Das dänische Smørrebrød ist international bekannt. Dasselbe wie damals als es „erfunden“ wurde ist es aber heute nicht mehr.

Entstanden ist das Smørrebrød um 1800, als die Hirten und Jäger Nahrung in der Wildnis brauchten - und später, als die dänischen Arbeiter, die in der Fabrik oder im Büro Essen für ihre Mittagspause benötigten. Anders als in Südeuropa war es in Dänemark nie Tradition, dass die Arbeiter in der Mittagspause in ein Restaurant gingen: Zum einen war die Pause zu kurz und zum anderen das Mittagsessen dort für den Arbeiter viel zu teuer. Das Lunchpaket wurde von zu Hause mitgebracht.

Später wurde das Lunchpaket auch für Schüler und bei Reisen mit Bus- und Bahn unerlässlich, ebenso beim Sonntagsausflug der Familie. Damit wurde die flache Version des Smørrebrød weitgehend zum festen Bestandteil des täglichen Lebens der arbeitenden Bevölkerung.

Um 1900 eroberte das dänische Smørrebrød die Partyszene. Das berühmte Restaurant Nimb im Tivoli in Kopenhagen setzte es 1883 auf seine Speisekarte.

Derjenige, der das Smørrebrød in der ganzen Welt bekannt machte, war der Weinhändler und Gastronom, Oskar Davidsen. Seinen Smørrebrød-Aufstrich bot er in 190 Varianten an. In fünfter Generation betreibt Oscar Davidsen ein Lunch Restaurant in Kopenhagen.

Seine Tochter Ida Davidsen übernahm das Geschäft des Vaters und entwickelte das Smørrebrød weiter. Sie benannte einige ihrer Kreationen nach berühmten dänischen Schauspielern.

Stjerneskud (Sternschnuppe). Foto: Ole Udengaard / Vestergade 51

Stjerneskud (Sternschnuppe)
Foto: Ole Udengaard / Vestergade 51

Das dänische Smørrebrød besteht aus einer Scheibe Roggenbrot mit Butter. Ab da sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt: Von verschiedenen Fischsorten, gesalzenem Fleisch, Frikadellen und Roastbeef über Leberpudding, Eiern, Garnelen und Hummer bis zu vegetarischen Gemüsevarianten reicht der köstliche Belag. Die Liste ist fast unendlich. Nur die Phantasie setzt Grenzen. Oft ist das unter der gesamten Kreation liegende Brot nicht mehr zu sehen.

Nachdem das Smørrebrød viele Jahre in einigen Geschäften und Restaurants in Dänemark verbannt wurde, erlebt es gerade eine Renaissance in neuen Geschmacksrichtungen.

Der berühmte dänische Küchenchef Claus Meyer hat das Smørrebrød in New York vorgestellt und viel Anklang bei den Amerikanern gefunden.

Tatar in neuen Kleider

Tatar im neuen Kleid.
Foto: Ole Udengaard / Vestergade 51

In Aarhus, 2017 als Kulturhauptstadt Europas gefeiert, ist Smørrebrød auch in der Gastronomie wieder auf dem Vormarsch.

In dem im Zentrum gelegenen Kähler Speisesalon bekommt man „Himmlischen Hähnchensalat“ mit saftigen Hähnchen, knuspriger Hühnerhaut und eingelegten Buchenblüten.

Wer „Nordsee Wandern“ bestellt, bekommt luftgetrockneten Schinken aus Fanø mit preisgekröntem Heukäse, pochiertem Ei und Queller aus der Marsch.

Drei Stück kosten 200 Dänische Kronen.

Das Restaurant Frederikhøj mit einem der besten Köche Dänemarks, Wassim Hallal, hat einen kleinen Gastro-Bruder namens F-Høj mitten in Aarhus. Hier wird das klassische Smørrebrød mit dem hohen Standard von Wassim Hallal unter anderem mit „Waldhähnchen, Asche und Fenchel“ oder „Blumenkartoffeln“ mit Schinken und Thymian angeboten. Dazu wird das erstaunlich gute und hausgemachte Bier serviert.

Kähler Speisesalon von Innen

Der "Kähler Speisesalon" 
Foto: Kähler Speisesalon

In der Vestergade 51 in Aarhus stehen immer zwischen 20 und 25 verschiedene Smørrebrød Sorten zur Auswahl. Hier wird vom Brot über die Butter und den Belag alles von den findigen Köchen selbst hergestellt. Köstlich ist „Sonne über Vestergade“ auf der Basis von Hering oder „Winterliche Kartoffel“ mit Kartoffelkompott, Kartoffelchips und Lauch. Beliebt ist auch „Jyttes Kalbs- Pastete“ mit gebratenem Schweinefleisch, Roter Beete und Gurkensalat.

Der Preis für ein Stück Smørrebrød liegt dort bei 79 Dänischen Kronen.

2017 kamen mehr als 5 Millionen Touristen in Europas Kulturhauptstadt Aarhus. Vielleicht werden in diesem Jahr die Besucher in die „Stadt des Lächelns“ kommen, um dänisches Smørrebrød in neuen Varianten zu genießen?

Kähler ‚snappas’ – mini-smørrebrød. Foto: Kähler Speisesalon

Kähler ‚snappas’ – mini-smørrebrød
Foto: Kähler Speisesalon

Kähler bei Aarhus Central Food Market
Foto: Kähler Speisesalon


Adressen

Kähler Spisesalon.
M.P.Bruuns Gade 33, 8000 Aarhus C.
Tel.: +45 86 12 20 53
Email: info@spisesalon.dk
Web: http://www.spisesalon.dk

Kähler Madbod
Aarhus Central Food market

Skt. Knuds Torv 7-9. 8000 Aarhus C.
Tel.: +45 31 43 53 38

F-Høj
Grønnegade 2, 8000 Aarhus C.
Email: deli@frederikshoj.com
Web: fhoj.dk

Vestergade 51
Vestergade 51, 8000 Aarhus C.
Tel.: +45 60 25 64 20.
Email: mail@vestergade51.dk
Web: vestergade51.dk/restaurant/