Jens Mecklenburg

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Kochschule Kartoffelsuppe

So schmecken Herbst & Winter
23. November 2021
Mandelkartoffel ©Ingo Wandmacher

Das Geheimnis der Kartoffeln  

In den Andenstaaten Südamerikas wurde sie schon vor rund 2.000 Jahren kultiviert. Im 16. Jahrhundert kam das „Gold der Inkas“ dann auch nach Deutschland, doch es brauchte noch 200 Jahre bis der Erdapfel, die Kartoffel, auch hier heimisch und populär wurde. Erst während der großen Hungersnot im 18. Jahrhundert überwand die Bevölkerung ihre Skepsis gegenüber der bis dahin für giftig gehaltenen Knolle. Mann glaubt es kaum, aber im Kartoffelland Deutschland hatte es die Erdknolle am Anfang schwer. Trotz großer Hungersnöte konnte Friedrich der Große der bäuerlichen Bevölkerung die damals noch exotische Pflanze nur durch eine List schmackhaft machen. Er ließ ein Kartoffelfeld nahe Berlin von seinen Soldaten streng bewachen. Sein Plan ging auf: Was wie ein Schatz bewacht wird, muss wertvoll sein. Die Neugier der Bauern war geweckt. Sie stahlen Kartoffeln und bauten sie dann selber an. Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) wurde die Kartoffel dann endgültig zu einem Grundnahrungsmittel. Heute zählt die Speisekartoffel zu den beliebtesten Nahrungsmitteln im Norden. Was darf es sein? Mehlige Kartoffeln oder fest kochende? Bratkartoffeln, Kartoffelgratin, Kartoffelsalat, Pellkartoffeln, Petersilienkartoffeln, Salzkartoffeln, Kartoffelknödel, Kartoffelbrei?  Nein, heute kochen wir uns eine Kartoffelsuppe. Wärmt von innen, passt also gut in die kalte Jahreszeit. 

©Ingo Wandmacher


Kleiner Kartoffeleintopf mit gebratener Bauernwurst

(für 4 Personen)

300 g Kartoffeln, 50 g Sellerie, 50 g Möhren, 400 ml Geflügelbrühe, Knoblauch, Majoran, Kümmel, 50 g Porree, 150 g Sahne, Salz, Pfeffer, etwas Speisestärke, einige Zweige Blattpetersilie, 1 Bauernwurst (grobe angeräucherte Mettwurst).


So geht’s: 

Kartoffeln, Sellerie und Möhren waschen, schälen und in 1 x 1 cm große Würfel schneiden. Das Gemüse mit der Brühe in einen größeren Topf geben, aufkochen lassen und das Gemüse darin weich garen. Mit Knoblauch, Majoran und Kümmel würzen.  Porree waschen und ebenfalls in Würfel schneiden. In die Suppe geben und mit der Sahne auffüllen, gegebenenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Speisestärke binden. Blattpetersilie waschen, trocken tupfen, Blättchen von den Stängeln zupfen und in Streifen schneiden. Bauernwurst in Scheiben schneiden und in einer Pfanne anbraten und mit Petersilie bestreuen. Die Suppe in eine Terrine füllen und die Bauernwurst darauf verteilen. 

Tipp: Die Suppe schmeckt auch sehr gut mit geräuchertem Aal oder Gänsebrust. Da die Bauernwurst sehr fett ist, sollte sie ohne Butter angebraten werden


Dolle Knollen

Die große Sortenvielfalt der norddeutschen Kartoffelbauern bietet für jeden Geschmack die richtige Knolle. Selbst bei der „Massenware“ kann Qualität und Geschmack stimmen. Meine Liebe gilt aber den alten Sorten. Nehmen wir das Bamberger Hörnchen. Dieses Hörnchen vom Acker ist klein, fest, länglich, oft mit Ausbuchtungen. Es erfreut durch Geschmeidigkeit und klares, leicht erdhaftes und buttriges Aroma. Ein Bamberger Hörnchen verhält sich zu alltäglichen Kartoffelsorten wie der Grand Cru zum Landwein. Aber auch Sorten wie „Blauer Schwede“, „Mandelkartoffel“ und „Pink Fir Apple“ munden fein. Und unserer „Linda“ wünschen wir ein langes Leben.

Bamberger Hoernchen ©Ingo Wandmacher