Holsteiner Blut Rhabarber

Manch einer verzieht schon beim Gedanken an die herbsauren Stangen die Mundwinkel, andere lieben den typischen Geschmack des Rhabarbers. Holsteiner Blut Rhabarber ist besonders aromatisch und harmoniert gut mit Fisch. Unser Rezept der Woche.


Manch einer verzieht schon beim Gedanken an die herbsauren Stangen die Mundwinkel, andere lieben den typischen Geschmack des Rhabarbers. Viele sehen Rhabarber als Obst an, botanisch ist er jedoch ein Gemüse und gehört zur Familie der Knöterichgewächse.

Schon vor 3.000 Jahren wussten die Chinesen die Kraft des Rhabarbers zu nutzen. Aus den Wurzeln des Steppengewächses stellten sie eine Medizin her, die eine verdauungsfördernde Wirkung hat. Die Stängel blieben lange ungenutzt. Erst im 16. Jahrhundert kam der Rhabarber nach Europa. Sein Name, Rheum rhabarbarum, heißt frei übersetzt „Wurzel der Barbaren“. Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts erkannte man, dass sich Rhabarber auch gut in der Küche nutzen lässt. Es waren zuerst die Engländer, Franzosen und Niederländer, die das Knöterichgewächs anbauten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wächst er auch in Deutschland. Um Hamburg herum entwickelte sich das damals größte Anbaugebiet des Landes. Aus der Zeit stammt auch der bis heute beliebte Holsteiner-Blutrhabarber. Er schmeckt mild säuerlich, ist besonders saftig und wächst problemlos in jedem Garten.

 

Rhabarber liebt Pikantes

Haupterntezeit ist von April bis Juni. Danach ist der Oxalsäuregehalt des Rhabarbers zu hoch und die Pflanze bildet Reservestoffen für das kommende Jahr. Geschmacklich lässt er dann stark nach.

Rhabarber ist reich an Vitamin C, Kalium und Kalzium. Kalium wirkt harntreibend, Ballaststoffe und Fruchtsäuren fördern die Verdauung. Für den sauren Geschmack verantwortlich sind Gerbsäure, Apfel- und Zitronensäure und Oxalsäure.

Als Kuchenbelag, in Marmelade, als Kompott oder Grütze eignet sich Holsteiner Blut hervorragend. Aber auch für pikante Speisen, zum Beispiel als Gemüsebeilage mit scharfer Peperoni zum gebratenen Fisch.

Im 19. Jahrhundert avancierte sein Verwandter, der Vierländer Blutrhabarber, gar zum Exportschlager – als Kellerrhabarber. Die Rhabarberknollen wurden im Herbst ausgegraben und in Kisten in den Keller gebracht. Die Kellerräume wurden im Januar beheizt, so dass der Rhabarber austrieb. So konnte man schon im Februar lange, aber noch etwas blasse Rhabarberstangen ernten. Zu Zeiten, als es noch nicht das ganze Jahr über Kiwis gab, war das eine geschätzte Winterspezialität, die über die Ostsee bis nach St. Petersburg in die Zarenmetropole geliefert wurde.

Kellerrhabarber wird heute nicht mehr angebaut, der herb-frische Geschmack des Blutrhabarbers gehört aber bis heute für viele unverzichtbar zum Frühsommer – wie Spargel.

REZEPT DER WOCHE

Forelle auf Rhabarbergemüse

 

Zutaten (für 4 Personen)

  • 4 mittelgroße Forellen
  • Etwas Butterschmalz
  • Etwas Butter
  • 300 g Rhabarber
  • ½ rote Peperoni
  • 1 rote Paprikaschote
  • Lorbeerblatt
  • Je eine Prise Zucker, Nelken- und Currypulver
  • Etwas Gemüsebrühe

 

Zubereitung

Den Backofen auf 180° C vorheizen.

Etwas Butterschmalz auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, im Ofen schmelzen und die Forellen darauflegen und für 20 Minuten in den Ofen schieben.

Den Rhabarber putzen, eventuell schälen und würfeln. Die Peperoni und die Paprikaschote entkernen und in gleich große Würfel schneiden.

Alles zusammen in Butter andünsten. Lorbeerblatt und Gewürze zufügen, etwas Gemüsebrühe angießen und bei schwacher Hitze 5 Minuten köcheln lassen und warm stellen.

Das Rhabarbergemüse auf Tellern anrichten und jeweils eine Forelle darauflegen.

 

Tipp

Für dieses Gericht eignen sich auch Forellenfilets oder Makrelen. Essbare Blüten in kräftigen Farben und mit leicht bitterem Geschmack – wie zum Beispiel vom Boretsch – harmonieren optisch und geschmacklich wunderbar mit diesem Gericht. Einfach einige Blüten mit auf dem Teller anrichten.