Interessante Trends und Neuheiten

Eigentlich müsste meine März-Kolumne ‚Zwischen Alster, Elbe und Spree aufgegabelt‘ heißen. Ich war auf den interessanten Gastgewerbe- und Tourismus-Messen unterwegs – von der Grünen Woche und der ITB – beide in Berlin – bis zur Internorga in Hamburg. Einige spannende Produkte stelle ich Ihnen kurz vor:

Vitaminspritze durch Safti direkt aus der Zitrusfrucht

Der kleine Entsafter aus Plastik mit Gewinde und einer Verschlusskappe für längere Haltbarkeit der angezapften Zitrusfrüchte ist ein nützlicher Haushaltshelfer. Um einen Spritzer Zitrone oder Orange für ein Rezept zu bekommen, muss nicht mehr die Frucht halbiert werden, sondern man köpft nur den Blütenteil, dreht das Gewinde von Safti vorsichtig in die Frucht, bis der obere Rand mit der Frucht abschließt, und drückt die Frucht rundum etwas. Das Fruchtfleisch der Zitrusfrüchte hat einen sehr hohen Wassergehalt und wird von dünnen Häuten umschlossen. Durch leichtes Drücken steigt der Fruchtsaft in den Safti Behälter und lässt sich nach Bedarf durch die Verschlussklappe gießen und dosieren.

In dem mitgelieferten kleinen Becher (sieht aus wie ein Eierbecher) kann die Frucht mit dem Safti bis zu 8 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden und je nach Bedarf weiteren Saft liefern. Vor über 80 Jahre erfand Erich Matthesius das Patent Safti und verkaufte es an Heinz-Joachim Prawdzik aus Breitenfeld in Schleswig-Holstein. Dieser entwickelte Safti in den 90er Jahren weiter und fügte eine kleine Rundsäge hinzu zum leichteren Einschneiden in die Frucht. Zudem wird Safti heute aus Makrolon hergestellt, ein fruchtsäureunempfindlicher Kunststoff, der lebensmittel- und geschirrspülmaschinentauglich sowie äußerst hitzebeständig ist. Der praktische Vitamin C-Spender ist auch in der Gastronomie einsetzbar. Safti kostet 4,99 Euro und ist in vielen Farben erhältlich unter patent-safti.de oder auf Messen wie der Grünen Woche.

Sleeperoo ist die Hamburger Antwort auf Jochen Schweizer Erlebnisreisen.

Besondere Erlebnisreisen stehen im Fokus der deutschen Urlauber, wie die aktuelle Tourismusanalyse der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen ermittelt hat. Emotional berührt werden, abtauchen in andere Welten stehen dabei ganz oben auf der Wunschliste. Die Hamburgerin Karin Löhnert will das Feld der Erlebnisse nicht mehr nur Jochen Schweizer überlassen. Nach 30 Jahren Branchen-Know How in der Hotellerie und im Tourismus kam ihr die zündende Idee mit dem Sleeperoo Cube. Sie gründete die Sleeperoo GmbH, um ein ganzheitliches Betreiberkonzept von der Lieferung der Hardware über die Bewirtschaftung bis zur professionellen Vermarktung anzubieten. Mit dem ungewöhnlichen Cube werden erstmals 2018 deutschlandweit nachhaltige Pop-up Erlebnisübernachtungen ab 90 Euro angeboten. „Mit dem Cube können die Gäste an coolen Orten, von denen sie immer schon geträumt haben, indoor und outdoor übernachten. In einem Fußballstadion, vor der riesigen Panoramascheibe eines Haifischbeckens, an einem stillen Waldsee oder im Museum“, erklärt die begeisterte Pionierin.

