Jens Mecklenburg

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Neues Hobby für Frauen und Stadtmenschen: jagen

Immer mehr Menschen - darunter viele Frauen - aus der Stadt machen den Jagdschein
21. Dezember 2021

Die Natur erleben, Wild schießen, den Wald schützen: Den Jagdschein machen zunehmend Frauen und Menschen aus der Stadt.

Knapp 400.000 Menschen besitzen in Deutschland einen Jagdschein, doch innerhalb des vergangenen Jahrzehnts hat sich die Zusammensetzung dieser Gruppe geändert: Der Frauenanteil in den Jagdschulen stieg von 20 auf 28 Prozent, teilte der Deutsche Jagdverband (DJV) mit.

Die Frauen werden zudem jünger. Der Befragung zufolge sank ihr Durchschnittsalter im vergangenen Jahrzehnt von 36 auf 33 Jahre. Das Durchschnittsalter männlicher Jagdschüler liegt demnach weiterhin konstant bei 35 Jahren.

Erstaunlich: Der Anteil derer, die vor dem Beginn des „grünen Abiturs“ keine Erfahrung mit der Jagd gesammelt hätten, sei seit 2011 von 15 auf 26 Prozent gestiegen.

Auch Städter melden sich immer häufiger zur Jagdprüfung: Fast ein Viertel (23 Prozent) der Jagdschülerinnen und -schüler komme nicht vom Land. Die im Schnitt 2160 Euro teure Ausbildung steht laut Torsten Reinwald, Pressesprecher des (DJV), zufolge für Stadtmenschen meist im Zeichen der Natur – nicht der Waffe.

© Martinsohn – DJV

Intensives Naturerlebnis

Stundenlang auf einem Hochsitz ausharren oder bei klirrender Kälte durch das Unterholz wandern, um dann vielleicht doch nicht zum Schuss zu kommen – die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen auch, was die Menschen heute zur Ausbildung bewegt. Auf Platz eins steht unverändert das intensive Naturerlebnis. „Ohne Kenntnis der Art, wie sie sich verhält, was sie frisst, welchen Lebensraum sie bewohnt, wo sie am liebsten längs geht, kann ich keine Beute machen“, sagte Reinwald.

Als zweite Priorität wurde am häufigsten angewandter Naturschutz genannt. Darunter fällt dem Verband zufolge unter anderem die Prävention von Krankheiten wie der Afrikanischen Schweinepest, der Erhalt der Artenvielfalt oder der Schutz von Wäldern.

Auch Wildbret, also das Fleisch jagdbarer, wildlebender Tiere, sei für immer mehr Menschen ein Grund, die Jägerausbildung in Angriff zu nehmen. Das Erbeuten von Fleisch als Motiv rückte bei der Befragung von Platz vier im Jahr 2011 auf Platz drei vor.

Eine Besonderheit bei Frauen: Auf Rang vier landete die Jagdhundausbildung als Anreiz, Jägerin zu werden – bei Männern reicht das den Umfrageergebnissen zufolge nur zu Platz sechs.


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