Jens Mecklenburg

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Genussvolle Frühlingsrübe

Mairübchen: klein aber oho
6. Mai 2020

Die kleine, rundliche weiße Mairübe ist die feinste Speiserübe. Bekannt ist sie auch als Navette, Speise- und Stoppelrübe. Ihr feiner rettichartiger Geschmack – den sie ihren ätherischen Ölen verdankt – ist der robusten Herbstrübe geschmacklich weit überlegen. Das frostharte Rübchen (Brassica rapa) wurde schon von den alten Griechen und Römern geschätzt. Im Mittelalter war sie in Europa ein beliebtes Grundnahrungsmittel. Mit der Entdeckung der Kartoffel und später neuer Gemüsesorten geriet die Frühjahrsrübe in Vergessenheit. Die Feinschmeckerküche nahm sich ihrer aber in den 80er Jahren wieder an und verhalf ihr zu einem glänzenden Comeback. Besonders in Norddeutschland, Brandenburg und im Rheinland findet die Mairübe wieder viele Anhänger.

Die Aussaat erfolgt in den ersten Frühlingstagen. Geerntet wird sie traditionell, wie schon der Name sagt, ab Anfang Mai bis in den Juni hinein. Danach wird die Rübe zu groß und ist nicht mehr so fein im Geschmack. Im April ist auch schon Folienware auf dem Markt zu bekommen, ab Mitte April gibt’s dann die ersten kleinen, zarten Rübchen vom Acker.

Je jünger, desto zarter

Die Mairübe schmeckt nicht nur vorzüglich, sie ist auch gesund: reich an Kohlehydraten, Mineralstoffen, Vitaminen C, B (1,2,6) und Eiweiß. Ätherische Öle sorgen für eine antibakterielle Wirkung. Wird die Mairübe roh verzehrt, kann die Schale entfernt werden oder sie wird gut geschrubbt. Alles eine Geschmacksfrage. Die Rübe wird mit den Blättern geerntet und angeboten. Mairüben sollten im Durchmesser etwa fünf Zentimeter nicht überschreiten. Am verbliebenen Blattgrün lässt sich die Frische der Rübe gut erkennen. Die Blätter können, wie Spinat zubereitet, gegessen werden. Während im Norden die Wurzel bevorzugt wird, gelten im Rheinland besonders die Blattstiele als Delikatesse und werden als Rübstiel gegessen. 

Mairüben werden überwiegend gegart und als Gemüse serviert, solo oder in einem Gemüseeintopf. Wie gesagt, je jünger, desto zarter. Größere, ältere Rüben schmecken leicht erdig. 

Besonders delikat ist ein Schaumsüppchen aus Mairüben und Kartoffeln.

Auch karamellisiert, als Gemüsebeilage zu Fisch und Fleisch macht sich die Mairübe gut. Wer Rohkost mag, raspelt sie wie Kohlrabi in den Salat. 

Mairübchen ©Ingo Wandmacher


Schaumsüppchen von Mairübchen

Zutaten

  • 750 g Mairübchen
  • 750 g Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • Butter
  • 1 Glas Weißwein
  • ½ l Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Petersilie
  • Etwas geschlagene Sahne


Zubereitung

Geschälte und klein geschnittene Rübchen, Kartoffeln und Zwiebel in Butter andünsten. Mit Weißwein und der Gemüsebrühe auffüllen und weich kochen. Pürieren, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und mit einem Klacks steif geschlagener Sahne und Petersilie servieren.

Tipp

Weiße Rübchen harmonieren auch im Gemüseeintopf mit Möhren, Sellerie und Kartoffeln.

Beim Einkaufen auf Knackigkeit und frisches Grün achten. In ein feuchtes Tuch geschlagen halten sich die Rübchen im Kühlschrank etwa eine Woche.