Veranstaltungstipp: Literatursommer 2019

Der Literatursommer im Norden ist in diesem Jahr dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, Norwegen, gewidmet. Eröffnet wurde der Literatursommer mit dem Schriftsteller Jostein Gaarder, der aus seinem neuen Buch las. Unser Veranstaltungstipp für Leseratten.

»Wenn die Sprache gut ist, dann ist das eine eigene Wirklichkeit. Ob es wahr ist... das interessiert mich nicht so viel.« — Tomas Espedal

Der Literatursommer ist in diesem Jahr dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse gewidmet und gibt Einblicke in die aktuelle norwegische Literatur. Die eingeladenen Schriftsteller/innen bieten eine Vielfalt an interessanten Themen und Erzählperspektiven. Philosophische, gesellschaftliche und politische Fragen sind literarisch aufbereitet, Lebensgeschichten werden erzählt und auch das in Norwegen verbreitete autobiographische Erzählen ist vertreten.

Eröffnet wurde der Literatursommer mit dem Schriftsteller Jostein Gaarder, der aus seinem ganz neuen Werk „Genau richtig. Die kurze Geschichte einer langen Nacht“ las, einer Erzählung, in der ein sterbenskranker Mann auf sein Leben zurückblickt: auf den Beginn seiner Liebe, auf seine Familie, auf Niederlagen und Erfolge. Gaarder geht den existentiellen Fragen des Menschseins auf den Grund. Mit „Sofies Welt“, ins Deutsche übersetzt von unserer Autorin Gabriele Haefs, landete Gaarder einen Welterfolg: das Buch wurde in 65 Sprachen übersetzt und hat eine Auflage von über 60 Millionen.

Wechselfälle des Lebens

Mit „Bergeners“ stellt Tomas Espedal sein jüngstes autobiographisches Prosawerk vor. Espedal erzählt auf beeindruckende Weise und so intim wie noch nie von den Wechselfällen seines Lebens, wobei seine Heimatstadt Bergen und einst geliebte Frauen eine zentrale Rolle spielen.

Kjersti A. Skomsvold ist als wichtigste Stimme der jüngeren norwegischen Literatur bei Ihrer Lesereise mit ihrem Debütroman „Je schneller ich gehe, desto kleiner bin ich“ kennenzulernen. Dieser amüsante wie berührende Roman handelt von dem Versuch einer alten Dame, nach dem Tod ihres Mannes ins Leben zurückzufinden.

Hanne Ørstavik stellt ihren neuen Roman „Die Zeit, die es dauert“ vor, der davon handelt, dass die Geschichten unseres Lebens immer in uns präsent sind. Einen pointierten Blick auf die heutige norwegische Gesellschaft wirft Nina Lykke in ihrem Familienroman „Aufruhr in mittlernen Jahren“. Sie schildert mit viel Biss den Zerfall einer mittelständischen Familie in der Wohlstandsgesellschaft und schafft humorvoll, ironisch und mit einer vielstimmigen Sprache eine Familientragikomödie.

Der Musiker, Schriftsteller und politische Aktivist Pål Moddi Knutsen berichtet in seinem Buch “Verbotene Lieder - 10 Geschichten von 5 Kontinenten” von zensierten und verbotenen Liedern aus aller Welt, die er übersetzt und als “Unsongs” neu aufgenommen hat. Seine Geschichten handeln von der Macht der Musik.

Zum Abschluss des norwegischen Sommers präsentiert Johan Harstad seinen enthusiastisch aufgenommenen Roman “Max, Mischa und die Tet-Offensive”.

Im Rahmenprogramm zu den Lesereisen gibt es einiges zu entdecken, so eine theatralische Lesung zu Gunnar Staalesens Kriminalroman „Die Schrift an der Wand“ oder den jährlichen Parcours zur Lyrik des Gastlandes.

Der Literatursommer 2019 wird vom Geschäftsführer des Literaturhaus Schleswig-Holstein, Wolfgang Sandfuchs, und Projektleiterin Sara Franzese organisiert. In Kooperation mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein und gefördert vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, der Norwegian Literature Abroad, der Europa-Union Schleswig-Holstein e.V., der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein und der Förde Sparkasse.
 


DAS PROGRAMM