Wie man einen Kater bekämpft

Der Norddeutsche feiert ordentlich Sylvester. Das ist okay. Aber beim Fasching hört der Spaß auf. Die erzwungene Fröhlichkeit in albernen Kostümen ist uns Meeresbewohnern völlig wesensfremd. Ausnahmen wie Kinderfasching und der exotische Rosenmontagumzug in Marne (Dithmarschen!) bestätigen hier nur die Regel. Aber auch ohne Karneval fallen wir nicht in eine Winterdepression, finden wir doch gerade in der dunklen Jahreszeit immer ausreichend Gründe zu feiern, die Stimmung durch Zufuhr von Alkohol aufzuhellen. „An einem Rausch ist das Schönste der Augenblick, in dem er anfängt“, meinte Kurt Tucholsky. Wer denkt in diesem Moment schon an die qualvollen Neben- und Nachwirkungen, an das gnädige Dunkel der Erinnerung, den Filmriss, die (bange) Frage, ob man der dunkelhaarigen Unbekannten näher gekommen ist, an den schweren Kopf und die Beine aus Gummi und dieses unbestimmte melancholische Gefühl. Jetzt helfen nur noch schwere Geschütze gegen den schwarzen Kater. Stimmungsdrinks die wieder munter machen.

Kater-ABC

Etwas Warmes braucht der Mensch, besonders am Tag danach, wenn man sich ausgebrannt fühlt. Zuerst einen Espresso oder Tee, dann den Katerkiller und später noch eine Hühnerbrühe. Vor allem Leber und Nieren (unsere Entgiftungsorgane) bedürfen der Pflege. Wärme von innen und außen regt die Durchblutung dieser lebenswichtigen Organe an. Hier hilft der Katerkiller, er macht von innen richtig heiß. Zur Not legen Sie noch eine Wärmflasche auf Ihre strapazierte Leber. Der Brand ist nun gelöscht, der Geist arbeitet wieder willig aber das schlechte Gewissen meldet sich: „Muss ich mir um meine Gesundheit sorgen machen?“ Nein! Nun ist ein alkoholbedingter Rauschzustand kein erstrebenswertes Ziel, wer verliert schon gerne die Kontrolle über sein eigenes Tun und Handeln und ein zu viel an Alkohol ist bekanntermaßen auf Dauer schädlich. Doch entgegen vieler anderslautender Meldungen: Alkohol ist nicht ungesund, Alkohol kann sogar die Lebenserwartung erhöhen! Nach langem erbittertem Kampf gegen den Gesundheitsfeind Nr. 2 (nach Rauchen), den Teufel Alkohol, mussten Ärzte widerwillig zugeben, dass Alkohol durchaus der Gesundheit förderlich sein kann. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, natürlich in Maßen, - was ist in Unmaßen zu sich genommen schon gesund? - durchschnittlich gesünder sind und länger leben als Abstinenzler. Eine Langzeitstudie ergab, dass Männer, die täglich 20-40 Gramm Alkohol zu sich nehmen, also eine halbe Flasche Wein oder eine Maß Bier trinken, die höchste Lebenserwartung haben. Nun soll Alkoholismus hier nicht bagatellisiert werden. Was dem einen nützt, kann dem nächsten bereits schaden. Aber wenn Sie schon immer gern ein Gläschen getrunken haben, und es Ihnen bekommt, dann dürfen Sie sich jetzt mit ruhigen Gewissen noch eines einschenken. Prost!

Stimmungsdrinks der Muntermacherklasse

Katerkiller (für 1 Person)

12 cl frisch gepresster Paprikasaft, aus einer reifen roten Paprika, 5 Basilikumblätter, 1 cl frisch gepresster Zitronensaft, 6 cl Tomatensaft, 1 Stück geschälte Salatgurke (4 cm), 2 Tropfen Tabasco, etwas Meersalz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle. Alle Zutaten im Mixer gut vermischen.

Man kann ihn auch als Muntermacher am Abend zuvor mit zwei Eiswürfeln in einem vorgekühlten Glas gießen. Die ätherischen Öle des Basilikums helfen besonders bei Erschöpfung, Anspannung und Depression.

Alternativ empfehle ich einen Katerkiller-Cocktail aus 8 cl Tomatensaft, 12 cl kalte Rinderbouillon, 2 cl Selleriesaft, 1 Spritzer Tabasco und schwarzen Pfeffer aus der Mühle. Sie werden sehen: wirkt Wunder!
 

Lesetipp: Der Schnapsteufel in Ostfriesland:

www.nordische-esskultur.de/Buecher/Buchbesprechung-Der-Schnapsteufel