12. Internationales Naturfilmfestival „Green Screen“

Jedes Jahr im September findet in Eckernförde das Green Screen Festival statt, bei dem hochkarätige Dokumentationen zu Natur- und Umweltthemen gezeigt und ausgezeichnet werden.

„Wir erleben gerade das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Der Verlust der Biodiversität ist möglicherweise die größte Herausforderung der Menschheit in diesem Jahrhundert“, erklärt TV-Moderator und Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens und verweist damit auf das diesjährige Schwerpunktthema: Artenvielfalt.

2018 startet das Green Screen Festival mit einem neuen Rekord: Zum Wettbewerb des 12. Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen wurden 309 Dokumentationen zu Natur- und Umweltthemen aus 71 Ländern eingereicht. Davon haben es rund 100 Filme ins Programm geschafft, die im September an fünf Tagen in Eckernförde gezeigt werden.

Höhepunkt ist die von Dirk Steffens moderierte Preisverleihungsgala am 15. September, bei der die besten Produktionen in 16 Kategorien ausgezeichnet werden. Die Sieger erhalten eine Trophäe aus geformten Eckernförder Ostseesand sowie Preisgelder im Gesamtwert von 30.000 Euro.

Von einer fixen Idee zu Europas größtem Naturfilmfestival

Seit 2007 zeichnet das Internationale Naturfilmfestival Green Screen die weltweit besten Natur- und Umweltdokumentationen aus. Als Publikumsfestival zieht es jährlich 30.000 Besucher an.

Gerald Grote, Autor und Filmeproduzent, hat als Visionär GreenScreen ins Leben gerufen und als Festivalleiter stets weiter vorangetrieben.

Nach dem ersten Ideenaustausch und Gründung des Fördervereins 2006 fand knapp ein Jahr später das erste Festival statt, bei dem 61 Filme aus 14 Ländern gezeigt wurden.

„Die erste Preisverleihung war grenzwertig und viel zu lang. Wir hatten minderwertige Kristallkugeln als Trophäen für nur fünf Preise, und es gab Musikunterbrechungen“, so Grote. Dennoch hat das Festival auf Anhieb viele Menschen begeistert, rund 6.000 Besucher kamen im Premierenjahr.

2012 war der damalige Ministerpräsident Torsten Albig erstmals Gast des Festivals. „Green Screen leiste einen wertvollen Beitrag zum Kulturleben im Lande und ist zugleich ein wichtiges Forum für den Schutz der Umwelt“, so Albig. Seit 2015 fördert das Land Schleswig-Holstein das Festival mit einem Betrag von 40.000 Euro.

„Es hat viel Freude bereitet, dieses Festival aufzubauen“, so Grote. „Es war wundervoll, zunächst als Architekt ein Gedankengebäude zu entwerfen. Als Statiker ging es dann darum, die Standfestigkeit der Idee zu erproben und schließlich wurde das Fundament für den Erfolg gelegt und über die Jahre die einzelnen Zimmer eingerichtet. Wobei ein ganz besonders wichtiger Raum nicht vergessen wurde. Er ermöglicht nämlich Entwicklung und Veränderung: das ist die Wandelhalle. Genau in der befindet sich das Festival momentan.“

Im November 2016 übernahm Dirk Steffens die Leitung des Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen Eckernförde. Der TV-Moderator und Wissenschaftsjournalist wurde 2016 vom Umweltministerium zum offiziellen "UN-Dekade-Botschafter für biologische Vielfalt" berufen.

Das „Who’s Who“ der internationalen Naturfilmszene

Für die internationale Naturfilmszene hat sich das Festival zum wichtigen Branchentreffpunkt in Deutschland etabliert. Es gibt Fachseminare, Workshops und Meet and Greets: Kameraleute und Autoren treffen auf Produzenten und Redakteure. Projekte werden besprochen, Verträge für zukünftige Produktionen auf den Weg gebracht, so auch bei der „Pitching-Session“, in der Filmemacher ihre geplanten Projekte einem Experten-Gremium vorstellen. Nicht zuletzt genießen die Filmemacher aus aller Welt das familiäre Ambiente der charmanten Kleinstadt Eckernförde, in deren Strandcafés, Restaurants und Bars „alte Filmhasen“ und Nachwuchsfilmer zusammentreffen.

Talkrunde mit Wissenschaftlern

Die „Eckernförder Gespräche“, die das Festival jedes Jahr mit einer Podiumsdiskussion mit Filmsequenzen einleiten, widmen sich aktuellen ökologischen Themen. In der Eckernförder Stadthalle werden die Themen mit Wissenschaftlern, Naturschützern und Politikern kontrovers diskutiert. Am 11. September 2018 präsentieren Green Screen und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein gemeinsam die Eckernförder Gespräche zum Thema: „Artensterben – Vernichten wir unsere Lebensgrundlage?“

Publikumsmagnet Green Screen

Das Festival zieht jedes Jahr 30 000 Besucher in das beschauliche Städtchen. Einheimische und Gäste lassen sich von der Festivalatmosphäre und den Naturfilmproduktionen begeistern. Die Filme werden in sechs unterschiedlichen Spielstätten gezeigt, die bequem fußläufig zu erreichen sind. Denn Eckernförde ist die Stadt der kurzen Wege: Innenstadt, Hafen und Strand liegen nur einen Katzensprung voneinander entfernt. Nicht nur das jährliche Festival zeigt, dass das Herz der Stadt grün ist – 2007 wurde Eckernförde als Naturschutzkommune und 2011 als Biodiversitätskommune ausgezeichnet.

Positiver Effekt auf die Wirtschaft

Das Festival hat sich als kulturelles Großereignis mit internationalem Renommee etabliert und ist zudem ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. „Green Screen leistet mit der Verknüpfung von Natur und Kultur einen erfolgreichen Beitrag zur Umweltbildung in Schleswig-Holstein“, so Umweltminister Robert Habeck.

Die Naturschützer von morgen - Jugendbildung

Der Erhalt der Arten in einer intakten Umwelt kann nur gelingen, wenn auch junge Menschen für die Schönheit der Natur und für deren wachsende Gefährdung sensibilisiert werden. Green Screen leistet seit Beginn an einen starken Beitrag für die Nachwuchsarbeit: Dazu zählen das Schulprogramm während der Festivaltage in Eckernförde, die Schulkinowoche in verschiedenen Städten sowie die Jugendnaturfilmcamps im Wildpark Eeekholt nördlich von Hamburg oder im Multimar Wattforum Tönning an der Nordsee.

Dort stellen die jungen Filmemacher unter fachlicher Anleitung von Medienpädagogen und Naturfilmern eigene Dokumentationen her – vom Drehbuch über die Film- und Tonaufnahmen bis zum Schnitt.

Die selbstgedrehten Filme können für die Jugendfilmpreise eingereicht werden. Rund 7.000 Kinder und Jugendliche werden mit naturpädagogischen Angeboten jährlich erreicht.

Kurz und Knapp

Was? Green Screen Festival

Wo? Eckernförde

Wann? 11. - 16. September 2018

Kosten? 6 Euro pro Vorführung (erm. 4)

Weitere Informationen: im Programmheft und unter www.greenscreen-festival.de.