Jens Mecklenburg

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Da haben wir den Salat

Spargelsalat
2. Juni 2020

Wir arbeiten im Sitzen, wir bewegen uns fort im Sitzen (im Auto) und verbringen unsere Freizeit sitzend vor der Glotze oder am Computer. Und dennoch sollen wir schlank und sexy sein. Wie geht das zusammen? Ganz einfach: mit Salat. Wegen seiner läppischen 14 Kalorien je 100 Gramm und reichlich Vitaminen hilft der grüne Salat selbst Bewegungsmuffeln in Form zu bleiben. Er ist besonders bei Frauen beliebt, die sich bekanntlich vernünftiger als Männer ernähren. Der Salatteller ist – kaum zu glauben – die wohl beliebteste Speise in der Gastronomie. 

Grüner Salat war jedoch nicht immer so beliebt. Unsere Großeltern aßen ihn nur als frische Beilage zum (Sonntags-)Braten. Die Salatblätter wurden dafür stundenlang in Essigwasser eingeweicht, dann gezuckert und in ziemlich schlaffem Zustand serviert.

©Ingo Wandmacher

Pflanze für Keuschheit oder Fruchtbarkeit

Es waren die Mönche, die die Salatpflanze aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland brachten. Salat stand im Ruf, unkeusche Gelüste und erotische Träume zu verhindern. Die „Keuschheitspflanze“ durfte in keinem Klostergarten fehlen. Die alten Chinesen versprachen sich von dem zarten Korbblütler wiederum anderes: Sie setzten ihn zur Förderung reichen Kindersegens ein. Und die alten Ägypter, die als erste Blattsalat kultivierten, weihten ihn Min, dem Gott der sexuellen Fruchtbarkeit.

Ob Kopf-, Blatt- oder Schnittsalat – alle gehören sie zur Gattung der Lattiche (Lactuca sativa) – das Angebot auf dem Markt wird immer vielfältiger und größer. Darunter ist seit einigen Jahren auch der aus China zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Europa eingewanderte Spargelsalat (Lactuca sativa angustana Vilm.). Bei ihm kann man nicht nur die schmalen, spitz zulaufenden Blätter ernten und essen, sondern auch die dicken Strünke, die wie Spargel geschält und gekocht werden. Der Geschmack der alten chinesischen Kulturpflanze ist einzigartig und hat etwas von Spargel, Mangold und Artischocke zugleich. Ein Salat für Gourmets.

Dank der in ihm enthaltenen verdauungsfördernden Bitterstoffe ist der Salat die ideale Kost bei Darmträgheit. Außerdem verringert er die Säurebildung im Blut und ist deshalb besonders für Herz- und Nierenkranke geeignet.

Die jungen Blätter des Spargelsalats heben jeden gemischten (Wild)Salat. Die gedünsteten Stängel harmonieren wunderbar mit anderem Frühjahrsgemüse wie Kohlrabi und Erbsen. 

Redensartlich bezeichnet Salat ja ein Durcheinander: „Da haben wir den Salat“. Mit dem Spargelsalat bekommt das Durcheinander eine besondere Geschmacksnote. 

© Ingo Wandmacher

Spargelsalat mit Erdbeeren

 

Zutaten

150 g Spargelsalat

150 g Erdbeeren

5 EL Sesamöl

1 TL Senf

1 TL Honig

Meersalz

 

Zubereitung

Spargelsalat waschen, trockenschleudern und klein zupfen. Erdbeeren waschen und halbieren.

Erdbeeren und Spargelsalat in eine Schüssel geben und mit Sesamöl, Senf, Honig verrühren und mit Meersalz abschmecken.

 

Tipp

Statt Erdbeeren können Sie auch Himbeeren verwenden.

Dazu passt ein rustikales Bauernbrot.