Im Sommer wird gegrillt, was die Holzkohle hergibt: im Park, am Strand, auf dem Balkon und im Garten. Sobald sich die Sonne blicken lässt, ziehen dicke Rauchschwaden über die Stadt. Aber gegen mediterran angehauchte kulinarische Outdoor-Vergnügungen ist ja auch nichts einzuwenden. Da ein echter Meister oder eine Meisterin am Grill keine Fertigsaucen verwendet, kommt selbstverständlich auch der Tomaten-Ketchup aus der eigenen Küchen-Werkstatt. Geht einfacher als man denkt und schmeckt Hundert Mal besser als jedes Fertigprodukt. Aber zuerst schauen wir noch kurz auf die Geschichte. Hat Essen doch auch immer was mit Bildung zu tun.

Geschichte des Ketchup

Wenn man dem Ursprung von Nahrungsmitteln nachgeht, landet man entweder bei den alten Römern oder wie beim Ketchup in China. Die chinesische Sauce „ket-tsiap“ – ein wundervoller Brei aus gut gereiften Fischen, Muscheln und Gewürzen – ist der Namensgeber. Britische Seeleute importierten die würzige Sauce aus Singapur und Malaysia und vereinfachten den Namen zu „ketchup“.

In Amerika waren Rezepte für „home-made ketchups“ (aus Äpfeln, Pilzen oder Tomaten) bald ziemlich verbreitet. Als die Heinz Company 1876 ein stark gezuckertes reines „tomato ketchup“ auf den Markt brachte, wurde Ketchup zum Synonym für Tomatenketchup. Seitdem verführt der süße Saucenklassiker Kinder, Amerikaner und alle Fast foodies zum unkontrollierten Überröten beliebiger Speisen – von der Pasta bis zum Grillfleisch.

 

Ketchup selbst gemacht:

  • 1 kg vollreife Tomaten,
  • 250 g rote Paprika (geputzt),
  • 100 g Zwiebeln,
  • 2 El Salz,
  • 1 El Rosmarinnadeln (gehackt),
  • 1 El Thymianblättchen,
  • 6 El Honig,
  • 200 ml Aceto balsamico bianco,
  • 2 El Speisestärke

So geht’s: Tomaten, Paprika und Zwiebeln würfeln und in einem Topf aufkochen. Mit Salz, Rosmarinnadeln, Thymianblättchen und Honig würzen und ohne Deckel 30 Minuten unter Rühren auf mittlerer Hitze einköcheln lassen. Alles durch ein Sieb streichen und mit Balsamico erneut aufkochen. Speisestärke mit etwas kaltem Wasser glattrühren, zum Ketchup geben, erneut kurz aufkochen. In vorbereitete sterilisierte Flaschen füllen und verschließen. Der Ketchup lässt sich ebenso gut aufbewahren wir selbst gemacht Konfitüre. In verschlossenen Flaschen hält er ca. ein Jahr und bleibt, einmal angebrochen, im Kühlschrank zwei bis drei Monate frisch.

 

Varianten:

Wer es fruchtig mag, nimmt Himbeeren hinzu und ersetzt den Balsamico durch Himbeeressig. Wer scharf bevorzugt, gibt kleine rote Chilischoten und Ingwer zu den Tomaten und würzt mit edelsüßem Paprikapulver, Koriander, Nelken und Meersalz. Wer nicht auf Honig steht, ersetzt ihn durch Rohrzucker.