Wer jetzt beim Fischhändler oder in der Gastronomie auf Skrei aufmerksam wird, muss nicht an seinen Fisch-Kenntnissen zweifeln. Es ist keine neue Fischart, sondern ein alter Bekannter: der Kabeljau - allerdings ein besonderer.

Kabeljau: Es handelt sich um eine arktische Population. Bereits ab Dezember tritt der geschlechtsreife Kabeljau, im Alter von fünf bis sieben Jahren, seine lange Reise von der eisigen Barentssee gen Süden an. Die etwas wärmeren Regionen vor der nordnorwegischen Küste – insbesondere den Lofoten – sind seine Laichplätze. Im Januar beginnt die Fangsaison, Februar bis April gilt für „das Gold der Lofoten“ als Hauptsaison. Nach dem Laichen, das hauptsächlich im März stattfindet, tritt der Skrei im April wieder seine Rückreise in Richtung Barentssee an. Damit endet auch am 30. April die Skrei-Saison.

Skrei (von norwegisch skrida = wandern) ist eine geschützte Marke und nur zertifizierte Betriebe in Norwegen dürfen Skrei verarbeiten und mit dem Qualitätssiegel versehen. Alle Beteiligte an der Lieferkette müssen sich an strenge Richtlinien halten. Die Fangmengen und Fangmethoden sind reglementiert und werden regelmäßig kontrolliert. Die Bestände gelten als nachhaltig bewirtschaftet, der Fischfreund darf also beherzt zugreifen. Begründet durch seine lange Reise, ist der arktische Winterkabeljau sehr mager und hat ein festes Muskelfleisch, dass, wie seine Anhänger finden, besonders gut also kräftig schmeckt. Ich persönlich finde ihn geschmacklich langweilig aber über Geschmack kann man ja trefflich streiten. Skrei kann nach allen gängigen Rezepten zubereitet werden – ich würde ihn im Ofen dünsten. In Nordnorwegen liebt man besonders das traditionelle Eintopfgericht Mølje. Hierbei wird alles vom Skrei verwertet, nichts kommt weg. Einfach mal probieren.