Wo genießt man was?

So vielseitig wie die Nordseeküste selbst sind auch die kulinarischen Spezialitäten der Region. Ob Fisch oder Fleisch, süß oder herzhaft: Von der Nordseekrabbe über Mehlbeutel bis hin zum Räucherfisch ist alles vertreten, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Doch was gibt es eigentlich wo? Hier ein kleiner Überblick:

Amrum: Spezialitäten aus der Region

So klein die Insel, so viel gibt sie her: Algen für Salat, Löwenzahn für Kapern und Rindfleisch direkt vom Erzeuger, Gin, Schnaps mit Strandhafer, Rosengelee, Amrumer Heidehonig und feines Meersalz sind Spezialitäten, die sich Amrum von ein paar Do-it-Yourself-Enthusiasten entlocken lässt. Gastwirt Gunnar Hesse ist ein Spezialist für Essbares aus Watt und Salzwiesen. Was die Gäste seines Vier-Sterne-Familienbetriebs Hotel Seeblick in Norddorf umgehend auf der Speisekarte entdecken. Hesse macht Fischsaucen aus wildem Amrumer Wermuth und Salat mit Portulak, Meersenf und Tellerkraut. „Der Wasabi ist aber wohl nur ein Experiment. Ich befürchte, es ist ihm hier zu feucht.“ Zwei Bauern sind Amrum geblieben: Hof Martinen in Süddorf verkauft das Fleisch seiner Rinder – eine eigene Züchtung aus Limousin und Fleckvieh – im kleinen Hofladen: portionsweise, eingekocht und als Snack. Bauer Nanning Schult präsentiert seine Gemüsevielfalt direkt vor der Scheune in Norddorf. Beeten, Rüben und Lauch sind voller Geschmack – und die Kartoffeln Kult. Bezahlen tun die Gäste vertrauensvoll in ein Milchkännchen hinein. Vor vielen Inselhäusern stehen zur Sommerzeit Tischchen voller Marmeladen und Gelees: von Quitten, Rosen und Beeren. Als sich der Chef eines Amrumer Elektrounternehmens den herben Winter mit Probeläufen an seiner Minidestille verkürzte, ahnte niemand, was für ein Erfolg der Öömrang Gin, Amrums erster Inselgin, werden würde. Mittlerweile hat Stefan Klindtberg noch zwei weitere Gins kreiert. Sein Nachbar Andreas Thaden – Amrums Krabbenfischer – holt salziges Nordseewasser an Bord, was mittels Abwärme seines Kuttermotors zu feinstem Meersalz wird. „Die Flocken sind alle einzigartig, guck‘ sie dir mal genau an!“ Thadens unverhohlene Begeisterung freut Gäste und mittlerweile immer mehr TV-Sender. Ganz leise summt es bei Sandra Martinen in Norddorf. Die Amrumerin hat die Bienenzucht von ihrem Opa übernommen und verkauft den Honig, den ihre drei kleinen Bienenvölker produzieren. „Unser Heidehonig fiel letztes Jahr leider wegen Trockenheit aus. Jetzt bin ich gespannt, wie der Frühjahrshonig schmecken wird, von den Weiden und Kirschblüten.“

www.amrum.de

Föhr: Genüsslich mit dem Rad über Deutschlands
zweitgrößte Nordseeinsel

Auf der rund 34 km langen Radroute »Schlemmerpartie« ist für jeden Geschmack etwas dabei: Vom zweiten Frühstück bis zum Picknick, von Fleisch und Käse, von Süßem und Obst. Vom Wyker Rathausplatz führt die Tour einmal quer über die grüne Insel Föhr. Beispielsweise zum „Ziegenhof Matzen“ – weit draußen in der Oevenumer Marsch. In ihrer Feinkäserei stellt Familie Matzen verschiedene leckere und bekömmliche Käsesorten aus eigener Ziegenmilch her. Oder aber nach Alkersum zur „Inselkäserei Hartmann“. Neben selbst hergestellten Rohmilchkäsesorten, Joghurt und Buttermilch gibt es im Hofladen auch selbstgemachte Marmelade, frische Föhrer Eier, feine Wurstwaren, Föhrer Wein und vieles mehr zu kaufen – und an der Milchtankstelle frische Kuhmilch zum Selbstzapfen. Im Hofcafé können sich alle hungrigen Radfahrer mit selbstgebackenen Kuchen und weiteren Köstlichkeiten stärken. Im Inseldorf Oevenum erwartet alle großen und kleinen Leckermäuler die Bonbonmanufaktur „Föhrer Snupkroom“. Buntgefüllte Gläser stehen hier in den Regalen, Süßigkeit an Süßigkeit: Zuckerstangen, Lakritzbonbons – zu 100% Handarbeit und aus eigener Herstellung. Auf der »Schlemmerpartie « ist für jeden etwas dabei. Vielfältig so wie Föhr selbst. An insgesamt 14 Stationen können kleine und große Radfahrer immer wieder bei ausgewählten Erzeugern sowie verschiedenen Hofläden anhalten.

