Raritäten mit Biss: Altländer Pfannkuchenapfel

Schon der Name klingt wie eine Versuchung. Gehören doch Apfelpfannkuchen traditionell zu den winterlichen Lieblingsgerichten der Norddeutschen.

Die besondere Qualität des Altländer Pfannkuchenapfels liegt in seiner Robustheit, seiner Anpassung an das feuchte norddeutsche Küstenklima, seiner guten Lagereigenschaften im Winter und seinen kulinarischen Vorzügen als Saft- und Backapfel. Wohl auch deshalb wurde die alte Regionalsorte von Pomologen und Sortenschützern 2006 zum „Apfel des Jahres“ gekürt.

Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Sorte aus einem Zufallssämling im Alten Land entstanden. Der robuste, windfeste Apfel wurde zu einer Hauptsorte und breitete sich rasch im ganzen Norden aus. Wegen seiner „nicht sehr ansprechenden Fruchtform“, im Zuge der allgemeinen „Sortenbereinigung“ und der zunehmenden Konkurrenz durch Frischware aus südlichen Regionen geriet der Traditionsapfel in Vergessenheit. Doch auf Streuobstwiesen und in Gärten ist er immer noch zu finden, er gehört schließlich zum traditionellen Landschaftsbild.
 

Er gehört zum Landschaftsbild

Ende Oktober werden die mittelgroßen Äpfel mit glatter, etwas lederiger Schale geerntet. Als echter Winterapfel benötigt er noch einige Zeit der Lagerung, um seinen vollen Geschmack zu entwickeln. Von Januar bis März können dann die angenehm süßen, milden Früchte genossen werden. Während der Reifung verfärben sie sich von grün zu trüb-gelb bis rot-marmoriert. Wie fast alle alten Apfelsorten hat auch der Pfannkuchenapfel besonders viel Vitamin C und daher besonders gesund. Neben dem Frischverzehr ist der Apfel auch für die Saftherstellung geeignet. Die Äpfel geben einen milden, nicht zu säuerlichen Saft, den auch Kinder gerne mögen.

Als „Pannkoken“ ist sein Name Programm. Kommt er doch in diesem klassischen norddeutschen Mittagessen der Winterzeit, besonders gut zur Geltung. Ruckzuck ist aus Eiern, Milch (oder Buttermilch), Mehl, Zucker und einer Prise Salz ein glatter, dickflüssiger Pfannkuchenteig gerührt. Mit etwas Fett in der Pfanne werden die geschälten, dünnen Apfelspalten leicht angebraten, etwas Teig dazugegeben und von beiden Seiten gebacken. Mit Hilfe eines Tellers oder eines Topfdeckels lässt sich der Apfelpfannkuchen gut wenden.

Dank des Altländer Pfannkuchenapfels können wir noch bis in den März Apfelpfannkuchen von heimischen Wiesen genießen – nicht nur Kinder haben ihre Freude daran.