Rarität mit Biss: Muskatkürbis

Auf der ganzen Welt sind die bunten Gemüseriesen beliebt und begehrt. Schon vor 10.000 Jahren soll es Wildformen des Kürbis in Süd- und Mittelamerika gegeben haben. Im alten Ägypten wurden zahlreiche Kürbisarten in der Malerei dargestellt. Die Griechen schätzten Kürbisse als Nahrungs- und Arzneimittel. Es waren Mönche, die die Flaschenkürbisse des Mittelmeerraums über die Alpen brachten. Aber erst durch Kolumbus kamen die heute bekannten und beliebten Gartenkürbisse nach Europa. Schon wenige Jahrzehnte später begann eine muntere Kürbiszucht mit ihnen.

800 Kürbis-Sorten

Die Vielfalt der bei uns angebauten Sorten nimmt von Jahr zu Jahr zu. Die Kürbisse werden in fünf botanische Arten unterteilt. Weltweit sind ca. 800 Sorten bekannt. Während der Kürbis bei uns seit einigen Jahren wieder in Mode kommt – dank Halloween und Feinschmeckerköchen – gehört er in vielen Ländern schon lange zu den wichtigsten Gemüsearten und Grundnahrungsmitteln. Ist doch Kürbis ist ein kalorienarmes, vitamin- und mineralstoffreiches Nahrungsmittel (Phosphor, Kalium, Eisen, Magnesium und vielen Vitaminen – E, A, B1, 2,6 und nicht zuletzt Vitamin C).

Von praktischem Interesse ist die Unterscheidung zwischen Sommer- und Winterkürbis. Zucchini zum Beispiel ist ein Sommerkürbis: Er wächst schnell, wird unreif geerntet, hat einen weichen Kern und eine dünne Schale und die Haltbarkeit ist begrenzt. Winterkürbis, als Speisekürbis bekannt, wird erst im ausgereiften Stadium geerntet, hat eine harte Schale, meist gelboranges, weiches faseriges Fruchtfleisch und eine lange Haltbarkeit.

König der Kürbisse

Ein besonders feines Aroma hat der Muskat- oder Moschuskürbis, der schon vor 3.000 in Peru angebaut wurde und noch heute der am meisten verbreitete Kürbis der Tropen auf beiden Hemisphären ist. Er ist unempfindlich gegen hohe Temperaturen. Wenn Sie ihm das erste Mal begegnen, seien Sie sich auf eine Überraschung gefasst. Wenn Sie den Muskatkürbis aufschneiden, perlt Ihnen das Fruchtfleisch entgegen, so schön saftig ist der Kürbis. Dann verbreitet sich augenblicklich ein angenehmer Duft. Vor Ihnen liegt der ungekrönte König der Kürbisse. Keiner leuchtet so wunderbar hellorange, keiner hat ein so festes Fruchtfleisch. Der Muskatkürbis lässt sich al dente zubereiten und es besteht keine Gefahr, dass er verkocht – wie bei anderen Kürbissen. Verkochter Kürbis erleidet bekanntlich den Aromatod. Der Geschmack des Muskatkürbis’ ist einzigartig – und niemals schmeckt er mehlig oder holzig. Mit schwarzen Trüffeln ein Traum. Aber auch als Kürbissuppe, im Risotto oder als schlichtes Gemüsegericht kommt sein Aroma besonders zur Entfaltung, deshalb verwenden Sterneköche ihn am liebsten. Und wenn man bedenkt, dass er nur relativ wenig kostet, sollte man schnell zugreifen. Ein Kürbis für Feinschmecker und alle die es werden wollen.

Rezept – Kürbiscremesuppe

  • 750 g Kürbis
  • 1 Stange Lauch
  • 1 große Kartoffeln
  • Olivenöl
  • 5 Pfefferkörner
  • 5 Korianderkörner
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • 1 TL Zucker
  • 1 Glas Weißwein
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 200 ml Sahne
  • ½ Bd. Petersilie
  • Kürbiskerne
  • Kürbiskernöl

Kürbis schälen, entkernen und würfeln. Lauch in Ringe schneiden und waschen. Kartoffel schälen und vierteln. Alles zusammen in einem großen Topf in Olivenöl anschwitzen. Zuckern, mit dem Wein und der Brühe ablöschen und 20 Minuten köcheln lassen.

Dann mit dem Mixer pürieren, Sahne zufügen und mit Salz, geriebener Muskat, den zerstoßenen Pfeffer- und Korianderkörnern abschmecken und noch etwas einkochen lassen.

Auf Teller füllen und mit gehackter Petersilie, gerösteten Kürbiskernen und einigen Tropfen Kürbiskernöl servieren.

Kürbissuppen kann man in zahlreichen Varianten und Geschmacksrichtungen zubereiten. Zum Beispiel mit Möhren, Pastinaken oder Sellerie als Gemüsepartner, auch Ingwer macht sich gut in einer Kürbissuppe. Und wenn Sie noch ein Rest Suppe stehen haben, kochen Sie den Kürbis einfach in ihr.