Von Bismarckbrötchen und Nusskuchen

Jetzt ist es wieder soweit, die Kieler Woche bricht über die Landeshauptstadt herein. Fischbrötchen, Backfisch, Bratwurst und Pommes werden wieder allerorten angeboten. Die kulinarischen Hits sind ja meist lecker und sie sind besonders fett. Zeit über „Fett“ nachzudenken.

Auf der Kieler Woche wird stets nach Herzenlust geschlemmt, wie hier beim Bubble Waffle-Trend

 

Schlemm-Paradies Kieler Woche

Jetzt ist es wieder soweit, die Kieler Woche bricht über die Landeshauptstadt herein. Fischbrötchen, Backfisch, Bratwurst und Pommes werden wieder genauso allerorten angeboten wie Eis, Waffeln und der berühmte Erdbeerkuchen – selbstverständlich mit Sahne. Alles ist oder kann ohne Frage lecker sein.

Wann und wo, wenn nicht zu einem Segelgroßereignis und Volksfest, wo die Stadt außer Rand und Band ist, isst man solche Dinge mit Vergnügen? Die kulinarischen Hits und Klassiker sind ja meist lecker. Und sie sind besonders fett. Ist das ungesund? Oder vielleicht doch nicht? Zeit über „Fett“ nachzudenken.

 

Fett ist nicht gleich Fett

Im Rahmen einer gesunden Ernährungsweise kommen wir um das Thema Fette nicht herum. Lange Zeit ungeliebt und verstoßen aus der gesunden Ernährung (in der Hoffnung auf Gewichtsabnahme und Senkung des Risikos von Herzkreislauferkrankungen) sind sie nun wieder zurück: die Fette, die gesunden und die ungesunden.

Wichtig für die guten Blutfettwerte und somit für die Funktion von Haut, Energiereserve, Stoß- und Zellschutz sowie die Verdauung ist sowohl die an den Energiebedarf angepasste tägliche Fettmenge von 60 bis 80 g als auch die Qualität der verzehrten Fette.

Ungesättigt sollen sie sein, noch mit Appetit (= Reaktionsfreude), zum Beispiel aus Raps- oder Olivenöl, aus Nüssen, fetten Meeresfischen oder auch Getreideprodukten. Die gesättigten (= ohne Appetit) Fettsäuren aus fetten Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukten und auch Palmkernfett und Kokosfett sollten nur einen kleinen Teil der Nahrungsfette stellen. Wir brauchen sie alle, gesättigt und ungesättigt, aber in unterschiedlichen Mengen.

Nicht nur Studierende sollten beherzt zum Studentenfutter greifen, denn Nüsse enthalten wichtige Fette

 

Öl, Fisch und Nusskuchen

Ein Beispiel für eine optimale Verwendung von Fetten über den Tag könnte zum Beispiel so aussehen: zum Frühstück ein Müsli mit fettarmer Milch aus Haferflocken, gemischten Nüssen und einem Schubs Leinöl, als Zwischenmahlzeit etwas Studentenfutter, Mittags ein Salat mit Kürbiskernöl und Avocadoquark, Abends dann eine mit Raps- oder Olivenöl zubereitete warme Mahlzeit zum Beispiel mit Lachs, Gemüse und Kartoffeln. Ach ja, unser geliebtes Vollkornbrot nicht vergessen – und da kann gern, wenn die restliche Ernährungsweise eher pflanzliche Öle enthält, die gute alte Butter aufgeschmiert werden. Übrigens: es gibt da auch ganz leckere Varianten mit Rapsöl angemischt ...

Für die Süßen unter uns: der Nusskuchen aus der Titelzeile war durchaus ernst gemeint – probieren Sie mal einen Rührkuchen mit gemahlenen Wal- und Haselnüssen, statt Butter oder Margarine ein Rapsöl mit Buttergeschmack (für 100 g festes Streichfett rechnet man 80 ml Öl,  meist reicht auch weniger, die restliche Menge lässt sich mit Wasser oder Quark auffüllen). Hier passt auch das Vollkornmehl, zumindest zum Teil gegen helles Mehl ausgetauscht, geschmacklich hervorragend zu den herben Nüssen! Eier – 3 Stück reichen, und natürlich noch ein süßer Geschmack dazu – das sollte den Tag abrunden helfen.

Genießen Sie die moderne Fettauswahl, variieren Sie die „alten“ Rezepturen, schauen Sie bei den Ölen aufs Etikett, dort finden Sie den Hinweis, wie hoch Sie die Öle erhitzen können – und dann steht der fettgesunden Ernährung nichts mehr im Wege. Guten Appetit und eine genussvolle Kieler Woche!