Essen für Verliebte

Sie haben sich verliebt und wollen ihrer neuen Flamme imponieren? Kein Problem. Wie wäre es mit einem Liebesmahl? Nicht nur bei meiner Großmutter und bei Goethe ging die Liebe durch den Magen.

Leckerbissen, gemeinsam genossen oder als Geschenk für die geliebte Frau gehörten zur (erfolgreichen) Strategie des Dichterfürsten Goethe. Für Heinrich Heine waren die elementaren Dinge des Lebens: „Liebe, Wahrheit, Freyheit und Krebssuppe". Oder denken wir an den erfolgreichen Verführer, Libertin und Genussmenschen Giacomo Casanova. Wohin ihn sein unstetes Leben auch führte, überall genoss er die Freuden der Liebe und der Tafel. Schlemmen und körperliche Lust waren bei ihm eng verknüpft: Die Sinnesfreuden beim Essen bereiteten die sexuelle Lust gleichsam vor. Casanovas Memoiren bieten vielerlei Anleitungen dazu: „Wir schlürften sie (die Austern) abwechselnd einander aus dem Mund, nachdem wir sie auf die Zunge gelegt hatten." In der Weltliteratur wimmelt es nur so von „appetitlichen" Frauen, die von Männern „vernascht" werden. In Zeiten der Gleichberechtigung geht es aber auch anders herum. In Salman Rushdies „Satanischen Versen" lesen wir: „Sie liebte wie eine Kannibalin, und er war ihr Schweinsfilet." Fest steht: Ein Liebesmahl kann Lust erzeugen, indem es alle sinnlichen Empfindungen verstärkt. Der Mensch ist im Gegensatz zur Kreatur fähig zu genießen. „So taumle ich von Begierde zu Genuss, und im Genuss verschmachte ich nach Begierde", bemerkte schon Goethe. Ein kleines, sinnlich komponiertes Schlemmermenü eignet sich bestens als amouröser Appetizer. Sie werden sehen: Ein köstliches Essen steigert nicht nur die Lust bei Tische, sondern beflügelt auch die Fantasie. Nicht zufällig hat „Vernaschen" einen doppelten Wortsinn.

Grundregeln fürs Liebesmahl

Damit das Essen den gewünschten Erfolg hat, der oder die Angebetete weich gekocht wird, sind einige Grundregeln zu beachten:

  • Kochen Sie etwas Frisches, Leichtes, Aromareiches mit vielen Kräutern.
  • Scharfe Gewürze wie Curry, Ingwer oder Pfeffer sind als Aphrodisiaka bekannt. Aber Vorsicht beim Knoblauch. Die bittersüße Fahne treibt auch den oder die heißblütigste/n Verehrer/in in die Flucht.
  • Frische Salate und Gemüse machen nicht nur in der Liebe fit. Vorsicht bei Hülsenfrüchten: Bohnen & Co. können böse Folgen haben.
  • Meerestiere wie Austern, Garnelen und Krebse schmecken anregend, leicht und frisch und können den Abend so richtig in Fahrt bringen. Zu viel ist aber auch nicht gut: Ein Eiweißschock endet nicht im eigenen, sondern im Krankenhaus-Bett.
  • Kredenzen Sie einen leichten, nicht zu schweren Wein. Vorsicht vor zu viel Alkohol, die Libido geht in den Keller.
  • Sorgen Sie für ein anregendes Ambiente: Kerzen, dezente Musik, schönes Geschirr.
  • Zeigen Sie unbedingt Tischmanieren: Schlingen, Mampfen, Spachteln wirken auf die meisten Mitmenschen abstoßend.

Ansonsten: entspannt bleiben, genießen und sich der Stimmung hingeben.