An Neptuns Tafel

Wer in Kiel lebt, Besuchern den Flair der Stadt sinnlich erfahrbar machen möchte, schippert mit ihnen mit der Fähre vom Ende der Förde zu seinem Anfang nach Laboe, einem ehemaligen Fischerdorf. An Bord zitiere ich dann gerne Johann Wolfgang von Goethe: „Ach wüsstest du, wie’s Fischlein ist / So wohlig auf dem Grund, / Du stiegst herunter, wie du bist, / Und würdest erst gesund ...“. Die Gäste erwarten am Ende der Seefahrt natürlich frischen Fisch. Zu Recht, ist Fisch doch ein Symbol für Fruchtbarkeit, Reinheit, Glück und Labsal der Liebenden. Runter von Bord, geht’s gleich zum Hafenplatz, zur Fischküche von Agron und Swantje Salihu. Ein echtes Fischrestaurant. So schmeckt Kiel und die Ostsee: nach Butt, Dorsch, Hering, Lachs und Scholle.

Die Selbstbedienung hier ist ein echtes Erlebnis: Man schnackt mit der Empfangschefin, bestellt an der Bar, bekommt einen Signalgeber in die Hand, wartet dessen Zeichen ab (hat meiner gepiept oder war es der vom Nachbarn?) und holt sein Wunschgericht von dort ab, wo es erschaffen wurde. In der Küche wirbeln auf engstem Raum aber gut einsehbar drei Köche, die sich mit Edelmut und Entschlossenheit ihrer Verantwortung stellen: à la minute den besten Fisch weit und breit zuzubereiten. Bei den Beilagen muss man die üblichen Kompromisse des Massengeschäfts eingehen. Auf der Terrasse genießt man den Blick auf den Fischereihafen, den Fähranleger und das Treiben auf der Kieler Förde. Da der moderne Mensch ja gerne im Gehen oder Stehen isst, bekommt man hier auch ein gutes Fischbrötchen auf die Hand. Schon Goethe wusste: „Alles ist aus dem Wasser entsprungen! Alles wird durch das Wasser erhalten! Ozean, gönn uns dein ewiges Walten.“

Fischküche Laboe
Hafenplatz 1
Laboe

Tel. 04343/429799
www.fischkueche-laboe.de

Offen:
In der Hauptsaison tägl. ab 11.30 Uhr