Genussabend im Kieler Lüneburg-Haus geht in die zweite Runde

Der Apfelexperte Ernst Schuster und Christina Mann vom Restaurant Lüneburg-Haus luden im Februar 2019 zu einer Führung durch die Ausstellung „Kiel kocht“ und anschließend zu einem „Apfellust“-4-Gang-Menü. Geboten wurden ein feines Apfel-Menü und Geschichten rund um die heimische Frucht. Da der genussvolle Abend ausverkauft war und das Interesse groß ist, wird die Apfellust-Veranstaltung am Donnerstag, den 7. März wiederholt.

Wenn Eckart Brandt aus dem Alten Land der norddeutsche Apfelpapst ist, dann ist Ernst Schuster aus dem Schwentinental vor den Toren Kiels der Apfelkönig Schleswig-Holsteins. Der Pomologe von der Obstquelle Schuster, die mittlerweile von seiner Tochter Doris geführt wird, hat sich mit Haut & Haaren der paradiesischen Frucht verschrieben. Sein Augenmerk legt der Vorsitzende der „Nordbauern“ besonders auf den Erhalt alter heimischer Sorten.

Das Lüneburg-Haus ist ein gastronomisches Kleinod in der Kieler Altstadt, liegt schräg gegenüber dem Warleberger Hof, dem Kieler Stadtmuseum, Schauplatz der Ausstellung „Kiel kocht“. Gastgeberin Christina Mann und Küchenchef Thorsten Mollenhauer stehen für eine entspannt-gehobene Küche, die Klassiker wie kreative Tagesmenüs anbietet. Man kocht hier gerne mit guten Produkten aus der Region.

Feinschmeckerpotenzial

Nun wollten das Team vom Lüneburg-Haus und Ernst Schuster gemeinsam Lust auf den heimischen Apfel machen. Es gelang ihnen bravourös zu zeigen, was kulinarisch alles im Apfel steckt. Beim Karmijn de Sonnaville, dem Hauptakteur im Apfel-Ingwersüppchen mit gebeiztem Lachs, überzeugte die Harmonie von Süße und Säure und Frucht und von Schärfe und Würze. Beim Apfel-Kalbskonfit hatte der nur scheinbar profane norddeutsche Glockenapfel seinen großen Auftritt. Schade, dass er so wenig beachtet wird, immer mehr aus der Mode kommt. Zwischen den Gängen wurden Säfte gereicht und Ernst Schuster erzählte wie Apfelsorten entstehen und zu ihren Namen kommen. Es dauert 20 Jahre – und viel Geld – bis eine neue Sorten Marktreif ist. Es folgte ein zarter Damwildrücken unter einer raffinierten Apfelkruste (Topaz) mit einem Apfel-Sellerie-Püree (Boskop) und kleinen kross gebratenen Blutwurststückchen. Haptisch wie geschmacklich eine Wucht. Dessertvariationen aus Rubinette und Boskop machten den Abend süß und rund. 

Das des Deutschen liebstes Obst auch in der Feinschmeckerküche seinen Platz findet, geschmacklich überzeugen kann, bewies der Abend im Lüneburg-Haus aufs Vortrefflichste. Das wusste auch schon Goethe: „In die Äpfel muss man beißen.“ Am 7. März wird das Menü nochmal angeboten, kann man sich vom Genusspotenzial des Apfels persönlich überzeugen. Zügige Reservierung sei angeraten.

Ausstellung Kiel kocht

Das Stadtmuseum Warleberger Hof zeigt die Ausstellung „Kiel kocht – Lebensmittelversorgung, Ernährung und Esskultur im 19. und 20. Jahrhundert“. Auf drei Etagen werden 400 historische Objekte aus der Museumssammlung präsentiert und geben mit zahlreichen Fotos aus dem Stadtarchiv einen guten Einblick in die Ernährungshistorie der Stadt Kiel über die letzten 200 Jahre. Ein reichhaltiges Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung.

Apfellust

Freitag, 7. März 2019, 18.30 Uhr

Der Preis beträgt 49 Euro pro Person inklusive Führung, Aperitif, Fingerfood, 4-Gang-Menü, Wasser und Kaffee. Um Anmeldung wird gebeten.

 

Apfel-Menü

Apfel-Ingwercremesüppchen mit gebeiztem Lachs

Apfel-Kalbskonfit mit kleinem Salat

Wildschweinrücken unter einer Apfelkruste, dazu Apfel-Selleriecreme mit Blutwurst

Apfelvariationen (Tarte, Sorbet, Perlen aus dem Weinsud)

 

Lüneburg-Haus
Dänische Str. 22, Kiel

Tel. 0431-9826000
www.lueneburghaus.de

 

Mehr über „Kiel kocht“:

Ausstellung "Kiel kocht"

 

Mehr über Ernst Schuster:

Ernst Schuster: Ein Leben für die Paradiesfrucht

 

Mehr über das Lüneburg-Haus:

Zu Besuch im Kieler Lüneburg Haus

 

Mehr über alte Apfelsorten:

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