Luftakrobat oder Liebessymbol – Wer wird der Vogel des Jahres 2027?

Abstimmung läuft bis zum 15. Oktober
11. September 2026
© NABU

Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper, Wasseramsel: Diese fünf Vögel schickt der NABU ins Rennen um den Titel „Vogel des Jahres“ 2027. Die Aktion soll auf die Gefährdung der Tiere aufmerksam machen.

Bis zum 15. Oktober um 11 Uhr können alle Interessierten im Internet ihren Favoriten wählen. „Die Kandidaten zeigen, wie vielfältig unsere Vogelwelt ist“, sagt Vogelschutzexperte Martin Rümmler vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) über die Auswahl. „So unterschiedlich sie auch leben, jeder bringt ein wichtiges Naturschutzthema mit, das unsere Aufmerksamkeit braucht.“

Die Kandidaten

Der Kolkrabe: Treu, intelligent, aber unbeliebt

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Der Kolkrabe ist der größte einheimische Rabenvogel und der größte Singvogel.

Schwarz glänzendes Gefieder, dicker Schnabel, die Körpergröße eines Bussards. Der Kolkrabe (Corvus corax) ist der größte Singvogel der Welt. Er gilt als intelligent und sozial und kommt in vielen Märchen und Mythen vor. Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen. Die Tiere sind allerdings durch Abschüsse und Vergiftungen bedroht, denn viele Menschen mögen sie nicht. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden.

Kranich: Der „Vogel des Glücks“ braucht Feuchtgebiete

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Kraniche sind imposante Tiere und größer als Weißstörche.

Jedes Jahr im Februar und März ziehen die Kraniche (Grus grus) aus dem Süden Richtung Norden zu ihren Brutgebieten. Im September und Oktober fliegen sie wieder in ihre Winterquartiere in Südeuropa. In Schweden erhielten sie daher den Beinamen „Vögel des Glücks“, denn mit den Kranichen kehrt der Frühling ins Land zurück – und mit ihnen Sonne, Helligkeit und Wärme. Mit bis zu 116 Zentimetern Körperhöhe, seinem typischen Trompeten und den eleganten Balztänzen ist der Zugvogel besonders beeindruckend. Zur Rast und Brut benötigt er Feuchtgebiete.

Der Mehlschwalbe fehlen Nahrung und Nistplätze

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Mehlschwalben haben einen deutlich gegabelten Schwanz, Kehle und Brust sind weiß.

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) ist laut Roter Liste in ihrem Bestand gefährdet. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen steht den Tieren durch den Insektenschwund weniger Nahrung zur Verfügung, zum anderen fehlen den Gebäudebrütern Nistplätze. Die Halbkugeln aus Lehm, die die Vögel an die Außenseiten von Häusern bauen, werden oft entfernt, etwa im Zuge von Gebäudesanierungen.

Trauerschnäpper ist Opfer der Klimaveränderung

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Trauerschnäpper bevorzugen baumreiche Gebiete und starten aus der Höhe ihre Jagd auf Insekten.

Ebenfalls gefährdet ist der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca). Auch er leidet darunter, dass es immer weniger Insekten gibt, die ihm als Nahrung dienen. Da der Frühling durch den Klimawandel immer früher beginnt, hat der Trauerschnäpper außerdem Probleme, eine geeignete Bruthöhle und Nahrung für seinen Nachwuchs zu finden. Kommt er aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurück, sind viele Baumhöhlen und Nistkästen schon besetzt und die Entwicklung der Insekten teils so weit vorangeschritten, dass sie nicht mehr als Nahrung geeignet sind.

Die Wasseramsel lebt an Bächen und Flüssen

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Perfekt angepasst: Wasseramseln können tauchen und schwimmen.

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) ist der einzige einheimische Singvogel, der tauchen, schwimmen und unter Wasser laufen kann. Ihr dichtes Gefieder ist optimal an diese Lebensweise angepasst. Die Tiere brüten vor allem in Mittel- und Süddeutschland in der Nähe von geröllreichen, schnell fließenden Bächen und Flüssen in Wäldern und im Bergland. Ihre Nester bauen sie in Uferböschungen oder Mauerlöchern.

NABU-Aktion mit langer Tradition

Bereits seit 1971 rücken der NABU und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. (LBV) eine Vogelart in den Fokus. Der erste „Vogel des Jahres“ war der Wanderfalke. Seit 2021 findet die Wahl öffentlich statt. Im letzten Jahr wurde das Rebhuhn zum Vogel des Jahres gekürt.

Am 8. September wurde das virtuelle Wahllokal unter www.vogeldesjahres.de freigeschaltet. Bis zum 15. Oktober, 11 Uhr, kann abgestimmt werden. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Der aktuelle Vogel des Jahres ist das Rebhuhn.

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