Projekt „BlütenMeer“ will Wildpflanzen wieder heimisch machen

Das Projekt „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zieht eine positive Jahresbilanz 2017. Zur Halbzeit des Projekts hat das Team um Projektleiter Dr. Christian Dolnik so viele Wildpflanzen wie nie zuvor gepflanzt und noch dazu auf verschiedenste Art und Weise viele einheitsgrüne Hektar in wildbunte Blumenwiesen verwandelt.

Gelb-blühende Arnika, lila-farbener Teufelsabbiss, blass-rosa blühender Wilder Thymian, purpur-farbene Küchenschellen und weitere 36 echte Raritäten mit schleswig-holsteinischen Wurzeln sorgen für bunte Farbtupfer im ganzen Land. Insgesamt haben es 65.000 Wildpflanzen, darunter viele bunt-blühende Wildkräuter, aber auch und Wildgräser, in die Erde geschafft. Damit leistet das Projekt auch einen großen und wichtigen Beitrag gegen das dramatische Insektensterben. Die vielen heimischen Wildpflanzen sorgen für einen reich gedeckten Tisch für die vielen hungrigen Wildbienen, Hummeln und Co.

Und noch eine rekordverdächtige Zahl: das Projekt hat im letzten Jahr gut 64 Hektar Grünland mit Wildpflanzen aufgewertet. Mit anderen Worten: durch verschiedene Maßnahmen entwickeln sich nun ehemals grüne Wiesen oder Ackerflächen zu blütenbunten Augenweiden, wie aus früheren Zeiten. Geschafft hat das das neunköpfige Team um Projektleiter Dr. Christian Dolnik durch einen ausgeklügelten Maßnahmen-Kanon. Wie zum Beispiel durch die sogenannte Mahdgutübertragung. Dabei wird eine artenreiche Wiese mit vielen, blühenden Wildgräsern und –blumen zum Zeitpunkt der Samenreife abgemäht und das Mahdgut auf eine Rohbodenfläche ausgebracht. Andere, erfolgreiche Aufwertungs-Methoden sind das Druschgutverfahren zur Ausbreitung der bunten Klappertopfwiesen und das Einsäen von regionalem Saatgut, produziert in der projekteigenen Arche Gärtnerei Eggebek. In der Kinderstube für die Wildpflanzen wird mittlerweile Saatgut von 58 verschiedenen Wildpflanzenarten produziert.

Für das im Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ geförderte Projekt „BlütenMeer 2020“ habe man sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, rund 2500 Hektar aufzuwerten. Das entspricht in etwa der Größe der nordfriesischen Insel Amrum. Dabei werden in etwa nur zehn Prozent der 2500 Hektar tatsächlich bepflanzt, ausbreiten müssen sich die Wildpflanzen dann von ganz alleine. Ein bisschen müsse er die Euphorie über das Geschaffte auch immer mal wieder einbremsen, fügt Dolnik hinzu, da nicht immer gewährleistet sei, dass alle Wildpflanzen sich auch in der Wildnis behaupten können. „Wenn 70 Prozent der ausgebrachten Wildpflanzen den Winter überleben, im kommenden Sommer zur Blüte kommen und aussamen, kann man davon sprechen, dass die Maßnahme erfolgreich war“, erklärt Dolnik weiter und betont, dass das Projekt „BlütenMeer 2020“ viel ausprobiere und auch mal Rückschläge einstecken müsse. Die Wildpflanzen stehen beispielsweise ganz oben auf dem Speiseplan von Schnecken, Insekten und Rehen. Außerdem wachsen Wildpflanzen langsamer als ihre züchterisch veränderten, verwandten Kulturpflanzen, so dass Geduld wichtig ist.

Genussvolle Kräuter

Auch Gourmets dürfen sich über das Projekt freuen: Sind doch Wilder Thymian, Wilde Möhre, Wilder Pastinak, Kohl-Lauch, Schafgarbe, Frauenmantel, Niedrige Schwarzwurzel, Arnika, Wiesen-Kümmel, Wiesen-Flockenblume, Wegwarte, Wilder Dost, Wiesen-Labkraut, Malve, Spitz-Wegerich, Hohe Schlüsselblume, Großer Sauerampfer, Kleiner Baldrian, Wildes Stiefmütterchen, Augentrost und Wiesenknopf Highlights für die feine Kräuterküche. Beim NaturGenuss Festival der Stiftung-Naturschutz kann man an naturkundlichen Führungen teilnehmen und einige der Genusskräuter kennen lernen.

Das Projekt „BlütenMeer 2020“ wird über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren – bis März 2020 – mit 2,9 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Projektträger ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Fachliche Unterstützung kommt von der Artenagentur Schleswig-Holstein, dem Förderverein Mittlere Treene e.V. sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. Zudem wird das Projekt von den Kreisen Dithmarschen und Schleswig-Flensburg finanziell unterstützt.

Mehr Informationen unter: www.bluetenmeer2020.de

Ihre Stimme ist gefragt

Man kann das Projekt Blütenmeer 2020 durch seine Stimmenabgabe unterstützen einen Preis zu gewinnen. Einfach draufklicken und abstimmen:

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