Jens Mecklenburg

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Gyldenlöv – Korn in Spitzenqualität

Czernys Küstendestillerie & Brauerei
1. September 2022

Korn hat im Norden eine lange Tradition aber sein Image ist nicht das Beste. Billiger Fusel hat lange den Markt dominiert. Das sollte aber für Genusstrinker kein Grund sein auf Korn zu verzichten. Gibt es doch mittlerweile tolle Qualitäten. Der Beste weit und breit kommt aus Kiel und heißt Gyldenlöv.  

© Till Schauder

Ein Traum wird wahr

Czernys Küstenbrauerei mit angeschlossener Destillerie wurde 2017 gegründet und liegt direkt an der Kieler Förde. Jasmin und Jan Czerny sind beide promovierte Meeresbiologen. Zum Studium sind sie nach Kiel gekommen und haben sich hier kennengelernt und verliebt. Wenn Sie nicht gerade Bier brauen und Schnaps brennen – und sich ums Kind kümmern – segeln, angeln, schwimmen, tauchen sie und essen alles mit Freude was im Meer wohnt. Kurz, von der Küste sind sie nicht mehr weg zu bekommen. Sie leben an der Kieler Förde ihren Traum – auch in Sachen Brennen und Brauen.

Mit ihrem kleinen Familienunternehmen mit ein paar MitarbeiterInnen stellen sie direkt am Strand hochwertige Spirituosen und Biere her. Gebrannt und gebraut wird in einer historischen Festung. Das benötigte Getreide kommt aus der Nachbarschaft und wer in einem historischen Gemäuer arbeitet, tut es selbstverständlich auf traditionelle Art und Weise.

Ihre im schottische Pott Stills angelehnte Brenn-Anlage haben sie mit ihrem biochemischen Wissen perfektioniert. Dadurch wird der Geschmack der hochwertigen Maischen optimal in die Destillerie-Produkte übertragen: so entsteht der Gyldenlöv Korn. 


Korn von Adel

Seinen Namen hat der Korn vom Erbauer der Festung in Kiel Friedrichsort: Christian IV., König von Dänemark. Seine unehelichen Kinder trugen den Adels-Namen Gyldenlöv. Christian der IV. lebte hier mit seiner Mätresse Wiebke Kruse. Von seinen 21 Kindern waren fünf unehelich, zwei zeugte er mit Wiebke. Christian war kein Kind von Traurigkeit. Er hat zahlreiche Kulturdenkmäler in Schleswig-Holstein hinterlassen, Seeschlachten geschlagen und in einer Hymne wird er sogar als „Held“ gefeiert.

Auch soll er nach einer Quelle von 1635 auf der Festung auf ärztlichen Rat hin in Schnaps gebadet haben. Vermutlich in Kornbrand. Ob zur Parasitenbekämpfung oder um seines „Manneskraft zu stärken“ ist nicht überliefert. Vermutlich war es einfach nur die Wertschätzung für einen guten Brand.

© Till Schauder

Vom „Köm“ zur Edelspirituose

Von Anfang an stand für die Czerny fest, dass sie hochwertige Spirituosen herstellen wollen. Aber hochwertiger Korn? Ist das nicht ein Widerspruch an sich? Nein, fanden die Czernys.

Viele kennen noch den „Köm“ oder „Kurzen“ nach einem üppigen Essen im Familienkreis. Es ging mehr um ein wärmendes Ritual als um Genusskultur.

Doch, dass hat sich auch Dank der Czernys geändert. Korn ist dabei sich als „Edelgetränk“ zu etablieren.

Die erste historische Erwähnung von Korn gibt es im Jahre 1507 und damit fast zehn Jahre vor der Verabschiedung des berühmten Reinheitsgebotes für Bier. Lange Zeit war Schnaps billiger als Bier und hatte keinen guten Ruf.

Heute aber können Genießer die ganze Vielfalt erleben, die Korn mit sich bringt. Es gibt milden Korn, lang gereiften Korn, naturtrüben Korn. Moderner Craft-Korn braucht sich hinter Whiskey, Gin, Rum oder anderen „hippen“ Spirituosen nicht zu verstecken. 

Schon die Herstellung ist ähnlich. Wichtig ist es, die richtigen Zutaten zu verwenden. Bei dem Gyldenlöv-Korn sind dies ausschließlich ökologisches Getreide und Gerstenmalz benachbarter Bauernhöfe.

Verwendet werden bester Sommerweizen von Gut Hohenhain, Biomalz ebenfalls aus regionalem Getreide und man lässt sich viel Zeit bei der Herstellung. Auch die Hefe ist keine der üblichen Hochleistungs-Destillerie- Hefen, sondern eine Bierhefe, die dem Korn seine fruchtigen Noten verleiht.

Der Korn hinterlässt ein weiches Mundgefühl und vereint fruchtige an Grappa erinnernde Hefenoten mit Eindrücken von frisch geerntetem Getreide und Heu.

Ihr selbst konstruierter Pot Stills arbeiten nach historischem Vorbild in zwei diskreten Destillationsvorgängen. Das Ergebnis ähnelt einem ungelagerten Grain Whisky und nach drei Jahren Fasslagerung, könnte man den Gyldenlöv tatsächlich auch als Whisky vermarkten. 

Klar wird der Korn aus Friedrichsort in Zimmertemperatur getrunken. Wir haben in den letzten Monaten viele Körner getestet: Czernys Gylenlöv war mit Abstand der Beste. Er sollte in keiner anspruchsvollen Bar fehlen. In der Qualität bringt Korn auch dem anspruchsvollen Genießer Freude.

Jan Czerny destilliert auch einen hervorragenden Gin. Aber das ist eine andere Geschichte, die erzählen wir später.

© Till Schauder

Brauerei & Destillerie

Deichweg 20

Seefestung Friedrichsort
24159 Kiel

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