Dort erwartet sie eine große Auswahl an inseleigenen Produkten wie Fleisch, Milch, Käse, Föhrer Obst und Gemüse, Marmeladen, feinen Kräuterölen und vieles mehr – einen freundlichen Schnack gibt es natürlich kostenlos dazu. Doch nicht nur das! Neben Aktivurlaub und Gaumenfreuden bietet die Tour natürlich auch etwas fürs Auge: Die Weite der Föhrer Marsch mit ihren satten grünen Feldern, Kühen, Pferden, Schafen und Vögeln. Da kommen selbst Bewegungsmuffel gehörig auf Touren.

Und wer beim Föhrer Nationalgetränk an Teepunsch oder Pharisäer denkt, liegt falsch. Denn typisch für Föhr ist vor allem der Manhattan. Von den zurückkehrenden Amerikaauswanderern mit auf die Insel gebracht, gehört der Manhattan zu Föhr wie die Friesentorte. Er wird zu jedem Anlass als gekühlter Aperitif mit einer Cocktailkirsche gereicht. Ein Cocktail, der es in sich hat, denn in ihm schlummern so manche hochprozentige Geheimnisse. Der typische Föhrer Manhattan besteht aus je einem Drittel Whisky, rotem und weißem Wermut. Ein bisschen New York auf Föhr genießen. Prost!

www.foehr.de/kulinarik-genuss und www.foehr.de/schlemmerpartie

Büsum: Was haben Krabben, Lamm und Mehlbeutel gemeinsam?

Sie stehen alle in verschieden traditionellen Rezeptvarianten auf der Speisekarte der Büsumer Gastronomen. Eine Spezialität aus dem Nordsee-Heilbad ist die „Büsumer Krabbensuppe“, die über die Grenzen hinweg weltweit bekannt ist. Die Nordseegarnelen (umgangssprachlich Krabbe genannt) werden vor Büsum gefangen und sind eine typisch norddeutsche Delikatesse. Nach alter Familienrezeptur von Martha Kolle aus dem Jahr 1920 wird die Krabbensuppe als Büsumer Spezialität in „Kolles Alter Muschelsaal“kredenzt. Aus einem Fond aus angeschwitzten und ausgekochten Krabbenschalen, Tomatenmark, Sahne, flambiertem Branntwein und einer Prise besonderer Gewürze, Feingefühl und Liebe wird diese Leckerei, dessen Rezept ein Familiengeheimnis ist, seit fast hundert Jahren im Traditionslokal zubereitet. Büsumer Krabbensuppe mit frischen Krabben ist ein Klassiker als Vorspeise oder Hauptgericht. Köstlich ist diese gerade einmal 4 cm große Delikatesse auch auf den klassischen Krabbenbrötchen oder zu Schwarzbrot, Rührei oder gebratenem Fisch.

Wer auf regionale Küche Wert legt, sollte im Frühjahr die Lammspezialitäten aus der Region wie z. B. Salzwiesenlamm, Lammrücken, gefüllte Lammschulter, dreierlei vom Lamm und viele weitere Gerichte probieren. Verarbeitet werden junge Schafe, die nicht älter als 12 Monate sind. Das besondere dieser Delikatesse ist der besonders zarte Geschmack. Serviert mit Bohnen, Spargel und Frühkartoffeln ist Lammfleisch eine absolute Delikatesse.

Neben Lammspezialitäten findet man auch den „Dithmarscher Mehlbeutel“ als Gericht auf der Speisekarte. Herkunft des Mehlbeutels ist die schleswig-holsteinische Westküste in Dithmarschen und Nordfriesland. Der Name dieses Dithmarscher Gerichtes ist entstanden, durch den großen Anteil Mehl, der mit Gries, Eiern, Milch und Salz verquirlt in einem Leinenbeutel in einem großen Topf ca. eine Stunde gekocht wird. Der Mehlbeutel oder auch plattdeutsch „Mehlbüddel“ genannt, kann jedoch sowohl mit süßen Beilagen wie Kirschsoße als auch mit herzhaften Beilagen wie Schweinebacke gereicht werden. Im Laufe der Jahre sind verschiedene Rezeptvarianten entstanden, wie z. B. auch der bunte Mehlbeutel mit Rosinen oder der schwarze Mehlbeutel mit Schweineblut. Dieses klassische Bauernessen stammt aus der Nachkriegszeit, da es günstig, sättigend und einfach zu kochen ist.

