Karpfen frisch aus dem Teich

Der Holsteiner Karpfen und die Teichwirtschaft können auf eine über 800 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Mit der Gründung des Zisterzienserklosters „Reynevelde“ in Reinfeld im Jahre 1196 fand der Speisefisch vor allem als Fastenspeise seinen Platz auf der mittelalterlichen Speisekarte des Nordens. Die findigen Mönche bauten die ersten Anlagen für die Karpfenzucht und legten damit den Grundstein für die Teichwirtschaft in Schleswig-Holstein. Heute bewirtschaften vor allem Familienbetriebe die Teiche. Betriebe wie Fischzucht Knutzen aus Hohenlockstedt, die, wie es sich für Traditionsbetriebe im Norden gehört, mit dem Gütezeichen „Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein“ ausgezeichnet sind (seit 2002). Sie legen auf langsames (gesundes) Wachstum Wert. Mit nur wenig Beifütterung wächst bei ihnen in einem intakten Ökosystem ein besonderer Qualitätskarpfen heran. Die Vermarktung erfolgt direkt an den Verbraucher – frischer geht es nicht. Besonders beliebt ist bei Ursula und Jürgen Knutzen der Holsteiner Karpfen – er gehört zu den Spiegelkarpfen. Der seit dem Mittelalter in der Region verwurzelte Spiegelkarpfen trägt sogar das EU-Logo „Geschützte geographische Angabe (g.g.A.). So kann der Karpfenfan sicher sein, dass der Holsteiner Karpfen auch aus einem schleswig-holsteinischen Gewässer kommt.

Ausflugsziel für Naturliebhaber

Die Fischzucht der Familie Knutzen liegt am Rande des idyllischen Naturparks Aukrug. Die ersten Teiche entstanden schon um 1885 durch Torfabbau und sind mittlerweile bis auf rund 30 Hektar teichwirtschaftliche Nutzfläche erweitert worden. Der insgesamt über 80 Hektar große Traditionsbetrieb ist nicht nur ein guter Ort, um frischen Fisch zu kaufen. Mit seiner großzügigen Teichlandschaft, den Wald-, Wiesen- und Ackerflächen ist er auch ein schönes Ausflugsziel für Naturliebhaber. In den über 30 Teichen der Fischzuchtanlage der Familie Knutzen tummeln sich neben Karpfen u.a. noch Aale, Bachsaiblinge und Forellen. Angeboten wird hier Frischfisch im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Kunde sucht sich den lebenden Fisch aus, der dann geschlachtet und küchenfertig gemacht wird. In den traditionellen Öfen räuchert das Ehepaar den frisch gefangenen Fisch über dem offenen Feuer. Mehrmals pro Woche zieht der Duft von frisch geräucherter Ware über die Anlage.

Wenn die eigene Produktion nicht ausreicht, werden ein- bis zweijährige Besatzkarpfen aus norddeutschen Betrieben zugekauft, die aber anschließend immer mindestens anderthalb Jahre in den Teichen der Familie schwimmen.

Den Karpfen gibt es frisch oder geräuchert, auf Wunsch auch als grätenfreies Filet oder in küchenfertige Portionen geschnitten. Hobbyangler aufgepasst: Hier kann man in einigen Teichen seinen Fisch selbst fangen. Im Hofladen bietet das Ehepaar neben Fisch unter anderem auch den passenden Wein, Kartoffeln, Honig und Fisch-Gewürze an. Auch bekommt man hier Räucherfisch-Platten auf Bestellung. Jetzt zur Hochsaison lieben viele Karpfen-Fans ihren Fisch traditionell „blau“, wie Ursula Knutzen zu berichten weiß. Der in einem Essig-Gemüse-Sud gekochte Karpfen nimmt dabei eine leicht bläuliche Färbung an. Karpfen lässt sich aber auch braten, dünsten, backen, räuchern, asiatisch oder mediterran, im Ganzen oder als Filet zubereiten versichert die versierte Karpfenköchin. Der persönlichen Vorlieben sind also keine Grenzen gesetzt.

Fischzucht Knutzen

Am Fischteich 1, 25551 Hohenlockstedt-Springhoe

Tel.: 04826/850579

www.fischzucht-knutzen.de