Spektakuläre Kunst im "Museum Kunst der Westküste"

Emil Nolde und das Meer

Der bedeutende Expressionist Emil Nolde (1867–1956) hat sich intensiv und über Jahrzehnte hinweg mit dem Meer auseinandergesetzt. Der Urgewalt und Kraft und nicht zuletzt den Farben des Wassers versuchte er sich immer wieder neu zu nähern. Trotz der überragenden Bedeutung dieses Motivs in Noldes Œuvre hat es bislang keine museale Ausstellung zu diesem spannenden Sujet gegeben. Das Museum Kunst der Westküste, das mit seiner Sammlung und seinem Ausstellungsprogramm dem Thema „Meer und Küste“ verpflichtet ist und selbst Werke von Emil Nolde zu seinem Bestand zählt, stellt sich dieser Herausforderung. Für die Ausstellung wurde im nahe gelegenen Seebüll, wo die Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde alle wissenschaftlichen und ausstellungsbezogenen Anliegen zusammenführt, eine exzellente Auswahl getroffen: Das breite Spektrum der Noldeschen Meeresbilder, die sich in über fünf Jahrzehnten entwickelt haben, wird erstmals in einem Umfang von 25 Gemälden und über 50 Aquarellen präsentiert.

Schon zu Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit bringt Nolde, der im Marschgebiet der Nordsee heranwächst, eine Reihe von Meeresbildern hervor. Kontinuierlich und bis zu seinem Spätwerk bleibt das Thema in Noldes Schaffen präsent. Weder von seinen Reisen nach Italien noch von seiner großen Expeditionsreise in die Südsee, sondern nur von den Küsten entlang der Nord- und Ostsee sind reine Meeresdarstellungen des Künstlers bekannt.

Susanne Kessler. Odissea

Während ihres Aufenthalts als artist in residence im Museum Kunst der Westküste stieß die in Rom und Berlin lebende Künstlerin Susanne Kessler auf eine „Zeichnung“, hinter der sich eine spektakuläre Geschichte verbirgt: Die Odyssee des Vollschiffs „Susanna“ bei seiner Umsegelung von Kap Hoorn. Unter der Führung des Föhrer Kapitäns Christian Simon Jürgens (1875–1959) geriet der Dreimaster 1905 in 99 Tage anhaltende Stürme um Kap Hoorn. Die Fahrt gilt bis heute als der härteste, brutalste und tapferste Törn in der internationalen Seefahrtgeschichte. Ausgehend von der „Zeichnung“ entwarf Susanne Kessler die Rauminstallation Odissea. Im gleichnamigen Film wird das abstrakte Liniengefüge dem Gezeitenwechsel ausgesetzt. Susanne Kesslers Modelle, Zeichnungen, Videos und Bildwerke, die den Werkprozess begleitet haben, verdeutlichen, dass die Geschichte universelle Gültigkeit besitzt und stellvertretend für unendlich viele leidvolle Irrfahrten in früheren und heutigen Zeiten steht.

Allgemeine Informationen

Emil Nolde und das Meer und Susanne Kesslers Odissea sind noch bis zum 6. Januar 2019 zu sehen.

Zu beiden Ausstellungen werden Workshops angeboten und sind Kataloge erhältlich.
 

Museum Kunst der Westküste

Hauptstraße 1, 25938 Alkersum
Tel. 04681/747400
www.mkdw.de
 

Öffnungszeiten

4. März bis 31. Oktober: Di bis So 10 bis 17 Uhr
1. November 2018 bis 6. Januar 2019: Di bis So 12.00 bis 17.00 Uhr


Öffentliche Führungen

Jeden Dienstag und Sonntag um 13.30 Uhr. Gruppenführungen mit Sonderterminvereinbarung. Führungen auf Deutsch, Dänisch, Englisch, Italienisch und Französisch möglich.
 

Veranstaltungshighlights

Musikalisch, literarisch, maritim: Shanties
Donnerstag, 11. Oktober, 19.30 Uhr

Schirmer-Quartett – Emil Nolde: Musik und Meer
Samstag, 13. Oktober 2018, 18 Uhr

Arved Fuchs: Kap Hoorn – Antarkis / Segeln im Reich der Stürme
Donnerstag, 18. Oktober, 19.30 Uhr