Der Proto-Cube stand in der Nachhaltigkeitshalle der ITB und sorgte für regen Andrang. 15 weitere futuristische slepp Cubes werden gerade gebaut. Entworfen vom Langefreunde Design Studio, bietet das sleeperoo mit seiner natürlichen Form Komfort, Geborgenheit und Erlebnis auf ca. 12 Kubikmetern Raum. Der Cube mit seinem kurvigen Rahmen, wetterfesten Stoffbahnen mit großen Panoramafenstern, Stauraum und Ablageflächen ist durch das Steckbau-Prinzip einfach auf- und abbaubar. Von März bis Ende Mai steht ein Sleeperoo Cube im Schwimmbad FehMare Badewelt auf der Insel Fehmarn. Zur Ausrüstung gehören Schafschurwolldecken, eine Sojaölkernmatratze, LED-Beleuchtung und ein Chillpack mit Snacks, Drinks und Nützlichem für die Übernachtung. Vom Juni bis Ende September steht ein Cube in der Hofanlange des Gebrüder Grimm Haus in Steinau, damit die Übernachtungsgäste - bis zu drei haben im Cube Platz - den Märchen ganz nah sein können. www.sleeperoo.de

Nachhaltigkeit zählt: Isla Berlin gewinnt Gastro-Gründerpreis der Internorga

Der mit 10.000 Euro und 40 Beratungsstunden dotierte Gründerpreis der Messe Internorga zusammen mit dem Leaders Club wurde 2018 an das junge Unternehmen Isla Berlin verliehen. Deren Inhaber Peter Duran und Philipp Reichel setzen auf nachhaltige Kreislauf-Wirtschaft mit Zero Waste und Kochen mit geretteten Lebensmitteln. Beispielsweise wird aus nicht genutzter aufgeschäumter Milch für Kaffeespezialitäten Joghurt und Ricotta hergestellt. Mit ihrem System der vollständigen Verwertung von Lebensmitteln minimieren sie den Wareneinsatz - den größten Kostentreiber in der Gastronomie. Die Jury lobte das zeitgemäße Unternehmenskonzept, das Genuss mit ökologischem Fußabdruck und fairem Handel kombiniert. www.facebook.com/Islacoffeeberlin

Vom Snow-Drop zum New Snow Ice – Revolution auf dem Eis-Markt

Eis ist ein Dickmacher - aber nicht mit dem neuen Raspelprodukt New Snow Ice! Zum innovativen Eis-System gehören die Eismaschine mit speziell entwickeltem Zerkleinerungsverfahren und die Snow Drops. Sie sind als Pulver zum selbstanrühren oder als verarbeitungsfertiges TK-Produkt erhältlich. „2014 hatten wir die Idee zum neuen, natürlichen Eiserlebnis. Wir haben Eis vom Eisblock geschabt, reines Fruchtfleisch hinzugefügt und mit 6-10% Stevia gesüßt. Der so gewonnene Eisschnee schmeckte intensiv und fluffig! Aus der Idee entwickelten wir eine Eismaschine, die aus gefrorenen Snow Drops geraspeltes Schneeeis ohne künstliche Konservierungs-, Farb- oder Geschmacksstoffe macht“, erklärt Sascha Ripken. Der gelernter KFZ-Mechatroniker-Meister ist für den internationalen Vertrieb verantwortlich.

2016 gründete Wolfgang Ripken (58 Jahre), der aus dem Maschinenbau stammt, mit seinen Kindern Julia, Sascha und Roman die New Snow Ice GmbH & Co. KG in Bad Zwischenahn. Ihre neue Eismaschine ‚Snow Star‘ wurde in Zusammenarbeit mit Keil Feinwerktechnik und Theilen Maschinenbau entwickelt und hergestellt. Sie ist leicht zu bedienen, zu säubern und kostet 3.990 Euro. 70 Snow Stars produzieren bereits in Deutschland Eisschnee, 50 auf Mallorca, 20 in der Karibik und Brasilien. Vor allem für kalorienbewusste Konsumenten und für Sportler ist der natürliche Eisschnee der Hit, denn, so Sascha Ripken: „Wir kommen mit 60% weniger Zucker als bei normalem Speiseeis aus. Eine Portion mit 500 ml hat 60 Kalorien, eine normale Kugel Eis liegt bei 180 Kalorien. Unsere elf Fruchtsorten sind vegan, laktosefrei und haben einen Fruchtanteil von bis zu 80 %. Alle 16 Eissorten, davon fünf auf Milchbasis, haben maximal 1,8% Fett und weniger als 80 kcal pro Portion.“ Aus einem Snow-Drops mit 95 ml erhalten wir dank des Zerkleinerungsverfahrens 400 ml luftigen Eisschnee, der erst nach 8 Minuten bei einer Umgebungstemperatur von 25 C° schmilzt. Die 30 Kilo leichte Snow Star hat einen Energiebedarf von 240 W und eignet sich auch in mobilen Verkaufsstellen. www.newsnowice.com

