Gesundes Frühjahrskraut

Ein Gastbeitrag von Susanne Rieper

Löwenzahn ist eines der vielseitigsten Frühjahrskräuter. Verwendung findet alles: die Wurzel, die Blätter, die Blüten. Probieren Sie doch einmal den Löwenzahnsirup unser kräuterkundigen Gastautorin.


Löwenzahn oder vornehm ausgedrückt – Taraxacum officinale – was auf seine Verwendung als Arzneimittel hinweist, ist eines der vielseitigsten Frühjahrskräuter. Verwendung findet beim Löwenzahn alles, die Wurzel, die Blätter, die Blüten und sogar die Samenkugeln, diese jedoch eher lyrisch; nicht als Inspiration für den Gaumen, sondern für die Seele.

 

Löwenzahnsirup

Viele kennen den Löwenzahnblütensirup, mit der tiefgelben Farbe, der im Herbst und Winter den Duft des Frühlings ins Zimmer zaubert und auf dem Sonntagsbrötchen oder in den Tee gegeben, ein Gefühl der Zufriedenheit auslösen kann. Alle, die auch eine bittere Note schätzen, sollten einmal den Löwenzahnwurzelsirup probieren.

Hierzu im Frühjahr vor der Blüte oder im Herbst 500 g Löwenzahnwurzeln ausgraben, mit einer Wurzelbürste von Erde und Sand befreien und 3 Tage antrocknen lassen. Dann in Scheiben schneiden und zusammen mit 100 g Zucker unter ständigem Rühren karamellisieren, mit einem ¼ Liter Wasser aufgießen und mindestens ½ Stunde ziehen lassen; danach durchsieben und abkühlen lassen.

Eignet sich gut als Würze für Quarkspeisen, Puddings, Bisquitböden, Glasuren – für alles, wo ein karamelliger, mokkaähnlicher Geschmack gewünscht wird.

Frühlingssalat

Für Bitterfans ist auch der Löwenzahnsalat im Frühjahr, aus Blättern und Blütenknospen zubereitet, eine Delikatesse:

Löwenzahnblätter und Blütenknospen waschen und kleinschneiden. Ein hartgekochtes Ei kleinhacken und mit den Blättern vermischen. ½ Apfel sehr klein schneiden und dazugeben.

Eine Soße aus Apfelessig, Pfeffer, Salz, einem Teelöffel Ahornsirup oder Apfel/Birnenkraut und einem Teelöffel Senf herstellen, untermischen und fertig ist der Frühjahrssalat. Übrigens: Bringt die Leber auf Schwung und regt den Stoffwechsel an.

 

Bienenpflanze

Löwenzahn ist nicht nur für den Menschen eine wichtige Frühjahrs- und Heilpflanze, die in der Phytotherapie, Homöopathie und Volksmedizin ihren seit Jahrhunderten bewährten Platz hat, sondern sie ist auch für unsere Bestäuber-Insekten eine gute Nahrungspflanze; allen voran die Honigbiene, die daraus den leicht herb schmeckenden, dunkelgelben Löwenzahnhonig herstellt, aber auch für viele Wildbienen, die auf Korbblütlern sammeln, hat der Löwenzahn ein reiches Nektar- und Pollenangebot. Dass übervolle, reine Löwenzahnwiesen auch auf Überdüngung hinweisen können, ist ein anderes Thema.

 

Dem Löwenzahn zum Ruhme

Dem Löwenzahn zum Ruhme
Gibt es die Pusteblume.
Die Pusteblume ist sein Kind.
Wenn ihr nicht pustet,
Kommt der Wind    

Und pustet ihre Sterne.
Sie fliegen in die Ferne,
Und wo sie landen, seht's euch an
Da wächst ein neuer Löwenzahn.

(Heinz Kahlau)

Von Bienen und Blüten
Naturkundliche Führung mit Susanne Rieper

Viele Wild- und Gewürzkräuter, die wir gern in der Küche verwenden, sind auch für die Bienen eine wichtige Nahrungsquelle. Giersch, Löwenzahn, Gundermann und Knoblauchrauke bieten vielfältige kulinarische Möglichkeiten für Mensch und Biene. Löwenzahn ist ein hochwertiger Pollen- und Nektarlieferant für Wild- und Honigbiene und für den Menschen eine einmalige Gewürz- und Heilpflanze; trotzdem wird er bekämpft – zum Schaden aller.

Kosten 8 Euro, Kinder ab 10 Jahren 3 Euro.

Eine Anmeldung ist unter Tel. 0163 719 36 14 erforderlich.

Die Gruppengröße ist auf 12 Personen beschränkt.

Spaziergang mit einer Länge von ca. 1 ½ Stunden.

 

Termine

08. Mai 2019, 18 Uhr, Naturerlebnisraum Kollhorst
Treffpunkt: Naturerlebnisraum Kollhorst, Kollhorster Weg 1; vor dem Kräutergarten am Reetdachhaus

20. Mai 2019, 18 Uhr, Naturerlebnisraum Kollhorst
Treffpunkt: Naturerlebnisraum Kollhorst, Kollhorster Weg 1; vor dem Kräutergarten am Reetdachhaus

21. Mai 2019, Neumünster, Gelände rund um die Waldorfschule


 

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