Gut Vorder Bollhagen: Das Bio-Gut an der Ostsee

3. Juni 2026

Zur nordischen Esskultur gehört der Blick auf unsere Felder, Weiden, Wiesen und Ackerflächen. Hier werden die regionalen Lebensmittel erzeugt, viele davon in Bio-Qualität. Doch was genau unterscheidet eigentlich Bio-Gemüse, Bio-Obst, Bio-Getreide und Bio-Fleisch von Lebensmitteln aus konventioneller Landwirtschaft? Ein Ausflug aufs Land gibt Antworten und ermöglicht Einblicke in die nachhaltige Landwirtschaft. Denn im Norden Deutschlands gibt es eine ganze Reihe von Öko-Betrieben. Einige von ihnen – wie das Gut Vorder Bollhagen an der Ostsee – gehören zum bundesweiten Netzwerk der Demonstrationsbetriebe ökologischer Landbau.

Diese Höfe öffnen ihre Tore und laden dazu ein, bei Führrungen, Hoffesten oder Aktionstagen zu erleben, was ökologischen Landbau ausmacht.

Gut Vorder Bollhagen: Das Bio-Gut an der Ostsee

Die umweltschonende Öko-Landwirtschaft und die artgerechte Haltung von Tieren gewährleisten, dass die Landschaft um das Seebad Heiligendamm und das umliegende Trinkwasserschutzgebiet in besonderer Weise geschützt werden. © BLE

Gut für Mensch, Tier & Wasser

Auf Gut Vorder Bollhagen leben viele verschiedene Tiere. Neben dem Anbau von Marktfrüchten sind sie das Markenzeichen des Bio-Betriebs in der Nähe von Heiligendamm. Außerdem ist seine Umgebung als Trinkwasserschutzgebiet eingestuft.

„Mir ist besonders wichtig, dass wir durch den ökologischen Landbau wertvolle Arbeitsplätze im Sinne der Nachhaltigkeit für Mensch und Umwelt geschaffen haben“, sagt Johannes Lampen. Der Leiter des Guts stellte den Betrieb 2004 auf ökologischen Landbau um. Damit sieht er gewährleistet, dass die Landschaft rund um das Seebad Heiligendamm durch eine umweltverträgliche Landwirtschaft behutsam behandelt und auch das Trinkwasserschutzgebiet, in dem das Gut liegt, in besonderer Weise geschont werden.

Reizvolle Lage

Auf dem mehrfach ausgezeichneten Biohof leben Rinder, Schafe und Geflügel. © BLE

Gut Vorder Bollhagen liegt landschaftlich reizvoll direkt an der mecklenburgischen Ostseeküste im Trinkwasserschutzgebiet der höchsten Kategorie. Hier gedeihen auf großen arrondierten Ländereien Getreide und Speisekartoffeln. „Der Fokus auf unseren Äckern liegt aber ebenso auf dem Marktfruchtanbau mit Saatgutvermehrung, Konsumgetreide und Pflanzkartoffeln“, merkt Lampen an. Ebenso wichtig ist dem Betrieb die Direktvermarktung seiner qualitativ hochwertigen Bio-Produkte, die sowohl über den eigenen Hofladen als auch über die gehobene Gastronomie in der Region an die Endkundinnen und -kunden gelangen.

Auch die vielseitige Tierhaltung von Rindern, Schafen, Ziegen, Hühnern, Enten und Gänsen ermöglicht eine breite Produktpalette für die Direktvermarktung. Den Mutterkühen, Mastrindern, Ziegen und Schafen schmeckt das saftige Gras der Gegend. Alle Nutztiere genießen besondere Wertschätzung in Sachen Tierwohl.

Das Gut bietet zwei Ausbildungsstellen sowie je eine Praktikanten- und Traineestelle an. Insgesamt 15 Menschen sind hier in Vollzeit beschäftigt. Im Jahr 2018 belegte das Gut im Landeswettbewerb Mecklenburg-Vorpommern „Bestes Bio aus MV“ in der Kategorie „Bestes Betriebskonzept“ den 2. Platz.