Renaissance des Korns als hochwertiger Digestif

Ausgesuchten ‚Nju Korn‘ nach feinster Brauart hergestellt bietet die Münsterländer Feinbrennerei Sasse in Schöppingen. Geschäftsführer Rüdiger Sasse widmet sich dem Korn wie bei der Herstellung von Whisky oder Cognac. Die in Amerikanischen Holzfässern ausgebauten Brände schmecken und riechen rauchig, nach Honig, weißer Schokolade oder Haselnuss. „Wir waren die erste Destillerie, die den Korn durch ausgesuchte Rohstoffe, Destillation von Hand und einen langsamen Ausbau von Grund auf revolutioniert haben. Dieser perfekt aufeinander abgestimmte Dreiklang macht unseren Lagerkorn® zu einem besonderen Digestif“, so Rüdiger Sasse und fügt an: „Korn ist im Kommen und wird immer mehr in hochwertigen Cocktails verwendet.“ 30 Prozent bestimmt der Brenner, doch 70 Prozent des Geschmacks gehen auf den Ausbau in Holzfässern zurück. www.sasse-shop.de

Handcraft Gin von Spitzmund aus Schleswig-Holstein

Wie der Bier-Markt ist auch der Gin-Markt in Aufbruch-Stimmung. Überall entstehen Handcraft Destillen mit interessanten Produkten. Aus Kiel stellt sich Andreas Werner, Inahber von Spitzmund, mit drei Gins der Konkurrenz. Der New Western dry präsentiert sich ausgewogen mit Wacholder, Pflaume, Koriander und weiteren Botanicals. Der limitierte Sherry Cask Reserve hat es sich in einem Sherry-Oloroso-Fass gut gehen lassen und dabei weiche, zarte aber auch gehaltvolle Aromen von Vanille, Nuss, Holz und Traube entwickelt. Der Dritte im Gin-Trio erhält seinen rosé Glanz durch 100% frische und reife Erdbeeren von einem ökologischen Hof aus Schleswig-Holstein. Mit Tonic aufgefüllt und einer Zimtstange dekoriert wird der Rosé Gin zum Must have des Sommers! Den Namen Spitzmund hat sich Andreas Werner abgeschaut: „Der Mund spitzt sich zu in Erwartung flüssigen Genusses. Die Geschmacksknospen erwachen und Sie spüren, wie gut doch ein hochwertiges Produkt sein kann. Eine Wohltat für Leib und Seele! Aus diesem Grund haben wir uns Spitzmund genannt und uns zu fünf elementaren Eigenschaften verpflichtet: anspruchsvoll, handcrafted, harmonisch, pur und immer authentisch.“ www.spitzmund.com

Must to go auf der InternorGa in Hamburg war die Newcomers Area in Halle B4 OG

Hier trifft man auf innovative Menschen und Produkte mit coolen Startups. Ich habe einige Highlights für Sie rausgepickt.

ICE - °Chiller aus Bremen für kühle Gläser

Das 2015 von Steve Hergert gegründete Bremer Unternehmen ICE-°Chiller Deutschland GmbH landet mit seinem Glasfroster eine Innovation mit Showcharakter. In 2-4 Sekunden wird mit CO² Gas, Nebel und Beleuchtung vor dem Gast jedes Glas hygienisch und keimfrei vereist. Exzellente Weine, Cocktails oder Longdrinks werden künftig nicht mehr durch Eiswürfel verwässert, sondern in einem -38 Grad vereistem Glas serviert. Weder an den Lippen noch an der Hand entstehen beim Nutzer durch das vereiste Glas Verletzungen. „Die Idee kam mir, als wir im Sommer in einem hochpreisigen Restaurant saßen und Drinks bestellten. Der Ober kam mit Gläsern direkt aus der Spülmaschine, Eiswürfel sollten diesen Eindruck abschwächen. Aus unserem Frust entstand die Idee zum Ice-°Chiller mit geschmacklichen, optischen und wirtschaftlichem Nutzen“, so Steve Hergert. Nach sechsmonatiger Erprobungsphase wird der Ice-°Chiller in einer sozialen Fertigungsstätte in Bremen nach ISO 9001 – Norm produziert - ob als Totenkopf mit leuchtenden Augen für den Endverbraucher oder in eine stylische Bar integriert. ice-chiller-shop.de

