Spirituosen aus Eckernförde

Ob Küstennebel, Fischergeist, Leuchtfeuer oder Wattenläuper: An den Spirituosen aus dem Hause Behn kommt man im Norden nicht vorbei. Rüdiger Behn führt die Geschicke des Familienunternehmens gemeinsam mit seinem Bruder Waldemar inzwischen in vierter Generation – und das mit nachhaltigem Erfolg.

Schnaps mit Tradition

Betritt man die Empfangshalle der Firma Waldemar Behn in Eckernförde wird der Gast von der 126-jährigen Geschichte eingefangen. Historische Gemälde zeigen die alte Zeit: Pferdefuhrwerke, Frachtsegler, alte Weinfässer, die gerollt werden. Und natürlich wird der Besucher sofort mit den wichtigsten aktuellen Marken des Unternehmens konfrontiert. Eines ist klar: Nahezu jeder kennt die Getränke des Hauses, viele mögen und schätzen sie. Einige Male auf den Tisch klopfen, Deckel abdrehen, auf die Nase setzen, den Flaschenhals zwischen die Zähne nehmen und mit Freunden anstoßen: Es ist ein Ritual, das über Jahre mit Kleiner Feigling gepflegt und weitergegeben wurde. Das bekannte Augenpaar der Kultmarke blickt einem in der großen Lobby an vielen Stellen entgegen.
 

Faible für Getränke

Seit jeher hatte die Familie ein Faible für Getränke. Es war der Urgroßvater der heutigen Geschäftsführer, der das Unternehmen 1892 gründete. Er nutzte damals den Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal), um die Arbeiter mit Bier zu versorgen. Von der Brauerei seines Vaters ließ er es aus dem heutigen Hamburger Stadtteil Ottensen liefern, verkaufte es in Trinkhallen an die durstigen Bauarbeiter und fand weitere Kunden in den Gaststätten der Region. Bald erweiterte er das Geschäft um Spirituosen und alkoholfreie Getränke. Nach dem Krieg übernahm dann der Vater der heutigen Eigentümer, Harro Behn. Er erkannte das Potenzial von Markenartikeln bei Spirituosen und legte den Grundstein für den Erfolg. Er übergab das Unternehmen Anfang der 80er Jahre an seine Söhne Waldemar und Rüdiger. Heute ist die Firma zweigeteilt: Rüdiger kümmert sich um die Produktion und den Vertrieb der Spirituosenmarken. Waldemar ist für den im Norden marktführenden Getränkefachgroßhandel verantwortlich.

Meistverkaufte Anisspirituose

Fragt man Rüdiger Behn nach einem Meilenstein im Unternehmen, kommt die Antwort prompt: Es war der „Küstennebel“, mittlerweile die meistverkaufte deutsche Anisspirituose. Dazu gibt es eine schöne Legende von einem Mann am Eckernförder Strand: Frühmorgens, besonders im Herbst, wenn das Ostseewasser wärmer ist als die Luft, soll man ihn sehen können, wie er den Küstennebel in zwei Zinkeimern den Strand hochschleppt ... Der damalige Destillateur kam – wohl eher nicht direkt vom Strand – mit einer vollkommen neuen Rezeptur, einem trüben, nach Anis duftenden Getränk zu Harro Behn, der zu der Zeit gerade dabei war, das Unternehmen an seine Söhne Rüdiger und Waldemar zu übergeben. Harro Behn fand die Getränk-Idee gut, doch der Markt war mit den klaren Anis-Likören Pernod und Ouzo bereits in festen Händen. Und auch der Name „Küstennebel“ passte so gar nicht in die damalige, kosmopolitisch dominierte Spirituosenwelt – regional erzeugte Lebensmittel waren noch kein großes Thema. Mit dem richtigen Gespür für die Zeichen der Zeit und einem Quäntchen Glück wurde der Küstennebel bundesweit zu einem spektakulären Erfolg. Chancen zu sehen und sie nutzen, das scheint in den Behn’schen Genen zu liegen. Zum 100-jährigen Jubiläum 1992 gelang dem Unternehmen ein weiterer großer Erfolg: Der „Kleine Feigling“ erblickte die Spirituosenwelt und traf den Zeitgeist.

In Eckernförde blickt man über den Tellerrand, hat ein Gespür für Trends und den kommenden Zeitgeist und ist doch im besten Sinne Konservativ, den Traditionen verbunden. Ziel der beiden Brüder ist es, das Familienunternehmens zu erhalten und in die fünfte Generation weiterzutragen. Damit man auch noch in vielen Jahren sagen kann: So schmeckt der Norden aus der Flasche.

Waldemar Behn GmbH

Kadekerweg 2, 24340 Eckernförde

www.behn.de