Vielseitiges, gesundes Wildkraut

Im Frühjahr sieht man sie überall an Weges- und Waldrändern, an Hecken und in alten Kräutergärten blühen. Die Rede ist von Knoblauchrauke, auch Lauchkraut genannt. Die Alliaria petiolata aus der Familie der Kreuzblütler ist fast in ganz Europa verbreitet. Die Blätter schmecken nach mildem Knoblauch (daher der Name) und leicht scharfer Kresse. Die weißen Blüten zieren jeden Speiseteller (von Mai bis Juni) und die Wurzeln schmecken, ähnlich wie Meerrettich, scharf und aromatisch.


Im Mittelalter war die bis zu einem Meter hohe Pflanze, die mit unserem beliebten Rucola verwandt ist, beliebtes Gewürz für Suppen und Hammelbraten. Es wuchs überall, in der Natur und in Hausgärten, und ersetzte das damals teure Salz und den nahezu unerschwinglichen Pfeffer. Zu Hering, Schinken und Pökelfleisch, überall zu kam die Knoblauchrauke auf den Tisch. Auch als Salat wurde sie verwendet.  

Geruch und Geschmack der Pflanze rühren wesentlich vom Senfölglycosid, das wie Allicin im Knoblauchs antiseptisch und leicht harntreibend wirkt. Daher wird Knoblauchrauke auch gerne zur Entschlackung eingesetzt. In der Naturmedizin wird vor allem die blühende Knoblauchrauke wegen ihrer schleimlösenden und reizlindernden Wirkung bei Asthma und schwerem Husten angewendet. Außerdem wird sie zur Förderung der Wundheilung äußerlich aufgetragen. Auch gegen Würmer soll sie helfen. Neben verschiedenen  Mineralstoffen, enthält die Pflanze auch reichlich Vitamin A und C – ist also rundum gesund.

Die Blätter ähneln denen der Brennnessel, sind aber heller und am Rand unregelmäßig gezahnt. Zur Blütezeit kann man die Knoblauchrauke gut von der Brennnessel unterscheiden. Notfalls reibt man an den Blättern, der betörende Knoblauchgeruch ist einzigartig. In vielen Regionen wächst die Wildkräuterpflanze in großen Mengen. So kann man sie ohne Bedenken sammeln, ohne den Bestand zu gefährden.

Die frischen Blätter und jungen Triebe eignen sich hervorragend für Salate, Kräuterquark, für Kartoffel-, Gemüse- und Lammgerichte, kurz zu allen Gerichten, bei denen auch gerne Knoblauch verwendet wird. Probieren Sie doch einmal ein selbst gemachtes Pesto oder eine Kräuterbutter von der Knoblauchrauke – ein Gedicht!  Das Trocknen der Blätter sollten Sie sich ersparen, denn das Aroma verfliegt schnell. Die Samen der Pflanze können wie Senfkörner verwendet werden.

Wie bei allen Wildkräutern sollten die Blätter vor dem Verzehr gut gewaschen werden.

Rezept: Knoblauchbutter

 

Zutaten

  • 250 g weiche Sauerrahmbutter
  • 40 g Blätter und junge Triebe der Knoblauchrauke
  • Kräutersalz

 

Zubereitung

Blätter und Triebe gut waschen, trockenschleudern und fein hacken.

Weiche Butter schaumig aufschlagen, Kräuter unterrühren und mit Kräutersalz abschmecken.

Mit Hilfe einer Alufolie zwei Rollen formen und im Kühlschrank oder Tiefkühler fest werden lassen.

 

Tipp

Die Kräuterbutter schmeckt wunderbar als Brotaufstrich oder mit Pasta vermengt. Gut schmeckt die Butter auch mit gemischten Wildkräutern.