Polnischer Bauer wird „WWF-Ostsee-Landwirt 2018“

Die Naturschutzorganisation WWF hat Krzysztof Kowalski aus dem polnischen Nasielsk Ende Oktober zum „Ostsee-Landwirt 2018“ gekürt. Damit ist er der internationale Gewinner des Umweltpreises, den der WWF für Verdienste beim Schutz der Ostsee an Landwirte vergibt. Kowalski setze sich gegen zehn weitere Landwirte aus Ostseeanrainerstaaten durch. Den deutschen Wettbewerb hatte Alfred Stender vom Kroghof im Landkreis Plön für sich entschieden. Der WWF zeichnet seit 2009 Bauern aus, die gegen die Überdüngung des Binnenmeers kämpfen.
 

Gegen Überdüngung

Der Wettbewerb „Ostsee-Landwirt des Jahres“ wählt nationale und einen überregionalen Gewinner aus elf Ländern mit Kontakt zur Ostsee aus. Alle Bauern eint, dass sie auf innovative Maßnahmen gegen Überdüngung setzen. Sie tragen so dazu bei, dass weniger stickstoffhaltige Düngemittel von den Äckern über die Flüsse in die Ostsee gelangen. Durch zu viel Stickstoff in der Ostsee breiten sich sauerstofffreie Zonen, so genannte „Todeszonen“, am Meeresgrund weiter aus.

„Rund 97 Prozent der Ostsee sind zu stark mit Nährstoffen belastet. Deswegen ist es so wichtig, dass Landwirte ihre Stickstoffeinträge in die Natur deutlich senken“, so Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter Naturschutz beim WWF Deutschland.

Preisträger Kowalski düngt sparsam und gezielt. Zudem legt er Wert auf eine abwechslungsreiche Fruchtfolge auf seinen Feldern, die Hülsenfrüchte und Zwischenfrüchte beinhaltet. Hülsenfrüchte sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden. So kann der polnische Landwirt weniger mineralische Stickstoffdünger einsetzen. Zwischenfrüchte nehmen die vorhandenen Nährstoffe auf und vermeiden so den Austrag in Gewässer. Im letzten Jahr pflanzte Kowalski zusätzlich 1080 Bäume zwischen Fluss und Feld. Sie bilden eine natürliche Filterzone für überschüssige Nährstoffe und bieten Raum für Wildtiere.
 

Todeszonen

Durch die dauerhafte Überdüngung der Ostsee werden sauerstofffreie Zonen (Todeszonen) am Meeresgrund immer größer. Zu mehr als 50 Prozent ist hierfür die Landwirtschaft verantwortlich. Über Flüsse in die Ostsee gespülte Düngemittel fördern das Massenwachstum von Algen und Bakterien. Sterben diese ab, werden sie von Sauerstoff zehrenden Bakterien am Meeresgrund zersetzt. Es entstehen sauerstofffreie tote Bodenzonen.

Der Wettbewerb „Ostsee-Landwirt des Jahres“ wurde im Jahr 2009 vom WWF und der Swedbank in Zusammenarbeit mit dem Baltic Farmers Forum for the Environment (BFFE) und Bauernverbänden aus verschiedenen Ländern ins Leben gerufen. Mit der Auslobung des mit 10.000 Euro dotierten Preises will der WWF Bauern dazu anregen, eine aktive Rolle im Kampf gegen die Überdüngung einzunehmen. Bisher wurden circa 50 Höfe rundum die Ostsee für ihre innovativen Methoden ausgezeichnet. Teilnehmende Länder sind Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und Schweden. Dieses Jahr nahmen erstmals auch Landwirte aus Weißrussland und der Ukraine teil. Dabei unterscheiden sich die Bauernhöfe in Form und Größe. Unter den Teilnehmern finden sich sowohl kleine biodynamische Höfe als auch große konventionelle Betriebe.