Nicht nur der Gutsladen lädt ein

„Unsere Vielseitigkeit ist das Besondere“, sagt Hofleiter Johannes Lampen und heißt Sie herzlich willkommen auf GUT VORDER BOLLHAGEN. © BLE

Der Gutsladen ist täglich außer sonntags geöffnet und bietet Rind-, Schaf- und Ziegenfleisch sowie Eier, Geflügelprodukte und Kartoffeln aus eigener Hoferzeugung an. Zusätzlich gibt es ein regionales Sortiment an Obst und Gemüse. Besuchergruppen und Interessierte sind nach Voranmeldung jederzeit willkommen und erhalten eine individuelle Hofführung. Zu sehen gibt es genug. Allein die vielfältige Tierhaltung, die breite Palette eigener Erzeugnisse und nicht zuletzt die Lage machen einen Besuch unvergesslich.

Gut Vorder Bollhagen
GVB Gut Vorder Bollhagen GmbH & Co. KG
Johannes Lampen
Hauptstraße 1
18209 Vorder Bollhagen
Telefon: 038203 16479
Gutsladen: 038203 779913
infogut-vorder-bollhagende
www.gut-vorder-bollhagen.de
Öffnungszeiten Gutsladen
Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr
Samstag von 10 bis 13 Uhr

Kurz & knapp

  • Betriebsart: Marktfrucht und Tierhaltung
  • Betriebsfläche: 720 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, davon 470 Hektar Ackerfläche und 250 Hektar Dauergrünland
  • Fruchtfolge/Sortenspiegel: Kleegras, Weizen/Kartoffeln, Braugerste/Hafer, Erbsen/Lupinen, Dinkel
  • Tierhaltung: 160 Mutterkühe (Fleckvieh), 100 Mastrinder, 80 Mutterschafe (Deutsches Schwarzkopf), 35 Mutterziegen (Burenziege), 1.675 Legehennen mit Aufzucht der Bruderhähne, 900 Masthühner, 200 Gänse, 1.500 Enten
  • Anbauverband: Bioland
  • ÖKO-Kontrollstelle: DE-ÖKO-034

Netzwerk Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau.
Gut 36.000 Betriebe in Deutschland wirtschaften nach ökologischen Richtlinien. Aus dieser Vielfalt hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zuletzt rund 300 Betriebe, die Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau, ausgewählt. Diese Betriebe gewähren allen Interessierten einen Einblick in die Öko-Landwirtschaft. Sie zeigen, wie sie arbeiten, erklären die Herausforderungen und stellen ihre Bio-Produkte vor.

Kleine Gemischtbetriebe, Gärtnereien, große Ackerbaubetriebe, Weinbaubetriebe und Imkereien sind in diesem Netzwerk ebenso vertreten wie Betriebe, die nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft arbeiten. Entsprechend bunt ist auch die Palette an Bio-Produkten, die das Netzwerk präsentieren kann: Käsespezialitäten, Hirschwürstchen, alte Gemüse- und Obstsorte, erlesene Weine, Kräuter, Duftpflanzen, Honigvariationen und vieles mehr.

Das Netzwerk ist eine Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau (BÖL).

Mehr unter www.demonstrationsbetriebe.de

 

Mehr Demonstrationsbetriebe

Backensholz

Rieckens Landmilch

Hofgemeinschaft Grummersort

Medewege

Biohof Kaemena

Heide Geflügel

Hof Eggers in der Ohe

Friesische Schafskäserei

Hof Klostersee

Mühlenhof Zepelin

Bunde Wischen

Biohof Düna

Hof Dannwisch

Hof Furth

Gut Wulksfelde

Biohof und Hofschlachterei Muhs

Elbers Hof