
Der Koch und Gastronom Jörg Müller ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Müller starb am vergangenen Wochenende nach längerer, schwerer Krankheit. Der gebürtige Freiburger führte seit 1988 sein eigenes Hotel und Restaurant in Westerland auf Sylt.
Müller wurde am 1. März 1947 in Freiburg im Breisgau geboren und stammte aus einer Gastronomenfamilie. Nach seiner Ausbildung im Hotel Bauer in Müllheim führten ihn berufliche Stationen nach England, in die Schweiz und nach Griechenland. Sein jüngerer Bruder Dieter Müller wurde ebenfalls Koch und führte zeitweise drei Michelin-Sterne im Restaurant Dieter Müller im Schlosshotel Lerbach.
Müller übernimmt 1972 die Küche der Schweizer Stuben
1972 übernahm Jörg Müller die Küche der Schweizer Stuben in Wertheim. Das Restaurant wurde 1977 unter seiner Leitung mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.
Im Jahr 1983 wechselte Müller nach Sylt. Im Restaurant Nösse in Morsum erhielt er erneut zwei Michelin-Sterne. Fünf Jahre später machte er sich mit dem Hotel & Restaurant Jörg Müller in Westerland selbstständig. Das Haus baute er gemeinsam mit seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau Barbara auf.

Jörg Müller verzichtet 2014 künftig auf weitere Auszeichnungen
Im Jahr 2014 gab Müller bekannt, künftig auf Auszeichnungen zu verzichten und sein Restaurant ohne Sterne weiterzuführen. Gastronomie-Autor Jürgen Dollase, der Müller persönlich kannte, erinnert in seinem am 10. August 2026 veröffentlichten Nachruf daran, dass Müller den Pesel und das Gourmetrestaurant zu einem Restaurant zusammengeführt und sich bei den Restaurantführern abgemeldet habe.
Dollase beschreibt Müller als „Vollblutgastgeber“, der trotz seiner Erkrankung so lange wie möglich abends noch seine Runde im Restaurant gemacht habe.
Jürgen Dollase erinnert an Müller als Koch und Gastgeber
In seinem persönlichen Nachruf bezeichnet Dollase Müller als „großen Meister der klassischen und klassisch-fundierten Küche“. Er erinnert auch daran, dass Müller stolz auf das gewesen sei, was er gemeinsam mit seiner Frau Barbara in Westerland aufgebaut habe.
Noch 2025 arbeitete Müller mit Dollase an der Dokumentation seiner Wachtelcrépinette für das Deutsche Archiv der Kulinarik. Im November reiste der bereits schwer erkrankte Koch nach Dresden und bereitete das Gericht dort bei einer Veranstaltung noch einmal selbst zu, lediglich mit etwas Unterstützung seines Küchenchefs.
Dollase schreibt über Müller außerdem, dieser habe sich darüber freuen können, wenn ihm etwas gelungen sei, das bei den Gästen gut angekommen sei und zugleich Geld eingebracht habe. Müller sei auch stolz darauf gewesen, dass das von ihm Aufgebaute in der Familie bleibe und er für die Zukunft gearbeitet habe.
Jörg Müller starb am vergangenen Wochenende im Alter von 79 Jahren.






