Jens Mecklenburg

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Der Fürst und das Meer

Fürst Albert II. besuchte GEOMAR in Kiel
10. September 2021

Seit mehr als 100 Jahren sind das Fürstentum Monaco und Kiel auf dem Gebiet der Meeresforschung eng verbunden. So planten Fürst Albert I. von Monaco und der Kieler Meeresforscher Otto Krümmel Anfang des 20. Jahrhunderts internationale Forschungsprojekte im Mittelmeer. Zum Ausdruck der langjährigen Verbundenheit taufte gestern Fürst Albert II. von Monaco am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel ein neues autonomes Unterwasserfahrzeug auf den Namen seines Ururgroßvaters.

Geomar-Direktorin Prof. Dr. Katja Matthes und S.D. Fürst Albert II. von Monaco bei der Taufe des AUV Albert I de Monaco ©Thomas Eisenkrätzer

Fürst Albert I. von Monaco war regelmäßiger und begeisterter Besucher der Kieler Woche und ein Pionier der Meeresforschung. Vor mehr als 100 Jahren begründete er die enge Verbindung zwischen Kiel und dem Fürstentum Monaco: In seinem gerade neu eröffneten Ozeanographischen Museum entwarf er mit dem Kieler Meeresforscher Professor Otto Krümmel sowie italienischen, spanischen und französischen Kollegen eine Strategie für die Erforschung des Mittelmeeres – die Keimzelle für die Wissenschaftliche Kommission des Mittelmeeres (Commission Internationale pour l’ Exploration Scientifique de la Méditerranée, CIESM).

Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel kooperiert schon seit einigen Jahren mit verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen aus dem Fürstentum Monaco. Für sein Engagement zur Erforschung, zum Erhalt und zum Schutz der Meere erhielt Fürst Albert II. von Monaco 2016 beim 41. CIESM-Kongress in Kiel den Deutschen Meerespreis. 2017 besuchte er das gerade fertiggestellte Ocean Science Centre Mindelo des GEOMAR auf den Kapverden, um dort die „Monaco Explorations Campaign“ vorzustellen, welche von Kieler Forscher/innen unterstützt wurde.

Auv Albert I de Monaco ©GEOMAR/ C. Kersten

Das Meer verstehen lernen 

Im Gedenken an die langjährigen Beziehungen zwischen seinem Heimatstaat und der Fördestadt taufte S.D. Fürst Albert II. von Monaco bei seinem gestrigen Besuch am GEOMAR ein neues autonomes Unterwasserfahrzeug (Autonomous Underwater Vehicle, AUV) auf den Namen seines Ururgroßvaters, „AUV Albert Ier de Monaco“. „Im Mittelpunkt der Zeremonie, die uns heute hier vereint, steht das Vertrauen in die Wissenschaft, ihr Fortschrittsversprechen und ihre Fähigkeit, auf das Schicksal der Menschheit und unseres Planeten einzuwirken“, betonte Albert II. „Das Unterwasserfahrzeug verkörpert diesen Gedanken.“

Das „AUV Albert I. de Monaco“ wurde von IQUA Robotics in Spanien gebaut. Es ist gut 1,5 Meter lang und kann bis zu 200 Meter tief tauchen. Zur Ausstattung gehören unterschiedliche Sensoren, unter anderem ein Seitensichtsonar und ein Sauerstoffsensor. So dient das Gerät sowohl für Messungen im Freiwasser als auch für die Kartierung des Meeresbodens – und spiegelt damit das vielfältige Forschungsinteresse seines Namensgebers. „Mit dem neuen Fahrzeug wollen wir insbesondere Forschungsprojekte in Küstennähe unterstützen, aber auch Technologieentwicklung betreiben“, erklärte Marcel Rothenbeck, Leiter des AUV Teams am GEOMAR.

„Es ist uns eine große Ehre, dass wir S.D. Fürst Albert II. als Taufpaten gewinnen konnten“, freute sich Professorin Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR. „Wir möchten die Kooperation mit dem Fürstentum Monaco, die vor mehr als 100 Jahren ihren Anfang nahm, zukünftig weiter stärken. Uns vereint unser Wissen, dass wir Menschen den Ozean in einer nie dagewesenen Weise verändern – mit Konsequenzen für unser eigenes Leben und dass kommender Generationen.“ Der Ozean werde wärmer, saurer und verliere Sauerstoff, so Matthes weiter. „Aber der Ozean hilft uns auch, den Klimawandel zu bekämpfen. Hier setzt die GEOMAR-Forschung an, und hier ergeben sich neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit dem Fürstentum Monaco.“

Ebenfalls zu Gast war der Segelsportler Boris Herrmann https://www.nordische-esskultur.de/boris-herrmann-und-das-vendee-globe-weltrennen/, dessen Rennyacht „Seaexplorer“ während seiner Teilnahme an der Einhand-Regatta Vendée Globe Daten für die Wissenschaft sammelte. Eine Visualisierung der Messungen konnten die Besucher/innen in der „Arena II“, einem Visualisierungslabor der Kieler Meereswissenschaften am GEOMAR verfolgen.

Kiel und Monaco – da geht noch was.