Hans Christian Andersen Festival auf der Insel Fyn

„Mein Leben ist ein hübsches Märchen, so reich und glücklich“, schrieb Hans Christian Andersen in seiner Autobiografie. Der arme Sohn eines Schuhmachers zieht in die Welt hinaus und wird zum gefeierten Schriftsteller. Genug Grund für ein Festival in seinem Geburtsort Odense mit märchenhaften Veranstaltungen.

„Mein Leben ist ein hübsches Märchen, so reich und glücklich“, schrieb Hans Christian Andersen in seiner Autobiografie, die er passenderweise „Das Märchen meines Lebens“ nannte. Und tatsächlich trägt der soziale Aufstieg des dänischen Schriftstellers märchenhafte Züge: Der arme Sohn eines Schuhmachers aus der dänischen Provinz zieht in die Welt hinaus und wird zum gefeierten Auroren.

 

Abenteuerspielplatz

Vom 18. – 25. August 2019 verwandelt eine der größten Kulturveranstaltungen Dänemarks die Stadt Odense auf der Ostseeinsel Fyn in einen Abenteuerspielplatz. Das Hans Christian Andersen Festival entführt Besucher mit rund 500 Veranstaltungen, Shows, Konzerten, Tanz- und Theaterdarbietungen sowie Comedy und Street Performances in die Welt des großen dänischen Dichters. Das Programm des jährlich stattfindenden Festivals in Hans Christian Andersens Geburtsort ist für alle Altersklassen konzipiert und größtenteils kostenlos. In diesem Jahr steht das Festival unter dem Motto “Alles ist möglich”.

 

Alles ist möglich

Grenzen überwinden, ausgetretene Pfade verlassen, die Magie der Dinge sehen, die Macht der Sprache spüren und Gemeinschaft suchen: Diese Werte ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben und Werk Hans Christian Andersens und bilden daher auch die Grundlage für das Programm des Festivals zu seinen Ehren. Ob märchenhafte Konzerte von dänischen Stars wie Mads Langer, Rasmus Walter, Nicklas Sahl und Alexander Oscar, Lichtshows in den Parks der Stadt, Straßenkunst mit magischen Fabelwesen oder Denkmuster durchbrechende Geschichtenerzähler – in allen Programmpunkten spiegelt sich der Einfluss Hans Christian Andersens wieder.

 

Odense

Odense ist mit knapp 180.000 Einwohnern Dänemarks drittgrößte Stadt. Sie atmet mit ihren zahlreichen Hans Christian Andersen-Attraktionen den Geist der Geschichte, ist mit einem neuen Hafenbad, Street Food Markt und angesagten Gourmet-Restaurants gleichzeig jung und modern – eine Stadt im Umbruch. Bis 2021 entsteht in Odense auf rund 5.600 Quadratmetern ein neues Hans Christian Andersen Museum, eingebettet in einen großen „magischen“ Garten.

Das Leben des Hans Christian Andersen

„Da ging nun das kleine Mädchen auf den nackten zierlichen Füßchen, die vor Kälte ganz rot und blau waren. In ihrer alten Schürze trug sie eine Menge Schwefelhölzer und ein Bund hielt sie in der Hand. Während des ganzen Tages hatte ihr niemand etwas abgekauft, niemand ein Almosen gereicht.“

Die Armut und Entbehrung, die Hans Christian Andersen in „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ beschreibt, kennt er aus eigener Erfahrung: Sein Vater ist ein armer Schuhmacher, seine Mutter eine Wäscherin, die später im Armenhaus stirbt, die Tante führt ein Bordell – die Verhältnisse, in die Andersen am 2. April 1805 in Odense hineingeboren wird, lassen nicht gerade auf eine schillernde Karriere hoffen.

Die armseligen Verhältnisse seiner Kindheit liefern Andersen später Motive für viele seiner Märchen und den oftmals schlechten Ausgang seiner Geschichten. Zunächst entfachen sie in dem Jungen aber den Wunsch, der Armut zu entkommen und Karriere zu machen.

Bücher ziehen ihn magisch an, und noch stärker die Welt des Theaters. Denn Odense auf der dänischen Insel Fünen ist damals zwar noch klein, verfügt aber doch über ein Schauspielhaus.

Mit 14 Jahren fasst Andersen einen folgenschweren Entschluss: Er kehrt seiner Heimatstadt den Rücken und geht nach Kopenhagen. Dort will er sich am Königlichen Theater als Sänger, Tänzer und Schauspieler einen Namen machen.

Des Kaisers neue Kleider

„Aber was erblickte es in dem klaren Wasser? Es sah sein eigenes Bild unter sich, das kein plumper schwarzgrauer Vogel mehr, häßlich und garstig, sondern selbst ein Schwan war. Es schadet nichts, in einem Entenhof geboren zu sein, wenn man nur in einem Schwanenei gelegen hat!“ (Aus „Das hässliche junge Entlein“).

Andersens Versuche, am Theater Karriere zu machen, scheitern zunächst. Doch er findet in dem hohen Beamten Jonas Collin einen Gönner, der für Andersen eine Art zweiter Vater wird und mit dessen Familie er sein Leben lang verbunden bleibt. Andersen besucht die Lateinschule, erhält Privatunterricht und studiert. Bereits in seiner Schulzeit fängt er an zu schreiben. Einen ersten Erfolg feiert er mit dem Gedicht „Das sterbende Kind“. Bis 1835 macht er sich durch Gedichte, Theaterstücke, zwei Romane und seine ersten „Märchen, erzählt für Kinder“ in Europa einen Namen. Nur seine Landsleute versagen ihm zunächst die Anerkennung: Seine Märchen werden von Kritikern als „schädlich“ und „unverantwortlich“ bezeichnet.

Erst Jahre später erkennen auch die Dänen Andersens Werke an. Dabei sind es besonders die Märchen, die seinen Weltruhm begründen. Sie machen ihn zum gefeierten Künstler, der vom dänischen König mit dem höchsten Orden des Landes ausgezeichnet wird.

Als Andersen am 4. August 1875 in Kopenhagen an Leberkrebs stirbt, hat er insgesamt gut 160 Märchen geschrieben. Fast in aller Welt wachsen bis heute Kinder mit Andersens Märchen auf. Sie wurden in über 120 Sprachen übersetzt.

Märchen wie „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Des Kaisers neue Kleider“ oder „Däumelinchen“ sind europäisches Gemeingut geworden. Andersen-Biograf Jens Andersen erklärte den Erfolg seines Namensvetters so: „Eine Ebene der Märchen ist für Kinder gedacht, und eine zweite, vielleicht anspruchsvollere, für ihre Väter und Mütter. Er wollte Geschichten für beide erzählen.“ Hinzu kommt eine dritte Ebene: Sie richtet sich an das Kind in uns.

Hans Christian Andersen Festival
in Odense auf der Ostseeinsel Fyn

18. bis 25. August 2019

500 märchenhafte Veranstaltungen für alle Altersklassen

Weitere Infos unter: www.hcafestivals.com

 


 

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