Jens Mecklenburg

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Petersilienwurzel

Heil- und Genusswurzel mit viel Geschmack
27. September 2021
Petersilienwurzeln ©Ingo Wandmacher

Petersilie kennt jeder, mit krausen oder glatten gefiederten Blättern. Die verwandte Petersilienwurzel ist dagegen weniger bekannt. Dabei wurde sie im 16. Jahrhundert zuerst von norddeutschen Gärtnern kultiviert. Die Wildform stammt aus dem südöstlichen Mittelmeerraum. Im englischsprachigen Raum wird sie bis heute als „hamburg parsley“ oder „dutch parsley“ bezeichnet. Auf den Britischen Inseln erlangte das Wurzelgemüse, ein Vetter der Pastinake, große Beliebtheit. Man glaubte, es sei bei Blasenerkrankungen und Verdauungsstörungen wirksam. Fast alle Familienangehörige der Doldenblütler – dazu gehören Petersilie und Petersilienwurzel – haben einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineral- und Aromastoffen sowie an ätherischen Ölen. Deshalb sind fast alle Arten dieser Familie nicht nur delikate Gemüse und Gewürze, sondern auch beliebte Heilpflanzen. In der Volksheilkunde wurde die konisch zulaufende  6 bis 12 Zentimeter lange Wurzel als harntreibendes und blutreinigendes Mittel eingesetzt. Die Petersilienwurzel ist tatsächlich reich an Eiweiß, Kalzium, Eisen, Provitamin A sowie an Vitamine C, B1, B2, E und Folsäure. 

Petersilie und Petersilienwurzel keimen äußerst langsam. In katholischen Ländern heißt es, dass der Samen erst nach Rom reisen müsse, um beim heiligen Petrus die Erlaubnis zum Aufgehen einzuholen, denn erst nach sechs Wochen ist er wieder da.

Die elfenbeinfarbige Wurzel mit ihrem kräftigen Geschmack ist frosthart und kann über den Winter im Beet gelassen werden. Geschmacklich vereint sie Möhren, Knollensellerie, Pastinaken und natürlich Petersilie und eignet sich hervorragend als Suppengemüse – gehört traditionell in jedes Suppenbund – und auch vorzüglich als Gemüseeinlage für Eintöpfe und Schmorgerichte. Oder probieren Sie ein Petersilienwurzel-Kartoffel-Püree. Dafür kochen Sie geschälte und in Würfel geschnittene Petersilienwurzeln und Kartoffeln in Salzwasser (oder Gemüsebrühe), gießen das Wasser ab und stampfen das Gemüse unter Zugabe von etwas Olivenöl und Butter zu einem Brei. Mit Salz, Pfeffer und reichlich Muskat würzen. Auch im Ofen zusammen mit anderen Wurzelgemüsesorten langsam auf dem Backblech gegart und mit Honig glasiert, macht sich die geschmackliche feine Wurzel hervorragend. 

Die Petersilienwurzel kann man fast das ganze Jahr über verwenden: im Sommer die Blätter der Pflanze (wie Blattpetersilie) zum Würzen, im Herbst und Winter die Wurzel als Gemüse. 


Rezept Wurzelgemüse

Zutaten

(für 4 Personen)

500 g Möhren

500 g Kartoffeln

250 g Petersilienwurzel

125 g Sellerieknolle

1 Gemüsezwiebel

Butter, Öl

2 TL Honig

250 ml Gemüsebrühe

200 ml Sahne

Salz, Pfeffer

1 Bd. Petersilie


Zubereitung

Gemüse schälen, in etwas gleich große Stücke schneiden und zusammen mit der gepellten und klein geschnittenen Zwiebel in einer Butter-Öl-Mischung anbraten.

Den Honig zugeben, unter Rühren einkochen lassen und mit Brühe aufgießen und ca. 15 Minuten bei mittlerer Hitze einkochen lassen. 

Für die letzten 5 Minuten die Sahne zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Schluss klein gehackte Petersilie einstreuen.


Tipp

Petersilienwurzeln kann man im Winter im kühlen und trockenem Keller in Behältnissen mit Sand viele Wochen lagern.