Johanna Rädecke

Redakteurin

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Lummensprung

Spektakuläres Naturschauspiel
16. Juni 2020

Der Lummenfelsen auf Helgoland ist eines der kleinsten Naturschutzgebiete Deutschlands und auch in diesem Jahr erneut Schauplatz eines spektakulären Naturschauspiels. Die jungen Trottellummen mit ihren kleinen Stummelflügeln stürzen sich beim sogenannten Lummensprung waghalsig vom Felsen und landen sicher im Wasser, wo sie von ihren Eltern erwartet werden.  Noch bis zum 25. Juni veranstaltet die Hochseeinsel dazu zum zweiten Mal die Lummentage mit Führungen, Fachvorträgen und ornithologischen Rundfahrten. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation vom Verein Jordsand, der Vogelwarte Helgoland und dem Helgoland Tourismus-Service. „Die Naturwelt unseres Eilands lädt dazu ein, auf einem Streifzug die verschiedenen Pflanzen und Tierarten zu bestaunen. Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit Naturliebhabern ein ausgewähltes Programm anbieten und die für Deutschland einmalige Brutvogelwelt in Form der in Klippen brütenden Seevögel präsentieren dürfen“, verkündet Tourismusdirektor Lars Johannson. Die Insel ist als einziger Brutplatz der Hochseevögel in Deutschland bekannt und bietet Lebensraum für über 400 nachgewiesene Vogelarten. Unter anderem der Eissturmvogel, der Basstölpel, der Tordalk, die Dreizehenmöwe und die Trottellumme sind in Deutschland nur auf der Insel zu Hause.  

Lummen am Felsen ©Archiv KV/ Helgoland Tourismus-Service

Nachhaltigkeit auf der Insel

Mitten in der Brutzeit am Lummenfelsen bauen die Seevögel ihre Nester und bleiben häufig nicht von der Umweltverschmutzung verschont, denn die Basstölpel verbauen neben natürlichen Materialien auch Plastik. Plastikmüll in der Deutschen Bucht ist eine große Bedrohung für die Tierwelt. Er findet sich in den Seevogelnestern der heimischen Basstölpel wieder und hat nicht nur Auswirkungen auf diese, sondern auch auf benachbarte Trottellummen. Gemeinsam mit dem Alfred-Wegener-Institut, der Christian-Albrecht-Universität in Kiel, dem Verein Jordsand, der Vogelwarte Helgoland und der Gemeinde Helgoland wurde das Projekt „Basstölpel und Meeresmüll“ auf den Weg gebracht. Ziel ist es, die Verursacher des Plastikeintrages in der Nordsee zu identifizieren und den Eintrag von Plastikmüll in die Weltmeere zu reduzieren. Helgoland treibt seit vielen Jahren auch das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus voran. Das aktuelle Projekt „de green steer“ (helgoländisch für: „der grüne Stern“) leistet dabei einen weiteren wichtigen Beitrag. Bereits im Oktober 2019 wurden nach den entsprechenden positiven Beschlussfassungen in den gemeindlichen Gremien in einem Pilotprojekt 40 Betriebsstätten aus Beherbergung, Gastronomie, Einzelhandel und Bildung auf der Insel mit dem „green steer“ ausgezeichnet. „De green steer“ begreift sich als gemeinschaftliches Projekt der Insel, das im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der UN Schritt für Schritt am verantwortungsvollen Umgang mit der Natur arbeitet und gleichzeitig bestehende Herausforderungen für die Insulaner herausstellt. 


Hochseeinsel

Helgoland liegt inmitten der Nordsee, etwa 60 km von der deutschen Küste entfernt. Rund 1.500 Insulaner haben auf Deutschlands einzigartiger Hochseeinsel ein Zuhause gefunden. Gleichzeitig strömen jährlich etwa 350.000 Gäste nach Helgoland – Tendenz steigend. Das zum Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein zugehörige Eiland ist eine Oase der Ruhe und begünstigt durch das milde Hochseeklima, eine außergewöhnlich vielseitige Urlaubs- und Erlebnisinsel sowie Kurort und Heilbad zu allen vier Jahreszeiten.  

Lummen am Felsen ©Archiv KV/ Helgoland Tourismus-Service

 

Weitere Infos unter: www.helgoland.de, www.basstoelpel-und-meeresmuell.de und www.greensteer.de