
Touristen sollen in Kopenhagen künftig dauerhaft für nachhaltiges Reiseverhalten belohnt werden. Beispielsweise, indem sie für eine Anreise mit dem Zug etwa kostenlos Fahrräder in der dänischen Hauptstadt ausleihen können. Oder indem sie gratis parken und vergünstigt aufladen können, falls sie mit einem Elektroauto angereist sind.
Das dahinterstehende Programm CopenPay wird am 22. Juni wieder gestartet und dann als dauerhafte Plattform bestehen, nachdem es in den vergangenen beiden Jahren jeweils auf mehrere Wochen im Sommer begrenzt war.
Das Konzept dahinter: Gäste bekommen durch „positive Aktionen“ – von der Zuganreise bis zum Müllsammeln vor Ort – Belohnungen in Form kostenloser oder ermäßigter Erlebnisse, erklärt die Tourismusorganisation Visit Denmark. In Kopenhagen seien mehr als 100 lokale Partner beteiligt, darunter Hotels und Sehenswürdigkeiten. Mehr als 30.000 Touristen haben demnach schon an Aktionen im Rahmen des CopenPay-Programms teilgenommen.
Mitmachen können Touristen ab 22. Juni wieder über eine App: Man sucht sich dort die Aktivität (etwa das Müllsammeln), macht es und bekommt danach Vergünstigungen.

Touristen werden nicht durch Belohnungen, sondern durch Erlebnisse motiviert
Eine neue Studie zum Gästeverhalten der Analyseagentur Maple liefert eine überraschende Erkenntnis: Touristen werden stärker durch ihre positiven Aktionen motiviert als durch die dadurch erhaltenen Belohnungen. Nur 23 Prozent geben an, durch die Belohnung selbst motiviert zu sein. Demgegenüber sagen fast die Hälfte – 48 Prozent –, ihre Hauptmotivation sei die Möglichkeit, ein einzigartiges, sinnvolles und lehrreiches Erlebnis zu bekommen. Darüber hinaus geben sieben von zehn der Teilnehmenden an, ihre Gewohnheiten zu Hause geändert zu haben. Diese Erkenntnis stellt gängige Vorstellungen über Verhaltensänderungen im Tourismus infrage. Nicht Anreize allein, sondern das Erlebnis selbst motiviert die Besucherinnen und Besucher. Aufgrund dieser Erkenntnisse erweitert CopenPay sein Angebot an Erlebnissen stetig. BesucherInnen können an immer mehr praktischen Aktionen in der ganzen Stadt teilnehmen: „Unser Ziel ist es, positive Erlebnisse in der Stadt zu fördern, die Menschen aktiv aufsuchen, und ihnen Erfahrungen und Erkenntnisse mitzugeben, die sie mit nach Hause nehmen können“, so Rikke Holm Petersen, Leiterin des Bereichs Verhalten bei Wonderful Copenhagen.
Der Verkehr spielt eine zentrale Rolle

Eine Reise beginnt bereits zu Hause, deshalb ist der Verkehr ein wichtiger Bestandteil der Initiative CopenPay. BesucherInnen, die mit dem Zug nach Kopenhagen reisen, werden mit verschiedenen Anreizen belohnt, darunter kostenlose Leihfahrräder und Fahrradkurse. So lässt sich die Stadt einfach und sicher auf zwei Rädern erkunden. „Kopenhagen ist die Fahrradhauptstadt der Welt, und mit CopenPay möchten wir unseren Gästen etwas mitgeben, das sie mit nach Hause nehmen können – und gleichzeitig die Fortbewegung in der Stadt für alle sicherer machen“, so Rikke Holm Petersen. Darüber hinaus profitieren TouristInnen, die mit Elektrofahrzeugen anreisen, von kostenlosem Parken und Ermäßigungen auf das Laden während ihres Aufenthalts.
Auch andere Städte testen das Konzept
Die Idee reicht inzwischen über Kopenhagen hinaus: Andere Städte testen solche und ähnliche Initiativen. In Berlin zum Beispiel läuft noch bis 14. Juni das Pilotprojekt BerlinPay, bei dem Urlauber und Einheimische belohnt werden, wenn sie etwa an Aktionen rund um den Gewässerschutz teilnehmen. In Bremen gab es im Mai ein Projekt namens BremenPay.
Laut Visit Denmark wurde das Kopenhagener Modell im Februar unter dem Namen DestinationPay weltweit kostenlos zur Verfügung gestellt. Mehr als 350 Destinationen seien seitdem in das Modell eingeführt und bei der lokalen Umsetzung unterstützt worden.

Fakten zu Kopenhagen
• 2025 wurde Kopenhagen vom The Economist zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt.
• Laut Happy City Index 2026 ist Kopenhagen die glücklichste Stadt der Welt
• Fahrräder in Kopenhagen: 750.000 (5-mal so viele wie Autos)
• Pendeln: 62 Prozent aller Einwohner nutzen das Fahrrad
• Radinfrastruktur: 382 km Radwege
• Kanäle: Sauber genug zum Schwimmen
• Strom: Mehr als 70 Prozent aus erneuerbaren Energien
Alle Informationen gibt es unter visitcopenhagen.com/copenpay.
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