Der März in Niedersachsen

Frühlingserwachen. Im schönen Niedersachsen heißt dies: Freilichtmuseen eröffnen wieder, Geschichte und die Natur wird wieder erlebbar, ohne Handschuhe tragen zu müssen. In Niedersachsen bedeutet dies aber auch: Karneval! Nordische Esskultur stellt die interessantesten Veranstaltungen im März zusammen.

Nachdenken über eine nervöse Gesellschaft: Erstes Salonwochenende auf der Nordseeinsel Juist

Vom 01. bis 03. März findet auf Juist das erste „Salonwochenende“ statt, das sich aktuellen Fragen der gegenwärtigen Gesellschaft widmet. In vier Veranstaltungen
sprechen Experten und Teilnehmende in einer Mischung aus Vorträgen, Diskussionen und Gruppenarbeit über den Zustand unserer Gesellschaft.

Viele Menschen haben den Eindruck, in einer unsicheren Zeit zu leben. Diese Unsicherheit bezieht sich einerseits auf eine unklare globale Situation – man denke an den Brexit, die Handelskrieg-Drohungen des US-Präsidenten oder den internationalen Terrorismus.

Andererseits beschäftigt Deutschland wichtige Fragen, wie die Digitalisierung der Arbeitswelt, die rechtspopulistischen Bewegungen, der Abstand zwischen arm und reich, Heimat und Identität – die Liste ließe sich verlängern.

Egal, über welche Frage man spricht, irgendwann kommt Kritik daran zur Sprache, wie „die Medien“ mit den Themen umgehen. Das weist auf ein kommunikatives Problem hin: Trotz stets verfügbarer Informationen fehlt die Orientierung. BürgerInnen haben Schwierigkeiten, vertrauenswürdige Informationen zu bekommen, auf deren Grundlage sie sich ein eigenes Urteil bilden können. Insofern stellt sich auch die Frage, wie Medien funktionieren und wie wir mit ihnen umgehen.

 

Alle Workshops, Diskussionen und Vorträge rund um das Thema sind kostenfrei und finden im Haus des Kurgastes statt. Sie werden von den Initiatoren moderiert. Jede Veranstaltung kann auch einzeln besucht werden. Maximale Teilnehmerzahl sind 30 Personen. Die Teilnahme ist nur mir vorheriger Anmeldung per Email möglich: salonanmeldung@gmx.de

 

Weitere Informationen zum ersten Salonwochende auf Juist unter: https://www.juist.de/suchenbuchen/
veranstaltungen/diskussionswochenende/

Braunschweiger Karneval

Ab dem 3. März wird es wieder bunt in der Löwenstadt: Der größte Karnevalsumzug Norddeutschlands schlängelt sich mit über sechseinhalb Kilometern Länge durch die Innenstadt. Damit ist er nach Köln, Düsseldorf und Mainz der viertgrößte in Deutschland. „Lachen, Tanzen überall, so feiert Brunswiek Karneval“ lautet das Motto des 41. Schoduvels zu dem sich rund 250.000 Menschen aus ganz Deutschland zusammenfinden und ausgelassen feiern. Für Unterhaltung und Spaß sorgen rund 5000 aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Spielmanns- und Musikzügen und circa 130 Motivwägen.

Am 30. und 31. März finden zudem erstmals in Braunschweig die Deutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport in der Volkswagen Halle Braunschweig statt. Dort werden rund 2500 Tanzlustige in den Sparten Mariechentanz, Paartanz sowie Garde- und Schautanz in drei unterschiedlichen Altersgruppen um die Meisterehre kämpfen.

 

Küste statt Kamelle: Kontrastprogramm für Ruhesuchende an der niedersächsischen Nordsee

Küste statt Kamelle, „Moin“ statt „Helau“ und „Alaaf“: an der niedersächsischen Nordsee finden ruhesuchende Karnevalsflüchtlinge ihr Kontrastprogramm zum heimischen Trubel. Entlang der Küste können Urlauber die scheinbar unendliche Weite der naturbelassenen Landschaft erleben und mal wieder richtig durchatmen. In der Karnevalszeit werden an einigen Orten auch besondere Veranstaltungen angeboten, um zum Beispiel das Weltnaturerbe Wattenmeer oder traditionelle Bräuche aus der Region kennenzulernen.

Schon seit einigen Jahren bietet Norden-Norddeich ein umfangreiches Programm mit 25 verschiedenen Veranstaltungen für Karnevalsmuffel an. Highlights der Karnevalsauszeit vom 1. bis 4. März sind das Krabbenpulen, die Besichtigung eines Seenotrettungsbootes mit Teilnahme an einer Seenotrettungsübung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Westhafen von Norddeich und eine Reihe von musikalischen und kulturellen Veranstaltungen wie zum Beispiel eine Lesung von plattdeutschen Geschichten und Filmvorführungen über Hildegard Peters, die Grande Dame der ostfriesischen Kunst. Statt Kamelle fliegt die Kugel: Jugendboßelmeister Henning Meyer bringt den Gästen traditionelle Sportarten wie „Boßeln, Klootschießen und Struukbessen schmieten“ näher. Eine genaue zeitliche Abfolge aller Veranstaltungen finden Sie unter www.norddeich.de/karneval.