www.buesum.de

Husum: Kühles Bier und leckerer Fisch

Husum blickt auf eine lange Bierbrau-Tradition zurück, die noch heute in „Husums Brauhaus“ lebendig gehalten wird. Hier werden bis zu 16 selbst entwickelte Biersorten pro Jahr ausgeschenkt. Einmal im Monat lässt sich der Braumeister beim Brauen über die Schulter schauen und das Bier kann auch für den Konsum zu Hause oder als Mitbringsel gekauft werden.

Traditionell wird hier auch Räucherfisch genossen. Die Fischräuchereien „Zum Rauchfang“ in Oldenswort und die „Witzworter Räucherkarte“ sind klassische Familienbetriebe. In der Räucherei „Zum Rauchfang“ werden neben geräuchertem Fisch – von Makrele und Stremellachs über Aale und Miesmuscheln bis hin zu Schwarzem Heilbutt und Bücklingen – auch hausgemachte Salate und selbstgepulte Krabben angeboten.

In der „Witzworter Räucherkate“, in der nach alter Tradition auf Buchen- und Erlenholz geräuchert wird, entstehen unter anderem nach original norddeutschen Familienrezept Brathering, Krabben in Gelee und Aal in Gelee.

Über die Internetseite der Aktion Fisch vom Kutterkann man sich tagesaktuell informieren, wo man Krabben und Fisch direkt am Kutter u.a. in Husum erwerben kann. Eine gute Gelegenheit zum Probieren und um mehr über die Zubereitung der kleinen Köstlichkeiten zu erfahren, sind die Husumer Krabbentage, die dieses Jahr am 12. und 13. Oktober stattfinden. Das Programm reicht von Kochvorführungen bis zum Krabbenpul-Wettbewerb, außerdem können Krabben direkt frisch vom Kutter erworben werden.

www.husum-tourismus.de und www.fischvomkutter.de/

St. Peter-Ording: Genuss in urigen Landcafés oder hoch oben über der Nordsee

Die Landcafés in und um St. Peter-Ording sind das Sahnehäubchen für jeden Urlaub und gehören für viele Gäste Schleswig-Holsteins zu einem gelungenen Aufenthalt dazu. Kein Wunder, denn an Frische und Vielfalt sind ihre hausgemachten Kuchen und Torten, Frühstücke und Snacks kaum zu überbieten. Auch in St. Peter-Ording und seiner näheren Umgebung auf der Halbinsel Eiderstedt finden sich gemütliche Landcafés mit besonderen Spezialitäten wie der Friesentorte oder Futjes, kleinen Eierküchlein. Das eine oder andere von ihnen hat mittlerweile Kultstatus erreicht und nicht von ungefähr ist auch das Koch- und Backbuch der Eiderstedter Landfrauen „Eiderstedter Spezialitäten: Die besten LandFrauen-Rezepte“ ein beliebtes Mitbringsel.

Der Richardshof beispielsweise ist seit Langem eine Institution in St. Peter-Ording. Im urigen Ambiente des Galerie-Cafés kann der Gast nicht nur eine wechselnde Auswahl an hausgemachten Kuchen und Torten genießen, sondern auch Kaffeespezialitäten aus ganz besonderen Bohnen und ausgesuchte Teekreationen. Frühstück wird ebenfalls serviert (Reservierung erforderlich).

Kleine Gäste entdecken derweil im Garten hoppelnde Hasen, Ponys und Esel.

Legendär sind auch die in großen Stücken servierten Kuchen und Torten im Café und Restaurant Schweizer Haus mit großem Außenbereich am Hochdorfer Garten in Tating, zu denen Kaffee- und Teespezialitäten oder Kaltgetränke gereicht werden. Besonders der Ruf der Eierlikörtorte reicht weit über Eiderstedt hinaus, doch auch die kleinen Speisen und Salate sollte man nicht links liegen lassen.

Ein besonderes Wahrzeichen des Ortes sind auch die Pfahlbauten am Strand von St. Peter-Ording. An allen der fünf Badestellen befindet sich auch ein Pfahlbau-Restaurant hoch über dem Meer. Mit atemberaubendem Ausblick kann hier besonders maritim gegessen und getrunken werden.

www.st.peter-ording.de und www.spo-eiderstedt.de