Zur nordischen Esskultur gehört der Blick auf unsere Felder, Weiden, Wiesen und Ackerflächen. Hier werden die regionalen Lebensmittel erzeugt, viele davon in Bio-Qualität. Doch was genau unterscheidet eigentlich Bio-Gemüse, Bio-Obst, Bio-Getreide und Bio-Fleisch von Lebensmitteln aus konventioneller Landwirtschaft? Ein Ausflug aufs Land gibt Antworten und ermöglicht Einblicke in die nachhaltige Landwirtschaft. Denn im Norden Deutschlands gibt es eine ganze Reihe von Öko-Betrieben. Einige von ihnen – wie das Gut Vorder Bollhagen an der Ostsee – gehören zum bundesweiten Netzwerk der Demonstrationsbetriebe ökologischer Landbau.
Diese Höfe öffnen ihre Tore und laden dazu ein, bei Führrungen, Hoffesten oder Aktionstagen zu erleben, was ökologischen Landbau ausmacht.
Gut Vorder Bollhagen: Das Bio-Gut an der Ostsee

Gut für Mensch, Tier & Wasser
Auf Gut Vorder Bollhagen leben viele verschiedene Tiere. Neben dem Anbau von Marktfrüchten sind sie das Markenzeichen des Bio-Betriebs in der Nähe von Heiligendamm. Außerdem ist seine Umgebung als Trinkwasserschutzgebiet eingestuft.
„Mir ist besonders wichtig, dass wir durch den ökologischen Landbau wertvolle Arbeitsplätze im Sinne der Nachhaltigkeit für Mensch und Umwelt geschaffen haben“, sagt Johannes Lampen. Der Leiter des Guts stellte den Betrieb 2004 auf ökologischen Landbau um. Damit sieht er gewährleistet, dass die Landschaft rund um das Seebad Heiligendamm durch eine umweltverträgliche Landwirtschaft behutsam behandelt und auch das Trinkwasserschutzgebiet, in dem das Gut liegt, in besonderer Weise geschont werden.
Reizvolle Lage

Gut Vorder Bollhagen liegt landschaftlich reizvoll direkt an der mecklenburgischen Ostseeküste im Trinkwasserschutzgebiet der höchsten Kategorie. Hier gedeihen auf großen arrondierten Ländereien Getreide und Speisekartoffeln. „Der Fokus auf unseren Äckern liegt aber ebenso auf dem Marktfruchtanbau mit Saatgutvermehrung, Konsumgetreide und Pflanzkartoffeln“, merkt Lampen an. Ebenso wichtig ist dem Betrieb die Direktvermarktung seiner qualitativ hochwertigen Bio-Produkte, die sowohl über den eigenen Hofladen als auch über die gehobene Gastronomie in der Region an die Endkundinnen und -kunden gelangen.
Auch die vielseitige Tierhaltung von Rindern, Schafen, Ziegen, Hühnern, Enten und Gänsen ermöglicht eine breite Produktpalette für die Direktvermarktung. Den Mutterkühen, Mastrindern, Ziegen und Schafen schmeckt das saftige Gras der Gegend. Alle Nutztiere genießen besondere Wertschätzung in Sachen Tierwohl.
Das Gut bietet zwei Ausbildungsstellen sowie je eine Praktikanten- und Traineestelle an. Insgesamt 15 Menschen sind hier in Vollzeit beschäftigt. Im Jahr 2018 belegte das Gut im Landeswettbewerb Mecklenburg-Vorpommern „Bestes Bio aus MV“ in der Kategorie „Bestes Betriebskonzept“ den 2. Platz.
Nicht nur der Gutsladen lädt ein

Der Gutsladen ist täglich außer sonntags geöffnet und bietet Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch sowie Eier, Geflügelprodukte und Kartoffeln aus eigener Hoferzeugung an. Zusätzlich gibt es ein regionales Sortiment an Obst und Gemüse. Besuchergruppen und Interessierte sind nach Voranmeldung jederzeit willkommen und erhalten eine individuelle Hofführung. Zu sehen gibt es genug. Allein die vielfältige Tierhaltung, die breite Palette eigener Erzeugnisse und nicht zuletzt die Lage machen einen Besuch unvergesslich.
Gut Vorder Bollhagen
GVB Gut Vorder Bollhagen GmbH & Co. KG
Johannes Lampen
Hauptstraße 1
18209 Vorder Bollhagen
Telefon: 038203 16479
Gutsladen: 038203 779913
infogut-vorder-bollhagende
www.gut-vorder-bollhagen.de
Öffnungszeiten Gutsladen
Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr
Samstag von 10 bis 13 Uhr
Kurz & knapp
- Betriebsart: Marktfrucht und Tierhaltung
- Betriebsfläche: 720 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, davon 470 Hektar Ackerfläche und 250 Hektar Dauergrünland
- Fruchtfolge/Sortenspiegel: Kleegras, Weizen/Kartoffeln, Braugerste/Hafer, Erbsen/Lupinen, Dinkel
- Tierhaltung: 160 Mutterkühe (Fleckvieh), 100 Mastrinder, 80 Mutterschafe (Deutsches Schwarzkopf), 35 Mutterziegen (Burenziege), 1.675 Legehennen mit Aufzucht der Bruderhähne, 900 Masthühner, 200 Gänse, 1.500 Enten
- Anbauverband: Bioland
- ÖKO-Kontrollstelle: DE-ÖKO-034