In Esens-Bensersiel können Urlauber ebenfalls ihr Können beim Gäste-Boßeln und Struukbessen schmieten unter Beweis stellen und anschließend eine traditionelle Teezeremonie erleben. Außerdem bietet der zertifizierte Nationalparkführer David Katzera vom Wattenhuus Bensersiel an drei Nachmittagen eine Wattwanderung an. Wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, kann am bei einem geführten Spaziergang einiges über Deiche, Siele, Watt und Meer erfahren. Für einen spannenden Abend sorgt die Krimilesung mit dem bekannten Autor Rolf Ulicza am 3. März. Für die kleinen Gäste gibt es an mehreren Tagen ein Mal- und Bastelangebot und die beliebte Kinder-Disco. Für die Erwachsenen sorgt die Shanty-Crew Bensersiel am Rosenmontag für die passende musikalische Untermalung zum Schunkeln.

„Wir sind gut gerüstet für die Karnevalsflüchtlinge aus den verschiedenen Teilen Deutschlands. Es wird für Groß und Klein einiges geboten, aber auch wer einfach nur Ruhe haben und Entschleunigung finden möchte, kommt an der niedersächsischen Nordseeküste auf seine Kosten. Alle Angebote sind unter www.die nordsee.de/veranstaltungen zu finden.“, erklärt Carolin Wulke, Geschäftsführerin Die Nordsee GmbH.

50. Harzburger Musiktage

Die Harzburger Musiktage - Internationale Festspiele, die von der Gesellschaft zur Förderung der Harzburger Musiktage jährlich organisiert werden, feiern 2019 ein großes Jubiläum. Als Niedersachsens drittältestes Klassikfestival sollen die 50. Harzburger Musiktage durch ein exklusives Programm hervortreten und mit hochkarätigen Solisten, Ensembles und Chören ein attraktives Jubiläum gestalten. Dieser Geburtstag wird nicht nur mit der üblichen traditionellen Festivalwoche gefeiert, die zweiteilige „Ouverture“ zu Beginn des Jahres 2019 sowie ein Jubiläumsfinale in Venedig im November sollen die eigentlichen Harzburger Musiktage im Frühsommer umrahmen.

Weitere Informationen finden Interessierte unter:
www.harzburger-musiktage.de

Sonderausstellung „Krabbelnde Komplizen – Insekten in der Landwirtschaft“

Ob im heimischen Garten, im Wald oder in der Landwirtschaft – Insekten sind überall zuhause. Welchen Nutzen erfüllen sie und welchen Schaden richten sie an? Antworten darauf erhalten Besucher der neuen Sonderausstellung „Krabbelnde Komplizen – Insekten in der Landwirtschaft“ ab 23. März im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Es geht auch die Zukunft dieser Kleinsttiere: Werden es wirklich weniger? Interessierte erfahren, wie das Leben der Insekten und die landwirtschaftliche Nutzung miteinander vereinbar sind. Das Museum ist Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr und am Wochenende sowie feiertags von 10-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 9 Euro, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei.

Insekten gehören zu den ältesten und artenreichsten Tieren der Erde. Die Sonderausstellung lädt ihre Besucher ein, die Welt der heimischen Insekten besser kennenzulernen. Auch für die Land- und Forstwirtschaft sind sie sehr wichtig. In einem Einkaufswagen erkennen Besucher, welche Lebensmittel, etwa Tomaten oder Marmelade, nur durch die Bestäubung von Wespen, Bienen, Schmetterlingen oder Käfern existieren. Ein Bienenkalender erklärt den Interessierten, wann die fleißigen Immen ausfliegen, ihren Honig herstellen oder ihre Brut pflegen. Auf der anderen Seite richten Insekten auf dem Feld und im Wald auch Schaden an. Die Ausstellung zeigt landwirtschaftliche Geräte gegen die Nachteile durch Insekten, wie eine historische Obstspritze.

Die Besucher erfahren an Hörstationen, wie sich ihre Population verändert und welche Maßnahmen es für den Schutz ihres Ökosystems gibt. Im Landwirtschaftlichen Entdeckergarten hat das Freilichtmuseum selbst eine Blühwiese, einen Streuobstbereich und natürliche Nisthilfen aus Holz, Lehm und Stein angelegt. Auch im Garten des Fischerhauses wachsen insektenfreundlichen Pflanzen. Hier schauen die Besucher von der Bank aus dem „Bienenkino“ zu. Interessierte erhalten Tipps für den eigenen Garten oder Balkon.

Darüber hinaus sind Insekten eine proteinreiche Nahrungsquelle für Menschen, wie etwa die Europäische Wanderheuschrecke. In der Region um Hamburg gibt es bereits mehrere Anbieter von Insektenkost. Interessierte können im Café Koffietied am Kiekeberg einen solchen Imbiss erwerben.

 

Stiftung Freilichtmuseum am Kiekeberg

Am Kiekeberg 1, 21224 Rosengarten-Ehestorf

Telefon: (0 40) 79 01 76-12/-32

www.kiekeberg-museum.de