Flüssiger Lifestyle mit Seedlipe Drink als alkoholfreie Spirituose

Die Lifestyle Drinks GmbH bringt mit Seedlip die erste alkoholfreie Spirituose auf den deutschen Markt. Die herbe Version Seedlip, Garden 108 mit grünen Erbsen, aromatischem Heu, Minze, Rosmarin und Thymian verhilft Longdrinks und Cocktails ohne Alkohol zu ganz neuen und geschmacksintensiven Genussererlebnissen. Eine aromatische Alternative statt Wasser für Autofahrer. „Wir haben uns für dieses innovative Produkt die Rechte gesichert“, erzählt Mitgründer Michael Brandt. Das Hamburger Unternehmen ist seit über 25 Jahren weltweit im Food & Beverage Business tätig und entwickelt, produziert, importiert, exportiert und distribuiert Functional-, Lifestyle- und Premium-Drinks. lifestyle-drinks.online

Aus Papa-Türk wurde Kussbrause – für frischen Atem

Nach orientalischem Vorbild, wo nach einem knoblauchhaltigen Essen Petersilie zur Neutralisierung gekaut wird, haben die jungen Bremer Jan Plewinski, Roman Will und der Lebensmitteltechniker Jonas Deitmer 2016 mit Papa Türk ihre erste ‚Kuss-Brause‘ entwickelt. 2016 waren sie mit dem Softgetränk auch in der VOX-Sendung ‚Die Höhle des Löwen‘. Zur Internorga 2018 wurde das Softgetränk in ‚Kussbrause‘ umgetauft mit neuem Label. Das auf Grüntee-Citrus-Basis mit dem Pflanzenfarbstoff Chlorophyll aus Luzernen gewonnene Getränk neutralisiert Essensgerüche in der Mundhöhle, ist erfrischend, kalorien- und zuckerarm.

Brühe to go und Rindersnack Beef Jerky

Seine viermonatige Reise durch Nord-Kanada hat Phillip Klein auf die Idee gebracht, den Trend ‚Brühe to go‘ und Beef Jerky mit über den großen Teich nach Deutschland zu adaptieren. Nach seiner Rückkehr, war das Verlangen nach diesem herzhaften, eiweißreichen Snack, der unkompliziert überall verfügbar sein kann, geblieben. Der 29-Jährige begann 2013 in seiner südhessischen Heimat Odenwald Rezepte zu entwickeln, die er von einem Metzger umsetzen ließ: Regionales Rindfleisch, natürliche Gewürze, keinerlei Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker, keinen Zuckerzusatz und der rekordverdächtige Eiweißgehalt von 71,1%. Was als Hobby neben dem Job begann wurde 2017 mit seinem Freund aus Kindertagen Julius Michel (30 Jahre) professionalisiert. Sie gründeten die Grizzly Snacks UG – doch getrocknet wird ausschließlich Rindfleisch. „Mit Beef Jerky modernisieren wir das wohl älteste Snackfood der Menschheitsgeschichte: Trockenfleisch. Dünne Streifen aus bestem, deutschen Weiderindfleisch marinieren und würzen wir mit natürlichen Zutaten und trocknen sie dann langsam in einem speziellen Trocknungsverfahren. Aus 350 g frischem Weiderindfleisch wird so 100 g Beef Jerky“, erklärt Julius Michel. Der leichte, fettarme, eiweiß- und proteinreiche Snack eignet sich auch für Diäten und Sportler.

Neu im Portfolio sind drei köstliche Brühen: Rinder-, Hühner und Pilz-Kraftbrühe. Sie schmecken unglaublich intensiv und bringen Energie. Mit den gesunden Kraftbrühen von Grizzly Snacks soll das Brühe to go Geschäft in Deutschland angekurbelt werden. www.grizzlysnacks.de

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