Jens Mecklenburg

Herausgeber & Autor

Zum Portrait

Norddeutschlands größte Apfelausstellung lockt Ende September nach Hamburg

Apfeltage und Sommerausklang im Loki-Schmidt-Garten
19. September 2025
© BUND Archiv

Am letzten Septemberwochenende feiert Hamburg die Vielfalt von Apfel und Birne: Die Norddeutschen Apfeltage laden am Samstag, 27., und Sonntag, 28. September, jeweils von 9 bis 18 Uhr, gemeinsam mit dem traditionellen „Sommerausklang“ in den Loki-Schmidt-Garten ein. Besucherinnen und Besucher können dabei in die faszinierende Welt historischer Obstsorten eintauchen.

Gelebte Kulturgeschichte

„Die Norddeutschen Apfeltage zeigen, wie reich unsere Region an alten und fast vergessenen Sorten ist. Diese Vielfalt zu bewahren, ist ein Stück gelebter Klimaanpassung und Kulturgeschichte zugleich. Wer einmal in einen Ontario oder eine Finkenwerder Herbstprinz reingebissen hat, weiß: Jeder Apfel erzählt seine eigene Geschichte“, sagt Nora Kolter, Projektleiterin Streuobstwiesen beim BUND Hamburg.

Mehr als 250 Apfelsorten und rund 75 Birnensorten machen die Schau zur größten und wertvollsten Sortenausstellung Norddeutschlands. Wer selbst Obstbäume im Garten hat, kann drei bis fünf gesunde Früchte pro Sorte mitbringen und von Fachleuten bestimmen lassen – gegen eine Gebühr von drei Euro für jede erfolgreiche Bestimmung.

© Heinz Brossolat

Besonderen Glanz verleiht dem Wochenende der bekannte Obstbauer, Pomologe und Autor Eckart Brandt. Er bringt Kostproben aus seinem „Boomgarden“-Projekt mit, erzählt deren Geschichten und lässt Besucherinnen und Besucher die Vielfalt alter Apfelsorten mit allen Sinnen erleben.

Auch darüber hinaus wird es nicht langweilig: Zahlreiche Markt- und Infostände, ein vielseitiges kulinarisches Angebot, Vorträge, Kinderaktionen wie Apfelsaft pressen oder Malen sowie der Pflanzenmarkt im Botanischen Garten machen den Ausflug zu einem Erlebnis für die ganze Familie.

Der Eintritt direkt gegenüber der S-Bahn-Station Klein Flottbek ist frei. Hunde und Fahrräder dürfen nicht mit in den Botanischen Garten genommen werden. Das vollständige Programm ist unter www.apfeltage.de abrufbar.

Die Norddeutschen Apfeltage werden vom BUND gemeinsam mit dem Pomologen Verein e.V., der Universität Hamburg und dem UmweltHaus im Rockenhof veranstaltet.

© BUND Hamburg

Grußwort von Loki Schmidt †

„Ich habe mich gefragt, warum wir eigentlich die Norddeutschen Apfeltage feiern, wenn wir in unseren Gärten doch auch Kirschbäume, Birnen- und Pflaumenbäume finden? Ist es vielleicht gerade der Apfel, der uns als erstes in den Sinn kommt, weil wir ihn schon aus unseren Kindheitserinnerungen kennen?
Unter dem Apfelbaum liegen und zwischen den Zweigen hindurch die Wolken beobachten, in den Apfel beißen, mal sauer, mal süß, mal leuchtend grün, dann wieder feuerrot. Apfelmus auf Pfannkuchen und Apfelkuchen mit Sahne im Sommer, danach wieder die heißen Bratäpfel im Winter. Er ist einfach überall der Apfel, alle Generationen kennen ihn. Während heute auch Mangos und Kiwis den Markt erobert haben, bleibt der Apfel doch immer der bekannteste unter den Früchten, der Allgegenwärtige sogar. Von dem ersten Apfel in der Brottasche für den Weg zum Kindergarten bis zum eigenen gepflanzten Apfelbaum im Garten ist er immer dabei und selbstverständlich geworden. Gerade aber was Selbstverständlich erscheint, darf nicht aus dem Blickwinkel geraten und deshalb meine ich, muss unser Apfel mit seinem alltäglichen Dasein in den Mittelpunkt gerückt und in seiner Vielfalt unterstützt werden, damit noch viele Generationen die unterschiedlichsten Sorten probieren können und immer einen Platz unter dem Apfelbaum finden können.“

© Nora Kolter

Apfelgespräch mit Eckart Brandt