Jens Mecklenburg

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Rapunzel, Rapunzel – Mit Feldsalat genussvoll und gesund über den Winter

17. November 2025

Auch im Winter muss man nicht auf den geliebten Salat und Vitaminspender verzichten. Man braucht nicht mal auf Importware aus südlichen Ländern zurückgreifen, hat doch jetzt der heimische Feldsalat seine Saison. Lange Zeit galt der (wilde) Feldsalat, der am Rande von Feldern und Äckern wächst, als essbares Unkraut. Seit dem 17. Jahrhundert wird er gezüchtet und kultiviert. Im 19. und 20. Jahrhundert führte der Feldsalat ein Schattendasein. Aber seit Salat nicht mehr nur an Kaninchen verfüttert wird, groß in Mode ist, ist der Rapunzel, der im gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm eine wichtige Rolle spielt, wieder stark im Kommen. Schon in Urzeiten hat er die Menschen über den strengen Winter gebracht, denn die kleine winterharte Pflanze verträgt Temperaturen bis zu minus 15 Grad Celsius. Die Erntezeit reicht bis in den April hinein. Die Pflanze, deren dunkelgrüne Blätter eine Rosette bilden, übersteht zwar tiefe Temperaturen, doch ernten kann man sie nur bis knapp unter null Grad, solange die Blätter noch nicht gefroren sind. Ansonsten verwelkt der Salat sofort. Deshalb wird der Salat nur bei bestimmten Temperaturen auf dem Feld geerntet. Da er aber auch in unbeheizten Folientunneln und Treibhäusern gezogen wird, ist immer für Nachschub gesorgt.

Wie die meisten Blattgemüse speichert auch Feldsalat schädliche Nitrate, die stickstoffhaltigen Salze der Salpetersäure. Der Nitratgehalt hängt von der Düngung und Belichtung ab. Es gilt: Je weniger Düngung und je mehr Sonnenlicht, desto weniger Nitrat. Freiland-Feldsalat ist deshalb nicht nur gesünder als Feldsalat aus dem Treibhaus, er ist auch geschmacksintensiver.

Winterlicher Vitaminspender

Feldsalat ist in der kalten Jahreszeit ein wichtiger Vitaminspender. Er enthält weit mehr Provitamin A und Vitamin C als zum Beispiel Kopfsalat und Endivien. Darüber hinaus hat er einen hohen Gehalt an Kalium, Folsäure, Calcium und Eisen. Seine Wurzeln enthalten Baldrianöl, das als nervenstärkendes Mittel pharmazeutisch genutzt wird.

Damit die Vitamine erhalten bleiben, sollte der Feldsalat möglichst rasch verzehrt werden. Die Pflanze kann unzerteilt bleiben, es genügt die Wurzelenden abzuschneiden. Behutsam waschen und gut abtropfen.

Man kann ihn gut mit anderen Salaten mischen und ihn mit verschiedenen Dressings zubereiten. Eine Vinaigrette mit ausgelassenem Speck passt ebenso gut wie eine auf Joghurtbasis. Weil sein herzhaft würziger Geschmack an frische Nüsse erinnert, wird er gern mit gehackten Walnüssen serviert. Als Öl harmoniert kalt gepresstes Rapsöl besonders gut, weil es ebenfalls nussig schmeckt. Das robuste Winterpflänzchen lässt sich in der Pfanne wie Gemüse dünsten und auch zur Suppe verarbeiten. Wie wäre es mit folgender Variante: Feldsalat mit Apfel- und Orangenstückchen, Walnüssen, fruchtigem Olivenöl und geriebenem Käse oder mit Krabben, Croutons und einer Rapsöl-Vinaigrette. So kommt man gesund und genussvoll über den Winter!

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