näherbringen. „Wir möchten zeigen, woher die Lebensmittel für den täglichen Bedarf kommen und welche Anstrengungen für ihre Erzeugung notwendig sind.“

Zwischen Moor und Meer

Die Produkte werden größtenteils direkt in den eigenen Hofläden, auf Wochenmärkten sowie über regionale Händler und Großhändler verkauft. © BLE

Der Hof liegt in einem schönen Landstrich zwischen Moor und Nordsee und verfügt über zahlreiche Folientunnel und Gewächshäuser. Zunächst waren Getreideanbau und Mutterkuhhaltung die beiden Schwerpunkte des Betriebs. Heute werden neben Getreide bis zu 50 verschiedene Gemüsekulturen angebaut, unter anderem Kohl-, Wurzel- und Blattgemüse, Fruchtgemüse sowie Kartoffeln. Die Familie betreibt zudem eine eigene Jungpflanzen-Anzucht und kultiviert Topfkräuter. Die hofeigenen Produkte werden über verschiedene, eigene Verkaufsstellen direkt vermarktet. Seit 2014 ist der Betrieb auch Lieferant für das niedersächsische Schulobstprogramm. Bestimmte Gemüsesorten, wie zum Beispiel Tomaten, Gurken und Feldsalat werden über den Naturkostgroßhandel vertrieben.

Die Angus-Rinderherde ist zentraler Bestandteil des Hofkreislaufes und bedeutend für die ökologische Ausrichtung des Hofes. Die Vermarktung des Fleisches ergänzt die reichhaltige Produktpalette.

Dem Standort angepasst

Seit 2005 führen Hilde Freese und ihr Sohn Heiko das Unternehmen gemeinsam. Auf über 50 ha Fläche werden 50 verschiedene Gemüsesorten kultiviert – im Freiland und in Gewächshäusern. © BLE

Nicht alles wächst überall gleich gut. Beim Gemüse- und Getreideanbau arbeiten die Freeses deshalb verstärkt mit samenfesten und (klima-)robusten beziehungsweise standortangepassten Sorten. Klimawandel und Ernährungssicherung sind wichtige Themen, die auch bei Hofführungen ausführlich behandelt werden. Heiko Freese ist überzeugt: „Vielseitigkeit, Saisonalität und Unabhängigkeit im Anbau sind uns wichtig und aus unserer Sicht Garant für eine zukunftsfähige Entwicklung des Betriebs.“
Vermarktung an die Kundschaft
Die Vermarktung der eigenen Produkte erfolgt direkt ab Hof im neu gebauten Hofladen in Rhauderfehn, im eigenen Naturkostladen in Leer sowie auf dem Wochenmarkt in Rhauderfehn. Über den hofeigenen Lieferservice werden auch Frischekisten direkt an Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen geliefert.

Biolandhof Freese:
Freese GbR
Batzenweg 31
26817 Rhauderfehn
Telefon: 04952 7970, Fax: -921647
E-Mail: infobiolandhof-freesede
Internet: www.biolandhof-freese.de

Öffnungszeiten Verkaufsstellen
Hofladen Rhauderfehn
Mittwoch bis Freitag von 9 bis 18 Uhr,
Samstag von 8 bis 13 Uhr
Naturkostladen Leer
Montag bis Freitag 9 bis 18.30 Uhr,
Samstag von 8 bis 13 Uhr
Wochenmarkt Rhauderfehn (Juli–Sept.)
8 bis 12 Uhr

Kurz & knapp

  • Betriebsart: Gemüseanbau, Marktfrucht und Tierhaltung
  • Betriebsfläche: 50 Hektar Fläche, davon 20 Hektar Ackerland und 30 Hektar Grünland
  • Fruchtfolge/Sortenspiegel: 50 verschiedene Gemüsekulturen, unter anderem Kohl-, Wurzel- und Blattgemüse, Fruchtgemüse sowie Kartoffeln
  • Tierhaltung: 30 Mastrinder
  • Anbauverband: Bioland
  • ÖKO-Kontrollstelle: DE-ÖKO-006

Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau.
Gut 36.000 Betriebe in Deutschland wirtschaften nach ökologischen Richtlinien. Aus dieser Vielfalt hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zuletzt rund 300 Betriebe, die Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau, ausgewählt. Diese Betriebe gewähren allen Interessierten einen Einblick in die Öko-Landwirtschaft. Sie zeigen, wie sie arbeiten, erklären die Herausforderungen und stellen ihre Bio-Produkte vor.

Kleine Gemischtbetriebe, Gärtnereien, große Ackerbaubetriebe, Weinbaubetriebe und Imkereien sind in diesem Netzwerk ebenso vertreten wie Betriebe, die nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft arbeiten. Entsprechend bunt ist auch die Palette an Bio-Produkten, die das Netzwerk präsentieren kann: Käsespezialitäten, Hirschwürstchen, alte Gemüse- und Obstsorte, erlesene Weine, Kräuter, Duftpflanzen, Honigvariationen und vieles mehr.

Das Netzwerk ist eine Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL).

Mehr unter www.demonstrationsbetriebe.de

 

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