Dänemark erfindet Wattwurm-Hotdog

An den Hotdog-Ständen der süddänischen Nordsee wartet ab diesem Frühjahr der Wattwurm-Hotdog auf mutige Wurstesser. Die Wattenmeerregion setzt mit ihrer Idee auf die Experimentierfreude ihrer Gäste und den Trend zum Essen von Insekten. Serviert wird der neue Hotdog mit einer dänischen Wurst (pølse) aus Wattwurmhack. Die Beilagen dazu sind hingegen ganz klassisch: Senf, Ketchup, Remoulade, Gurken und geröstete oder rohe Zwiebeln.

Neue Produkte aus der Region

Die Idee zur ungewöhnlichen Hotdog-Kombination hatte Henrik Lythe Jørgensen, ehemaliger Projektleiter des Tourismusverbands Süddänische Nordsee (Südwestjütland). Zusammen mit seinem Großvater, dem Schlachtermeister Jens Jørgensen, entwickelte er das Rezept zur Wattwurmwurst. Seit Anfang April vertreibt er nun seine Wattwürste an die Hotdog-Wagen in der Region rund um den Nationalpark Wattenmeer. „Unsere Wurst aus Wattwurmhack ist ein gesundes, nachhaltiges und lokal verankertes Produkt – also genau das, was die meisten Urlauber heute in einer Region suchen. Im Vergleich zu einem leicht trockenen Insekten-Burger ist ein Wattwurm-Hotdog zudem extrem saftig.“

Die für die Wurst verwendeten Wattwürmer werden unter Aufsicht des Wattenmeerzentrums in Vester Vedsted nahe der Stadt Ribe im Watt gezüchtet. „Durch die streng kontrollierte Zucht der Wattwürmer in gekennzeichneten Abschnitten im Watt ist sichergestellt, dass die natürliche Population der Würmer und das biologische Gleichgewicht des UNESCO-Welterbes Wattenmeer nicht gestört werden“, erläutert der Direktor des Wattenmeerzentrums Klaus Melbye.

Wattwürmer besitzen eine hohe Nährstoffdichte. Im Vergleich zum klassischen Hotdog enthält ein Wattwurm-Hotdog deutlich mehr Eiweiß und weniger Kalorien (Nährwerte des Wattwurms: 60 % Eiweiß, 12 g Fett und 150 kcal bezogen auf 100 g Trockenmasse). Guten Appetit!

Nachtrag:

April, April! Wir sind einem Aprilscherz aus Dänemark aufgesessen. Die Wattwurmwurst gibt es nicht. Dem Trend der Zukunft auf der Spur, haben wir in letzter Zeit zahlreiche Insekten und Würmer in Speisen getestet. Da kam es auf einen Wurm mehr oder weniger auch nicht mehr an. Wir nehmen es sportlich.