
Die Präsentation der Michelin-Sterne 2026 stößt auf deutliche Kritik. Der bekannte Gastronomiekritiker Jürgen Dollase wirft dem Guide Michelin in einem Kommentar vor, die Auszeichnung deutscher Spitzenköche unzureichend präsentiert und den kulinarischen Leistungen zu wenig Raum gegeben zu haben.
Dollase vermisst fachliche Würdigung der ausgezeichneten Spitzenköche
Nach Darstellung des Autors habe die Veranstaltung personell deutlich hinter vergleichbaren Michelin-Präsentationen in anderen Ländern zurückgelegen. Fachkundige Vertreter des Guide Michelin seien kaum sichtbar gewesen. Stattdessen habe ein Moderator durch die Veranstaltung geführt, der nach Dollases Auffassung weder den Anlass noch die Leistungen der ausgezeichneten Köche angemessen vermittelt habe.
Zudem kritisiert Dollase, dass weder die Gerichte noch die Küchenleistungen näher vorgestellt worden seien. Ohne fachliche Einordnung oder aussagekräftige Bilder bleibe für Zuschauer unklar, weshalb die Restaurants ausgezeichnet wurden.

Zu wenig Regional- und Traditionsküche
Seine Kritik richtet sich auch gegen die Ausrichtung des Restaurantführers.
Neben der Inszenierung der Preisverleihung hinterfragt Dollase auch die grundsätzliche Ausrichtung des Guide Michelin. Der Restaurantführer konzentriere sich seiner Ansicht nach zu stark auf eine bestimmte Form der Spitzenküche und berücksichtige regionale sowie traditionelle Küchen zu wenig. Zudem würden Ein-Stern-Restaurants zunehmend wie Teilnehmer eines Nachwuchswettbewerbs präsentiert, während langjährig erfolgreiche Köche seltener berücksichtigt würden.
Abschließend äußert Dollase die Einschätzung, der Guide Michelin verliere an Glaubwürdigkeit. Als Alternative schlägt er erneut eine eigene Auszeichnung für Regional- und Traditionsküche vor.
Hier zum Originaltext auf Eat Drink Think: https://www.eat-drink-think.de/alt-und-zu-modisch-10-anmerkungen-zur-praesentation-des-guide-michelin-2026/
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